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Wolf: Schutzjagd nach skandinavischem Vorbild PD 2/2019
Wolf: Schutzjagd nach skandinavischem Vorbild

Warendorf (fn-press).
Jüngste Meldungen über Wolfsangriffe auf Pferde geben Reitern und Pferdehaltern allen Grund zur Sorge. Anlässlich der Amtschefkonferenz der Agrarministerien hat das Forum Natur, zu dessen Mitgliedern auch die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) gehört, eine Bejagung des Wolfes nach dem Vorbild der skandinavischen Schutzjagd gefordert. Grund-lage dafür soll eine sogenannte wildökologische Raumplanung sein. Für die sich schnell ausbrei-tenden Wölfe empfiehlt das Forum außerdem einen Akzeptanzbestand.

Der Bestand an Wölfen in Deutschland wächst jährlich um etwa 30 Prozent. Nach realistischen Schätzungen leben inzwischen mehr als 1.000 Tiere in Deutschland, eine Verdopplung innerhalb von drei Jahren ist anzunehmen. Damit nehmen die Konflikte weiter zu. Die Verbände der Grundeigentümer und Landnutzer unter dem Dach des Aktionsbündnisses Forum Natur (AFN) haben deshalb nun ein neues Managementkonzept für den Wolf vorgelegt und fordern für die Zukunft ein aktives Eingreifen in die Wolfsbestände. Die wissenschaftliche Beratung hat Profes-sor Dr. Dr. Sven Herzog von der Universität Dresden übernommen.

Die AFN-Verbände regen für die Zukunft ein aktives Bestandsmanagement nach dem Vorbild der skandinavischen Schutzjagd an. Grundlage ist ein vorab festgelegter Akzeptanzbestand: Die einzelnen Bundesländer sollen ihren individuellen Beitrag zum günstigen Erhaltungszustand der Wolfspopulation leisten und gleichzeitig nach oben eine Grenze definieren, die weiterhin die gerade auch naturschutzfachlich dringend notwendige Weidetierwirtschaft garantiert.

Neue Raumplanung in drei Kategorien<(b>
Basis für den Schutzjagdansatz ist eine wildökologische Raumplanung. Demnach gibt es drei Kategorien:
 In Wolfsschutzarealen soll sich der Wolf unbeeinflusst entwickeln können, etwa in großen Waldgebieten oder auf Truppenübungsplätzen.
 In Wolfsmanagementarealen soll der Wolf grundsätzlich toleriert sein, seine Bestände aber auf Basis der individuellen Akzeptanzgrenzen in den Ländern reduziert werden.
 In Wolfsausschlussarealen sollen territoriale Wolfsrudel nicht toleriert werden, insbesondere im Hinblick auf die Gefahrenabwehr. Urbane Gebiete gehören dazu ebenso wie der alpine Raum oder Weidetierhaltung mit großem Konfliktpotenzial.

Vor allem in Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen werden Forderungen nach einem aktiven Wolfsmanagement in der politischen Diskussion bereits jetzt laut, weitere Länder werden folgen. Nach Ansicht des AFN sind die Wolfsvorkommen in Deutschland Teil einer baltisch-osteuropäi-schen Population mit mittlerweile über 8.000 Individuen, deren günstiger Erhaltungszustand zweifelsfrei gesichert ist. Damit widersprechen die Nutzerverbände dem Bundesamt für Natur-schutz. Die Herausgeber des Managementkonzepts für den Wolf weisen ausdrücklich darauf hin, dass dieser laufend fortgeschrieben werden muss.

Das Managementkonzept sowie weitere Informationen der FN zum Thema Wolf finden Sie unter
www.pferd-aktuell.de/umweltundpferdehaltung/gefahr-wolf


Thema Wolf und Risse an Pferden

Warendorf. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) positioniert sich deutlich: Als im Dezember 2018 ein Wolfsriss an einem Fohlen in Stöcken/Heidekreis gemeldet wurde, hatte die FN einmal mehr klar Stellung bezogen. Zur Erinnerung sei dies hier nochmals zitiert:

„An den Diskussionen zum Thema Wolf beteiligt sich die FN bereits seit mehreren Jahren intensiv und vertritt öffentlich eine klare Position zur Rückkehr des Wolfes: Generell ist es zu begrüßen, dass eine ausgerottete Tierart zurückgekehrt ist. Aber diese Rückkehr darf nicht auf Kosten der Haus- und Nutztiere geschehen. Die FN steht in engem Schulterschluss mit anderen Interessenvertretern wie dem Aktionsbündnis Pro Pferd, dem Deutschen Bauernverband und verschiedenen Nutztier-Zuchtverbänden. Gemeinsam stehen sie in einem intensiven Austausch mit den zuständigen Ministerien und Behörden und setzen sich dafür ein, dass die Belange der Tierhalter berücksichtigt werden.“

Mehr Informationen sowie Stellungnahmen finden Sie hier:
www.pferd-aktuell.de/umweltundpferdehaltung/gefahr-wolf


Link: www.pferd-aktuell.de/umweltundpferdehaltung/gefahr-wolf