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Gesamtbetriebliche Biodiversitätsberatung -Eine Ergänzung zum Thema- PD 12/2017
Gesamtbetriebliche Biodiversitätsberatung
-Eine Ergänzung zum Thema-

Stuttgart.
Das könnte auch für Betreiber von Pferdepensionen interessant sein, zumal sie ja in der Regel auch als „Landwirtschaft“ laufen: Das Land Baden-Württemberg unterstützt Landwirts-familien bei der Erhaltung der biologischen Vielfalt und der Offenhaltung der Kulturlandschaft durch das Angebot einer Gesamtbetrieblichen Biodiversitätsberatung. Das dürfte nicht nur reine Landwirtschaftsbetriebe interessieren sondern auch Betriebe, die sich inzwischen auf die Pferdehaltung umgestellt haben. Deshalb hier auszugsweise einige Anmerkungen über die Beratungsmöglichkeiten zur Biodiversitätsberatung:

Maßnahmen- und Entwicklungsplan Ländlicher Raum Baden-Württemberg
Seit 2015 werden allen landwirtschaftlichen Betrieben zu 100 % geförderte Beratungsmodule zur Gesamtbetrieblichen Biodiversitätsberatung nach dem Förderprogramm „Beratung landwirtschaft-licher Betriebe“ im Rahmen des Maßnahmen- und Entwicklungsplans Ländlicher Raum Baden-Württemberg 2014-2020 (MEPL III) angeboten. Im Zuge des von der Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume (LEL) und der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) betreuten Modellvorhabens „Gesamtbetriebliche Beratung zur biologischen Vielfalt der Kulturlandschaft“ (2010-2012) haben Beraterteams in verschiedenen Regionen Baden-Württembergs Beratungen durchgeführt.

Die daraus gewonnenen Erkenntnisse und Praxiserfahrungen sind im Beratungsleitfaden für die Gesamt-betriebliche Biodiversitätsberatung zusammengefasst. In einer kombinierten ökologischen und ökonomischen Beratung werden für die Landwirtsfamilien entsprechend ihrer betriebs-individuellen Gegebenheiten folgende Punkte angesprochen: Integration von Naturschutz-maßnahmen in den Betrieb, Betriebsstrukturen und Flächenmanagement, Perspektiven für die betriebliche Zukunft, Investitionen, Kooperationen, Inanspruchnahme von Fördermaßnahmen.

Ziel dieser Beratungsleistungen ist es, Betriebe in die Lage zu versetzen, betriebswirtschaftlich rentabel z.B. Landschaften mit einem hohen Naturschutz- und Erholungswert durch landwirtschaftliche Nutzung offen zu halten, eine angepasste Nutzung zur Erhaltung von Natura 2000-Grünland und weiterem wertvollem Grünland fortzuführen oder wieder zu erlangen, mehr Lebensräume für wildlebende Tier- und Pflanzenarten in der Feld-flur zu schaffen, v.a. in Regionen intensiver Landbewirtschaftung. Näheres gibt es unter diesem Link:
(Der Leitfaden (pdf Datei) Maßnahmenkatalog Artenvielfalt (pdf Datei))

Förderung der Artenvielfalt
Im Maßnahmenkatalog Artenvielfalt werden Möglichkeiten zum Erhalt und zur Förderung der Artenvielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen beschrieben und zur Anwendung vorgeschlagen. Sie sind grundsätzlich überall anwendbar und sollen die Artenvielfalt fördern. Für naturschutzfachlich besonders schützenswerte Pflanzen und Tiere können auch spezielle Maßnahmen erforderlich sein. Diese sind in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde zu gestalten und anzuwenden.

Auf Veränderung der Landwirtschaft reagieren
Durch technische, wirtschaftliche, strukturelle und rechtliche Entwicklungen der letzten Jahrzehnte hat sich die Landwirtschaft stark verändert: Schlaggrößen haben zugenommen, die Fruchtfolgen sind enger. Gleich-zeitig werden ertragsschwache und schwierig zu bewirtschaftende Flächen nicht mehr genutzt oder sind zu Wald geworden. Beide Entwicklungen, Intensivierung und Nutzungsaufgabe, bedrohen die Biodiversität - die Vielfalt an Tieren, Pflanzen und Lebensräumen. Die baden-württembergischen Agrarumweltmaßnahmen wie das Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT) als Nachfolgeprogramm für den Marktentlastungs- und Kulturlandschaftsausgleich (MEKA) und die Landschaftspflegerichtlinie (LPR) setzen hier an und unterstützen die Erhaltung und die Entwicklung von biologischer Vielfalt in der Kulturlandschaft.

Darüber hinaus besteht Handlungsbedarf, um Bauernfamilien nicht mit der Frage allein zu lassen, wie sie die Artenvielfalt auf ihren Flächen fördern und gleichzeitig ihren Betrieb wettbewerbsfähig gestalten können. Hier soll die Gesamtbetriebliche Biodiversitätsberatung ansetzen. Ihr Ziel ist es, gemeinsam betriebsindividuelle und innovative Lösungen zu entwickeln und diese in einem betriebsindividuellen Maßnahmenplan der Landwirtsfamilie anschaulich darzulegen.

Quelle:
http://www.lel-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Unsere+Themen/Gesamtbetriebliche+Biodiversitaetsberatung


Link: www.lel-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Unsere+Themen/Gesamtbetriebliche+Biodiversitaetsberatung