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Goldener Herbst für Ralf Hönig PD 9/2018
Goldener Herbst für Ralf Hönig

Bühl.
Die sportlich-reiterliche Herbstzeit dieser Saison beginnt für Ralf Hönig mit einem „Goldenen September“ und zwar beim Turnier in Durmersheim. Am 1. September 2018 nämlich wird Ralf Hönig mit dem Goldenen Reitabzeichen geehrt. Hönig, der in seiner Geburtsstadt Bühl lebt und in Baden-Baden arbeitet, ist Springreiter und hat in den letzten Jahren die Voraussetzungen für diese besondere Ehrung erfüllt: In seinem Falle sind das mindestens acht Siege in Klasse S* und zwei vordere Platzierungen in Klasse S** und S***. Dazu kommen natürlich unzählige Platzierungen unter den besten drei aus ebenso unzähligen Turnierstarts, die sich im Laufe einer Springreiterkarriere ansammeln. Der gelernte Werkzeugmacher ist heute als Bereiter und Ausbilder bei der Firma Hurrle in Baden-Baden tätig, ist Trainer C und reitet eigentlich, seit er denken kann: Mit drei Jahren habe ich das Reiten angefangen, was nicht verwundert, denn meine Eltern sind auch Pferdeleute. Mein Vater Robert ist zwar heute Rentner, aber seine Liebe zu den Pferden ist sehr lebendig. Seine eigene Reiterei ging bis Klasse M. Meine Mutter Elisabeth und mein Vater sind seit Jahren auch erfolgreiche Züchter von Springpferden.“ Da bleibt es natürlich nicht aus, dass der Sohn in die Hufspuren der reitenden Eltern tritt. Da gab es zum Beispiel in den ersten Jahren das Pferd Jonny. Ich erinnere mich noch sehr gut an die ersten Versuche und auch an die ersten Siege in Reiterwettbewerben“, erzählt Ralf Hönig gut gelaunt. Später kamen die Ponys Nanni und Top Nordstern dazu, mit denen er sogar am Bundeschampionat teilnehmen durfte. Mit den Jahren wurde Ralf Hönigs Reiterei immer professioneller. Ja, so professionell, dass er von sich sagt: „Für mich gibt es nur Pferde und Turniersport!“ Allerdings schränkt er das auch wieder ein, denn er steht nicht allein in seinem Sport. Die Eltern unterstützen ihn schon immer, der Vater auch als Trainer. Auch Werner Rode aus Lahr und Manfred Götze aus Baden-Baden gehören zu jenen Ausbildern, die Hönig zur Seite standen. Nicht zuletzt seien ihm seine Verlobte Denise Vogel und Tochter Lina die wichtigsten Menschen an seiner Seite. Es fügt sich dabei gut, dass Denise Vogel ebenfalls Springreiterin ist.

Ralf Hönig hat mit seinen 38 Jahren eine lange Reiterkarriere hinter sich und viel erlebt, vor allem mit den Pferden. Sie haben seine Einstellung stark beeinflusst. Er bekennt, dass man von den Tieren viel fürs Leben mitbekommt. Denn: „Pferde sind sehr lernwillig und sie faszinieren mich immer wieder aufs Neue. Wie schnell junge Pferde lernen, ist einfach toll. Zudem reizt mich, dass jedes Pferd seinen eigenen Charakter hat und seine eigenen Stärken und Schwächen entwickelt, mit denen ich als Reiter und Ausbilder umgehen können muss.“ So ist es Ralf Hönig bestimmt noch nie langweilig geworden bei der Arbeit mit seinen Pferden. Jeder Tag mit ihnen sei anders, sagt Hönig und ergänzt: „Pferde sind Lebewesen, die nicht wie eine Maschine jeden Tag gleich funktionieren!“ So erklärt sich auch sein Leben, privat wie beruflich: „Mein Sport ist Beruf und Privatleben in einem. Zeit für andere Dinge bleibt wenig.“

