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Marian Müller feiert in Albführen das „Goldene“ PD 7/2018
Marian Müller feiert in Albführen das „Goldene“

Dettighofen.
Marian Müller freut sich auf das Turnier in Albführen und da besonders auf den 7. Juli 2018. Ursache? Es geht dort nicht nur sportlich zu mit hohem Anspruch an Reiter und Pferde. Das Turnier hält für den 24-jährigen Reiter einen besonderen Moment bereit: Marian Müller wird mit dem Goldenen Reitabzeichen geehrt! Auf diese, im Leben eines Pferdefreundes im Sinne des Wortes einmalige Auszeichnung hat er in den letzten Jahren hingearbeitet. Das war keine leichte Aufgabe, denn von einem Springreiter, der das Goldene Reitabzeichen anstrebt, wird viel erwartet – an reiterlichen Erfolgen. Prinzipiell müssen neun Siege in Klasse S* und ein Sieg in Klasse S** nachgewiesen werden. Siege und Platzierungen in höherklassigen Springen werden natürlich entsprechend angerechnet. Marian Müller erfüllt die Voraussetzungen. Seit Mai 2015 hat er neun Siege in Klasse S* errungen, fünf davon mit Albführen’s Baya Rouge. Dazu gelang ihm 2017 beim Turnier auf den Immenhöfen bei Donaueschingen ein Sieg in Klasse S**. Fünf weitere hohe Platzierungen in Klasse S** komplettieren die Erfolgsbilanz für das „Goldene“.

Marian Müller errang seine Erfolge mit verschiedenen Pferden. Neben Albführen’s Baya Rouge gibt es da noch Albführen’s Coala Queen, Coupe de Alb, Colago, Raloe und Pialetta. Coupe de Alb ist dabei sein aktuelles Pferd, mit dem er zwischen 2016 und 2018 ein Dutzend Siege und Platzierungen errang. Somit erklärt sich auch Müllers Wunsch, die Ehrung in Albführen erleben zu dürfen. Dazu kommt verstärkend, dass der gelernte Pferdewirtschaftsmeister auf dem Hofgut Albführen als Bereiter und Ausbilder arbeitet. Eine solch hohe Auszeichnung auf dem „heimatlichen“ Gestüt entgegennehmen zu dürfen, hat schon etwas für sich. Das Goldene Reitabzeichen hat außerdem eine Besonderheit: Während ein Pferdesportler Meistertitel oder Medaillen mehr oder weniger beliebig oft erringen kann, geht das beim Goldenen Reitabzeichen nicht! Einmal nur wird es verliehen – und das kommt einer Art Ritterschlag gleich, eine Anerkennung sozusagen für jahrelange Arbeit mit den Pferden und an sich selbst.

Marian Müllers Pferdeliebe wurde ihm quasi an der Wiege gesungen: Mutter Karin Heß-Müller ist international anerkannte Dressurausbilderin, ritt in den Anfangsjahren ihrer Karriere auch Vielseitigkeit und unterwies zeitweise als Landestrainerin die Vielseitigkeit reitenden Ponykinder. In späteren Reiterjahren war sie in der Dressur erfolgreich bis Grand Prix. Vater Bernd Müller kann im Springsattel viele Siege und Platzierungen bis Klasse S vorweisen. So „ausgerüstet“ und als Jugendlicher auch von Thomas Konle aus Röhlingen gefördert, verwundert es nicht, dass Marian Müller ebenfalls erfolgreicher Reiter wurde. In seiner frühen Jugend spielte er Tennis, was dann allerdings keinen Bestand hatte gegen die Pferde und heute nur noch „nebenbei“ läuft. Seine berufliche Stabilität macht ihn, wie er sagt, zu einem relaxten, freundlichen Menschen, dessen Motto lautet: „Der Weg ist das Ziel!“ Allerdings sagt er auch über sich: „Bei aller Zielstrebigkeit und bei allem Durchhaltevermögen bin ich doch auch immer wieder einmal ungeduldig. Dann muss ich mich selbst etwas bremsen.“ Der reiterliche Weg führte den jungen Mann denn auch zu Trainern mit gutem Ruf, z.B. zu Thomas Casper vom Gestüt Birkhof in Donzdorf, wo er seine Ausbildung zum Bereiter gemacht hat. Danach begann die Zeit am Hofgut Albführen, wo Michael Krieger von April 2016 – April 2018 Gestütsleiter war. Der ist inzwischen beim Gestüt Zangersheide in Belgien. Marian Müller sagt rückblickend: „Ich hatte immer den passenden Rat zur Seite, der mich aufgebaut hat, wenn es nicht so lief.“ Seit Februar 2018 ist er selbst Pferdewirtschaftsmeister und in verantwortlicher Position am Hofgut Albführen. Immer wieder stößt man bei Reitern aus dem Lande, so auch bei Marian Müller, auf einen anderen wohlklingenden Trainernamen: Helmut Hartmann aus Hilzingen, der nicht nur als Reiter bekannt war sondern vor allem auch als Ausbildungsleiter am Gestüt Marbach. „Er unterstützt mich nun schon fast vier Jahre in Albführen beim Training.

