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Führerscheine im Pferdesport und Neuerungen für Lehrkräfte PD 2/2019
Führerscheine im Pferdesport und Neuerungen für Lehrkräfte

Warendorf.
Die reiterliche Ausbildung ist kein statischer Ablauf sondern unterliegt einem ständigen Wandel, der von der FN beobachtet, ausgewertet und in das Regelwerk eingearbeitet wird. Wichtige Gesichtspunkte für die Grundausbildung im Besonderen sind Sicherheit, Unfallverhütung und das Tierwohl: Das sind auch zugleich die Ziele der FN-Führerscheine. Mit dieser Maßgabe wurden 2017 der Kutschenführerschein A (Privatpersonen) und der Kutschenführerschein B (Gewerbe) eingeführt. Und mit dieser Intension wird es ab 2020 auch zwei neue Ausbildungs-Angebote geben: den „Pferdeführerschein Umgang“ und den „Pferdeführerschein Reiten“. Was das im Einzelnen bedeutet, soll hier aufgeführt werden:

Pferdeführerschein Umgang:
Beim Pferdeführerschein Umgang stehen der erste Kontakt zum Pferd, die Pferdepflege, das Pferdeverhalten und verhaltensgerechter Umgang mit dem Pferd einschließlich Fütterung und Gesundheit auf der Agenda. Der praktische Umgang reicht von Bodenarbeit und Führen im eingezäunten Bereich bis hin zu Alltagssituationen, bei denen das Pferd auch im öffentlichen Raum zu führen ist. Der Pferdeführerschein Umgang ist damit eine zeitgemäße Weiterent-wicklung des Basispass Pferdekunde. Ab 2020 ersetzt er diesen.

Pferdeführerschein Reiten:
Beim Pferdeführerschein Reiten sind die Inhalte wie folgt: Pferde pflegen und fürs Reiten vorbereiten, Reiten auf dem Reitplatz und/oder in einer Reithalle, Reiten im Außenbereich bzw. auf dem Außenplatz sowie Pferdegesundheit, Tierwohl und Grundkenntnisse der Reitlehre. Als fachliche Erweiterung des Reitpasses wird der Pferdeführerschein Reiten den Reitpass mit Inkrafttreten der APO 2020 ersetzen.

Vorbereitungslehrgänge sind obligatorisch
Voraussetzung für die Prüfung zu beiden Pferdeführerscheinen ist ein Vorbereitungslehrgang analog dem bisherigen Basispass bzw. Reitpass. Wer also ab 2020 seine Alltagstauglichkeit und Kompetenz im Umgang mit Pferden oder als Reiter verbessern oder mit einer Qualifikation nachweisen möchte, für den ist der Pferdeführerschein Umgang oder Pferdeführerschein Reiten das passende Angebot.

Ausbildung richtet sich auch an die Ausbilder (Lehrkräfte):
In der Ausbildung der Ausbilder (Lehrkräfte) gibt es folgende Neuerungen: Generell werden die Trainerausbildungen Basis- und Leistungssport stärker differenziert und richten sich somit genauer auf die unterschiedlichen Zielgruppen aus. Dies ist auch durch eine Schwerpunktsetzung im Lehrgang möglich. Künftig können geeignete Teile des Lehrgangsplans via Blended Learning – die Kombination aus Präsenzlernzeiten und computergestütztem Lernen – umgesetzt werden. Die Lehrgangsinhalte sind um das Thema Inklusion ergänzt.

Der Trainerassistent Pferdesport als eine Vorstufenqualifikation zum Trainer C wird in Reit- und Fahrsport aufgeteilt. Der Trainer C kann künftig auch ohne eigenes Reiten erreicht werden, vorausgesetzt, man ist mindestens 50 Jahre alt und hat hohe Turniererfolge nachzuweisen. Inhaltlich wird die Durchführung von Abzeichenlehrgängen aufgenommen.

Beim Trainer B sind künftig dezentrale Maßnahmen unter dem Dach der Fachschulen möglich. Der Trainer A wird auf 90 Lerneinheiten verkürzt. Zudem kann man ab 2020 den Trainer A Fahren Basissport machen. Ab 2020 erhält jeder Trainer nach bestandener Prüfung automatisch die DOSB Trainerlizenz. Die Ergänzungsqualifikationen werden um Spät- und Wiedereinsteiger, Inklusion, Geländereiten und weitere Schwerpunkte ergänzt. Zudem werden sie für Trainer aller Disziplinen geöffnet. fn-press