Über seine aktuellen Pferde könnte Ralf Hönig wohl stundenlang erzählen. Man merkt ihm an, dass sein Herz ganz bei der Sache ist. Über Ronja von Racodero/Drosselklang sagt er beinahe schwärmerisch, dass sie sehr viel Vermögen, Willen und Ehrgeiz habe. „Sie möchte immer alles richtig machen und schmeißt ihr Herz immer über den Sprung!“ Dabei ist die Stute erst drei Jahre im Turniersport. Ein Höhepunkt dabei war der Start beim Hamburger Derby 2018. Mit Felicitas von First Pleasure/Frechmann ist Ralf Hönig ebenfalls sehr zufrieden. 2017 holte er mit ihr den wichtigen zehnten Sieg in Klasse S*, der dann auch den Weg freimachte für das Goldene Reitabzeichen. Und da sind noch andere Pferde unter Ralf Hönigs Sattel: Mit La Contingo von Landor S/Grando gewann er 2012 bereits zwei S-Springen, obwohl das Pferd erst sieben Jahre alt war. Cummerow von Corrado II/Landlord konnte schon in die höheren Sphären des Springsports einsteigen und wurde bis Klasse S*** gestartet, wo er auch schon erfolgreich war. Dann war da auch noch die Stute Chiara von Coriano/Calypso II, die ihrem Reiter bereits 2005 vier Siege in Klasse S* bescherte. Die Erfolge, so sieht man, sind nicht vom Himmel gefallen sondern mit viel Arbeit und Einsatz errungen und – es dauert in der Regel sehr lange, bis die Erfolge für das Goldene Reitabzeichen beisammen sind. Zugleich erfährt man, dass die Turnierreiterei Ralf Hönig in der gesamten Republik herumkommen lässt. Schon 2007 startete er in Friedrichskoog, Mehldorf und Bad Segeberg, um nur einige Orte zu nennen. So weit im Norden zu leben hing mit dem Gestüt Rabenhof zusammen: „2004 bin ich nach Rabenkirchen gezogen, um bei Georg Clausen auf dem Gestüt Rabenhof als Bereiter zu arbeiten. In dieser Zeit habe ich viele Pferde angeritten und bis zur schweren Klasse ausgebildet. Hier ritt ich auch meine ersten S**- und S***-Prüfungen. 2009 zog es mich dann zurück in die Heimat.“ Natürlich kommt Hönig auch hierzulande auf seine Starts. 2014 startete er in Schopfheim, 2016 und 2017 in Ötigheim und nicht zuletzt in Durmersheim. Die Ehrung hier in Durmersheim zu erfahren hat folgenden Grund, erzählt der Reiter: „In Durmersheim holte ich 2017 beim ersten Turnier der Reitanlage im ersten S-Springen des Turniers meinen letzten fehlenden S Sieg. Das Turnier in Durmersheim findet unter tollen Bedingungen statt und auch die Nähe zur Heimat sind ideal für so eine Feier.“ Dort werden auch seine Familie und Wegbegleiter dabei sein. Denn Ralf Hönig ist sich bewusst: „Ohne Familie, Freunde und treue Wegbegleiter wären solche sportlichen Erfolge niemals möglich. Und: Es gehört auch immer ein Quäntchen Glück dazu!“ Zu diesem Glück zählt, so sagt es Hönig, das Glück im Parcours. Um ein Springen zu gewinnen, müssen nicht nur Pferd und Reiter in Topform sein sondern „man muss auch das berühmte Quäntchen Glück auf seiner Seite haben. Die Starts in Hamburg und bei den Bundeschampionaten in Warendorf waren zudem hart erarbeitet. In der Heimat hatte er darüber hinaus auch das nötige glückliche Händchen beim Start, als er Südbadischer Meister im Springen wurde, mit dem Team und in der Einzelwertung.

Was Ralf Hönig bei der Ehrung in Durmersheim am 1. September bewegen wird? Vielleicht auch der Gedanke daran, dass das Goldene Reitabzeichen eine ganz persönliche Erfolgsgeschichte ist, die man als Pferdefreund nur einmal im Leben verwirklichen kann. Das Goldene Reitabzeichen wird nämlich „nur“ verliehen für entsprechende Erfolge und vor allem: Das Goldene Reitabzeichen kann nicht wiederholt werden. Es ist und bleibt eine einmalige Ehrung, dieses Abzeichen am Revers tragen zu dürfen. Und so kann man nur wünschen: „Dann feiert mal schön in Durmersheim!“ Martin Stellberger