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Thomas Fessler reitet künftig mit Gold am Revers PD Mai 2018
Bad Waldsee. Wenn Thomas Fessler von seiner Reiterei erzählt, spürt man: Da ist ein Pferdefreund glücklich. Genauso sagt er das auch über seinen nicht selbstverständlichen Titel als Deutscher Amateurmeister, den er 2016 in Paderborn erreichte: "Ich bin sehr, sehr glücklich darüber. Ich habe nämlich nie damit gerechnet, dass ich in Paderborn gleich mit drei Siegen in drei Wertungsprüfungen den Titel erringen konnte. Zudem war es sehr schön, dass viele Freunde und Bekannte bei dem Turnier dabei waren." Doch der Erfolg liegt nicht nur in seiner Hand, sagt der 36 Jahre alte Versicherungskaufmann aus Bad Waldsee im schönen Oberschwaben, der seinen Beruf als Geschäftsstellenleiter der SV Sparkassenversicherung ausübt. Neben einem Quäntchen Glück "habe ich mich in Paderborn auf meine Stute Welcome bestens verlassen können. Sie bescherte mir den Erfolg!" Welcome, sie stammt von Cassini II und Casino Boy xx ab, hat in Paderborn drei von drei Springen gewonnen! Reiterherz, was willst Du mehr? Auf den Geschmack des Sieges gekommen ist Thomas Fessler natürlich nicht erst in Paderborn. Gleichwohl war das Erlebnis ein Höhepunkt in seiner bisherigen Karriere. Und er träumt bereits davon, auch 2018 bei den Landesmeisterschaften von Baden-Württemberg in Schutterwald sowie im Hallenchampionat in der Schleyer-Halle in Stuttgart starten zu dürfen. Beritten ist er gut genug für diese Aufgaben: "Mein derzeit bestes Pferd ist Carlail von Chambertin und Centesimo. Das Pferd stammt aus der Zucht meines Vereinskameraden Herbert Müller, ist mit 1,80 Meter Stockmaß ein wahrer Riese mit ebensolchem Vermögen." Thomas Fessler kann noch mehr sagen über seinen Partner: Er sei super vorsichtig und "er gibt mir immer das Gefühl, dass er jeden Parcours bewältigen kann! Er ist sehr leistungswillig und hat einen tollen Charakter." Fessler schwärmt geradezu von Carlail: "Es macht jeden Tag Spaß, mit ihm zu arbeiten. Er und Welcome haben die Basis gelegt zum Goldenen Reitabzeichen."

Ein Blick in die Erfolgsliste zeigt, dass sich die Siege und hohen Platzierungen seit 2010 einstellten, auch mit anderen Pferden. Da ist z. B: Little Joe von Lanacar/Flanceur. Mit ihm gewann Thomas Fessler in Balve-Wocklum sein erstes S*-Springen und zwar in der Siegerrunde. Es folgten in Güglingen ein weiterer S*-Sieg und ein zweiter Platz in Heidenheim in einem S**-Springen. 2011 und 2012 errang Thomas Fessler, der für den Reitverein Bad Schussenried startet, mit Part de Reve von Burggraf/Reve D elle drei S*-Siege und zwei zweite Plätze. Dann kam die Erfolgsserie mit Quamar al Layl von Quintero/Ronald mit sechs zweiten Plätzen in Klasse S* in den Jahren 2012 bis 2015. Die Stute Welcome kam 2015 in Donaueschingen erstmals stark heraus, weil sie dort ihr erstes S*-Springen gewann. Leutkirch und Paderborn waren dann Stationen weiterer Siege bis 2016. In Bisingen-Hohenzollern trat Carlail 2016 mit einem ersten dritten Platz in einem S*-Springen mit Stechen auf den Plan. Exakt ein Jahr später startete Thomas Fessler wieder in Bisingen-Hohenzollern. Zum ersten Male in seiner Karriere meldete er mit seinem Erfolgspferd Carlail für den Großen Preis, das als Springen Klasse S*** ausgeschrieben war. Das Ergebnis konnte sich mit dem sechsten Platz sehen lassen. Diese gute Platzierung zeigt auch, dass sich Fessler auf dem sportlich richtigen Weg befindet. Erfolge und hohe Platzierungen sichert der Wallach seinem Reiter bis heute bei vielen Turnieren. Die Zahl der Erfolge in Klasse S* ist schon beeindruckend, aber ein bestimmter Erfolg für das Goldene Reitabzeichen musste noch her, erklärt der Reiter gegenüber dem PRESSEDIENST: "Die Regeln verlangen bei zehn Siegen mindestens einen in Klasse S**. Als ich im August 2017 in Ellwangen-Killingen an den Start ging, hatte ich zwar ein gutes Gefühl, wie immer mit Carlail, aber bei der Konkurrenz konnte ich ja nicht von vorneherein mit einem Sieg rechnen. Ich habe mich aber auf mein Pferd verlassen und am Ende standen wir als Gewinner der Siegerrunde fest. Auch das ist ein glücklicher Moment gewesen!" erinnert sich der Reiter.

