Portraits
  
Startseite
Kontakt
Volker Hahn feierte seinen 75. Geburtstag.
Volker Hahn feierte seinen 75 Geburtstag

Ravensburg.
Am 11. Januar 2019 feierte Volker Hahn aus Ravensburg, der frühere Präsident des Pferdesportverbandes Baden-Württemberg, seinen 75. Geburtstag. In seiner Zeit als aktiver Turnierreiter bestritt er erfolgreich Springen bis zur Klasse M und Dressurwettbewerbe bis zur Klasse S. Volker Hahns ehrenamtliche Aktivitäten im Pferdesport Baden-Württembergs begannen an der Basis. Der selbständige Versicherungskaufmann engagierte sich nämlich zunächst als Vorsitzender des Pferdesportkreises Oberschwaben, der damals als „ARGE Oberschwaben“ bekannt war. Die räumliche Basis deckt damals wie heute nicht nur den Landkreis Ravensburg ab. Das hatte seinen Grund: Früher umfasste die „ARGE Oberschwaben“ nicht nur den Altkreis Ravensburg sondern auch den Altkreis Wangen. Dann kam der Kreis Friedrichshafen im Süden mit seinen Vereinen dazu. Nach der Kreisreform beschlossen die Vereine jedoch, keine zusätzlichen Arbeitsgemeinschaften zu gründen sondern in der ARGE Oberschwaben zusammen zu bleiben. Mit dieser Entscheidung einher ging auch der Wunsch etlicher Reitvereine im Landkreis Sigmaringen, sich der ARGE Oberschwaben anzuschließen. So deckt also der Pferdesportkreis Oberschwaben nicht nur die politische Fläche „Ravensburg“ ab, sondern große Teile der landschaftlich/gesellschaftlich/geographisch gewachsenen Region Oberschwaben. Ent-scheidenden Anteil an dieser weitsichtigen Entwicklung hatte auch Volker Hahn aus Ravensburg, weil er sich als Vorsitzender zur Verfügung stellte und den größten Pferdesportkreis im Gesamtverband erfolgreich und zielstrebig zu führen verstand.

1977 übernahm Volker Hahn das Amt des Landesjugendwarts im Pferdesportverband Baden-Württemberg. Rund 30 Jahre lang war Hahn dann Mitglied im Vorstand des Pferdesportverbandes Baden-Württemberg und dort zunächst als stellvertretender und später als Vorsitzender des Württembergischen Pferdesportverbandes. Bekanntlich besteht der Landesverband aus drei Regionalverbänden: Nord- und Südbaden sowie Württemberg. 1989 trat Volker Hahn bei der Wahl zum Präsidenten des Gesamtverbandes des Landes an und führte den inzwischen unter dem Namen Pferdesportverband Baden-Württemberg e.V. bestehenden Reiterverband bis 2007 sehr erfolgreich. Während dieser Zeit entwickelte sich der Landesverband Baden-Württemberg nämlich zum zweitstärksten innerhalb der deutschen Reiterlichen Vereinigung. Inzwischen hat der Landesverband gar die Spitze als mitgliederstärkster Verband der FN erklommen.

