Startseite
Kontakt
Karl-Heinz Streng wird 60 ! PD 12/2001
MOSBACH. Karl-Heinz Streng feiert am Montag (3. Dezember) seinen 60. Geburtstag. Da wird es ungezählte Gruß- und Dankadressen geben, Glückwünsche zuhauf. Viele kommen aus der Welt der Reiter. Und wenn die Menschen, die ihm gratulieren, an seine Arbeit mit jungen Reitern und deren Pferde denken, dann kann man eigentlich als Außenstehender nur staunen. Erfolgreich ist dabei ein Wort, das eigentlich nicht richtig trifft, was Reitmeister Karl-Heinz Streng für den Pferdesport in Baden-Württemberg geleistet hat: Vier Goldmedaillen heimsten seine Reiter bei Deutschen Jugendmeisterschaften ein: 1995, 1998,1999, 2000. Jedes Mal war ein anderer Reiter siegreich. Zuerst Carsten Lahm aus Freinsheim, der für Mosbach startete, dann Caroline Müller, Rottweil, Sven Schlüsselburg, Nürtingen, und schließlich Paul Hofmann, Mannheim. Julia Rode aus Lahr gewann in diesem Jahr Silber.

Karl-Heinz Streng gilt als geradliniger Trainer, der die Messlatte für die Reiter sehr hoch ansetzt, den Erfolg überregional sucht, um Vergleiche mit anderen Bundesländern zu bestehen. Dass er da manchmal auch harte Entscheidungen treffen muss bezüglich der Auswahl der Reiter, gehört dazu. Widerstand nimmt er wahr, steht aber zu seinen Einschätzungen. Diese Wesensart bringt ihm Respekt und den Ruf eines guten Ausbilders ein, zu dem so mancher junge Pferdefreund aufschaut und sich ausbilden lässt. Aus dem Mosbacher Reitbetrieb des Reitmeisters kommen immer wieder auch "Azubis", die bei Landes- und Bundesberufswettkämpfen zu beeindrucken wissen.

Streng organisiert seit Jahren in Mosbach hochkarätige, zum Teil international ausgeschriebene Jugendturniere, die seinen und den Schülern anderer Trainer sowie den Mitgliedern der Landeskader immer eine Standortbestimmung ermöglichen. Den älteren Reitern, vor allem den Berufskollegen, lässt Streng ebenfalls seine Förderung zukommen. So stieg die Zahl der Reiter aus Baden-Württemberg, die im Ausland starten dürfen, in den letzten Jahren beständig. Dass seine jungen Reiter in diesem Jahr nicht so erfolgreich waren, wie "gewohnt", hat ihn weniger geschmerzt als die Kritik, die er sich anhören musste. Manchmal kommen dann auch Leute aus der Deckung, die nur sich selbst sehen, vieles besser wissen wollen und einem "altgedienten Fahrensmann" durch die Hintertür in die Parade fahren. Da braucht es dann schon Standfestigkeit.

Geboren wurde Karl-Heinz Streng in der Nähe von Halberstadt. Nach einer kaufmännischen Lehre stellte sich Streng der Bereiterprüfung und wurde 1978 Berufsreitlehrer. Sein Rüstzeug dafür hatte er sich zum Beispiel bei Udo Nesch in Dortmund und bei Heinrich Boldt, Gütersloh, dem Vater des früheren Bundestrainers Harry Boldt, erarbeitet. 1989 legte er zusammen mit Jean Bemelmans die Reitmeisterprüfung ab. Über verschiedene Stationen war Streng schon 1976 nach Baden-Württemberg gekommen, arbeitete in Mosbach und dann in Mannheim. 1982 baute sich Streng in Mosbach einen eigenen Reitstall auf. 1992 übernahm er das Amt des Landestrainers der Springreiter von Wolf-Dietrich Huck, Riederich, der 14 Jahre lang die Geschicke der Reiter lenkte. Erfahrung für das Amt brachte Streng mit, weil er bereits 12 Jahre Regionaltrainer in Nordbaden war. Karl-Heinz Streng ist verheiratet und hat mit seiner Frau Christa zwei Kinder. Als aktiver Reiter stand Streng seinen Schülern in nichts nach. Er siegte zu seiner Zeit bis Klasse S. Auch in der Dressur war er in "S" hoch platziert. Es ist indes nicht alltäglich, dass ein Springreiter in der Dressur in gleichem Maße erfolgreich reitet. Reitmeister Streng führt dies auf seine "duale Ausbildung" bei Boldt und Nesch zurück. Selbstverständlich ist er Inhaber des Goldenen Reiterabzeichens. Streng, der als Hobby gerne mit Frau Christa wandert, wenn die Zeit es zulässt, hatte sich in der Vergangenheit auch für die FN auf internationalem Reiterparkett bewegt. So war er z. B. in Taiwan tätig, um die dortige Mannschaft zu betreuen, die dann in Seoul, Korea, 1990 in der Dressur und im Springen angetreten war.
Martin Stellberger