Damit ist das Goldene Reitabzeichen für Thomas Fessler komplett. Die feierliche Verleihung dieser hohen Ehre wird beim Reitturnier in Bad Schussenried am 26. Mai 2018 erfolgen. Dabei ist das Wort "Verleihung" richtig gewählt. Während zahllose Reitabzeichen und Qualifikationen über Lehrgänge erlangt werden können, wird das "Goldene Reitabzeichen" verliehen und zwar von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung – nur für eine vorgegebene Zahl reiterlicher Erfolge. Ideal sind neun Siege in Klasse S* plus einem Sieg in Klasse S**. Allerdings können auch hohe Platzierungen und Siege in Klasse S*** einbezogen werden, wie zum Beispiel der sechste Platz von Bisingen-Hohenzollern. Diese Gedanken haben Thomas Fessler keine schlaflosen Nächte bereitet, aber er freut sich herzlich über jeden Erfolg seiner Pferde.

Erfolg in der Reiterei ist ein mühsames Geschäft. Man braucht Zeit und Geduld, eine gute Ausbildung, gute Pferde und eine gesundes Maß an Ehrgeiz. Über seine Fähigkeiten gefragt, antwortet Thomas Fessler eher zurückhaltend: "Es gehört zum Reiten durchaus ein gewisses Talent aber vor allem auch die Fähigkeit, Harmonie zwischen mir und meinen Pferden herzustellen. Mein Ehrgeiz ist auch da – vielleicht manchmal auch zu ausgeprägt." Selbstkritisch zu sein gehört ebenso zum Turnierreiter wie gute Pferde. Aber wenn man sich nicht selbst im Griff hat, kann vieles schief gehen. "Und das geht zu Lasten der Pferde, was ich unbedingt vermeiden möchte", betont Fessler.

Wie kam er denn zum Reiten, will der Chronist wissen? "Seit ich laufen kann, reite ich!" sagt Thomas Fessler nicht ohne Stolz. Mit acht Jahren startete er zum ersten Male bei einem Turnier und "mit zehn ritt ich mein erstes Springturnier". In den Anfangsjahren bekam er von Anja Walz aus Wattenweiler den ersten Schliff. Später erhielt er Unterricht von Volker Ernst aus Eberhardzell. "Uwe Carstensen aus Riedheim war eines meiner Vorbilder", erzählt Fessler. "Er hat mir das Springreiten richtig beigebracht und war lange Zeit mein Mentor. Meine Erfolge und besonders das Goldene Reitabzeichen gehören also nicht nur mir, auch meine Ausbilder haben ihren Teil dazu beigetragen!" Das Reiten hat natürlich das private und berufliche Leben geprägt, sagt Fessler. "Durch die Reiterei fand ich viele Freunde und weil ich Turniere deutschlandweit besuche, komme ich viel herum. Beruflich macht sich mein Bekanntheitsgrad positiv bemerkbar und meine Reiterei wird sogar von meinen Kunden wahrgenommen. "Erst kürzlich bekam ich etliche Glückwünsche aus der Kundschaft wegen des Goldenen Reitabzeichens."

Sein Verhältnis zu den Pferden beschreibt Thomas Fessler abschließend so: "Die Harmonie zwischen Reiter und Pferd muss stimmen. Sonst scheitert man – auf Kosten der Pferde! Je besser also das Verhältnis zu den Pferden ist, desto mehr kann man mit Erfolg rechnen. Dazu kommt, dass jedes Pferd seinen eigenen Charakter hat, seine speziellen Eigenschaften. Die muss ich herausfinden und darauf eingehen. So macht Reiten Freude und glücklich zugleich." Freude wird Thomas Fessler denn auch in Bad Schussenried empfinden, wenn er das Goldene Reitabzeichen am Revers tragen darf. Martin Stellberger