Auch auf der höchsten Verbandsebene, der FN, hatte Volker Hahn zahlreiche Funktionen inne. Von 1996 bis 2004 war er Mitglied im Vorstand Sport sowie Vorstandsmitglied des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) und in beiden Gremien von 2000 bis 2004 stellver-tretender Vorsitzender. Dass die Leistung Volker Hahns für den Pferdesport im Lande herausragend war, trug zu dem großen Respekt der Reitergemeinde ihm gegenüber bei. Für seine Verdienste um den Pferdesport zeichnete ihn die FN im Jahr 2007 mit dem Deutschen Reiterkreuz in Gold aus. Volker Hahn blieb auch nach seinem Abschied vom Amt des Präsidenten und allen anderen Funktionen noch einige Zeit im Pferdesport aktiv, denn er war ja schon seit Jahrzehnten als Turnierrichter gefragt. Beliebt und geachtet war und ist Volker Hahn wegen seiner besonnenen Art der Diskussion und Entscheidungsfindung. Dabei konnte er durchaus kämpferisch sein und seine Positionen vertreten. Es sei nur an zwei Beispiele erinnert für Hahns Kämpferherz: Als Volker Hahn am 23. April 2001 in Böblingen in seinem Amt als Präsident bestätigt wurde, machte gerade die Maul- und Klauenseuche das Turniergeschehen im Pferdesport sehr unsicher. Damals bezog Volker Hahn eindeutig und unmissverständlich Stellung: „Das Problem, das wir haben, ist, unsere Vereine und Veranstalter nicht im Regen stehen zu lassen mit der MKS-Geschichte, selbst unter Umständen mit finanzieller Unterstützung seitens des Verbandes. Das ist mir persönlich ein ganz großes Anliegen. Wir, der Landesvorstand und die Landeskommission sind der Meinung: Die Turniere sollen stattfinden!“ Es könne nicht sein, dass nur von uns Solidarität eingefordert wird, von anderen nicht… „Wenn heute tausende Fans in Zügen aus England nach München zum Fußballspiel kommen, wenn jeder Hund, jede Katze Überträger sein kann, wenn bei einer Kundgebung zweihundertfünfzig Landwirte aus den unterschiedlichsten Stallanlagen zusammen kommen, dann geht dies alles ohne irgendetwas. Und nur von uns verlangt man Solidarität. Ich meine, das kann es nicht sein! Wir sollten uns bemühen, mit der nötigen Umsicht und Vorsicht die Turniere durchzuführen. Das ist ein durchaus vertretbares Risiko, ohne dass man uns nachsagen kann, wir würden die Solidarität gegenüber den Landwirten verletzen.“ In der Tat lagen die Nerven der damaligen Turnierveranstalter und der Vereinsvorsitzenden blank. Da tat die klare Stellungnahme des Präsidenten zur rechten Zeit gut.

Zum Thema Pferdesteuer, das ja schon 2003 aufrauschte, mahnte Volker Hahn eindringlich, die Pferdesteuer als Geldbeschaffung nicht zuzulassen und rief auf zum Kampf gegen die Pferde-steuer: „Es ist wieder einmal ein falscher Ansatz, die Gemeindefinanzen durch eine Pferdesteuer sanieren zu wollen...Überall wird ständig von der Betreuung von Kindern und Jugendlichen gesprochen, Schulen werden auf Ganztagesbetreuung umgestellt. Pferdesportvereine, die durch ihre umfangreiche Jugendarbeit viele Stunden Jugendbetreuung anbieten und das auch noch für die Gemeinden kostenlos, werden durch die Pferdesteuer abgewürgt…Folge: Die Kinder und Jugendlichen können den Beitrag für ihre Betreuung und Unterweisung im Verein nicht mehr leisten – und bleiben weg. Kooperationen „Schule-Verein“ würden schlicht erschlagen durch die Steuer, obwohl diese Kooperationen gerade von den Sportverbänden und dem Kultusministerium gewünscht sind!“ Noch deutlicher wurde er während der damaligen Delegiertenversammlung und bekam großen Applaus: „Mit der MKS haben wir die eine Seuche überwunden, da tritt die nächste auf: die Pferdesteuer.“

Wie sehr auch seine Mitstreiter für Hahn einstanden, macht eine Aussage von Karl-Heinz Streng aus Mosbach deutlich: Streng, damals Landestrainer der Springreiter, sagte bei der Wiederwahl Hahns: „Drei Jahre will ich in jedem Fall noch Landestrainer sein, ich bleibe so lange im Amt wie Volker Hahn unser Landesverbandspräsident ist, denn ich weiß, dass ich diesem Mann voll vertrauen kann und dass er mir den Rücken stärkt.“ Mit seiner Art, sich für seine Vereine einzusetzen, war Volker Hahn sehr geachtet und geschätzt. Es lag ihm nämlich daran, dass er seine Mitstreiter zum Wohl des Pferdesports „mitnahm“, überzeugen konnte und einzubinden verstand. Stb/Hb