Welche Erfolge blieben Marian Müller denn besonders im Gedächtnis? Da fallen ihm drei Stationen ein: „Mein erster Sieg in einem internationalen S**-Springen über 1.45-Meter- Hindernisse mit Coupe de Alb beim Turnier auf den Immenhöfen bei Donaueschingen 2017 war ein tolles Erlebnis. Im Juni 2017 wurde ich Südbadischer Meister bei den Ichenheim Classics. Und sehr gerne erinnere ich mich an meinen dritten Platz beim Großen Preis von La Wantzenau in Frankreich 2016 mit Alführen’s Raloe.“ Dass der Pferdewirtschaftsmeister auch bei Bundeschampionaten seine jungen Pferde ins „Schaufenster stellen“ konnte, macht ihm ebenfalls große Freude. Pferde, Pferde, Pferde – das kann man auch bei Marian Müller nachvollziehen. Er erzählt gerne von den Pferden, die ihm so viel gegeben haben und noch geben: Da ist zum Beispiel der Deckhengst Albführen’s Coupe de Alb. „Er ist mein bestes Pferd. Ihn habe ich selbst von klein auf ausgebildet. Wir kennen uns in- und auswendig!“ Über Albführen’s Coala Queen sagt er Ähnliches: „Auch dieses Pferd hatte ich von Anfang an unter meinen Fittichen. Es kann lesen und schreiben!“ Es sei einfach ein schöner Beruf und „immer ein Erlebnis, Pferde von Anfang an aufwachsen zu sehen und sie selbst auszubilden, zu sehen, wie sie sich entwickeln und mit mir wunderbare Erfolge erreichen.“ Mit den Pferden vom südbadischen Gestüt Albführen in Dettighofen bestreitet Marian Müller seit Jahren viele Turniere im Lande. Er ist aber auch auf internationalem Parkett zu sehen, z.B. in Italien, Belgien, in Frankreich und in der Schweiz.

Marian Muller hat mit dem Schweizer Olympiasieger Steve Guerdat ein reiterliches Vorbild, weil er auch Pferde von Albführen reitet. Ihm fühlt sich Marian Müller besonders verbunden. „Er ist ein Pferdemann durch und durch, was mich sehr beeindruckt“, sagt der junge Pferdewirtschaftsmeister anerkennend. Auch der südbadische Reiterkamerad Alexander Schill aus Kehl, der über Baden-Württemberg hinaus einen guten Namen hat, ist Müller ein Vorbild. Solche Vorbilder spornen Marian Müller an zu höheren Zielen: „Ich will mich in Turnieren auf Drei-Sterne-Niveau etablieren!“ Dass ihm das gelingen wird mit den Pferden des Hofgutes Albführen, daran zweifelt niemand. Denn das Hofgut ist mehr als nur Arbeitsplatz, sagt der junge Mann: „Seit mehr als fünf Jahren arbeite ich dort und habe in Kai Huttrop-Hage einen vertrauensvollen Chef. Hier habe ich die Möglichkeiten bekommen, viele gute Pferde über Jahre hinweg auszubilden und reiten zu dürfen.“ Nun etwas dafür zurückzugeben, dafür gibt es manchmal Gelegenheiten. Eine davon ist das „Goldene Reitabzeichen“, das Marian Müller beim Heimturnier auf dem Hofgut Albführen bekommen wird, wo er seine Ehrung feiern kann mit all jenen, die ihn auf dem Weg dahin unterstützt haben. Denn Marian Müller weiß: „Erfolg im Reitsport ist nicht Sache des Reiters allein. Dazu gehören auch jene Menschen, die ihn auf dem Weg zu dieser einmaligen Ehrung begleitet und gefördert haben.
Martin Stellberger