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Volker Tobias Knodel – endlich das Fahrabzeichen in Gold PD 10./2010
Volker Tobias Knodel – endlich das Fahrabzeichen in Gold

Karlsbad/Bad Schussenried.
Das Fahrturnier von Bad Schussenried Ende September sollte diesmal nicht nur den erfolgreichen Fahrern aus den verschiedenen Parcours und Wettbewerben zu Ehrenplätzen verhelfen. Diesmal ging es auch um eine ganz besondere Auszeichnung: Das Goldene Fahrabzeichen wurde in feierlichem Rahmen an den Karlsbader Vierspännerfahrer Volker Tobias Knodel verliehen. Das „Goldene“ ist eine ganz besondere Auszeichnung, denn sie ist die höchste Ehrung im Pferdesport, respektive im Fahrsport, die ein Sportler außerhalb von Championaten und Meisterschaften bekommen kann. Das Goldene Fahrabzeichen musste sich auch Volker Tobias Knodel verdienen oder besser, „erfahren“. Er kann es nicht durch Lehrgänge erwerben sondern durch Erfolge. Das Fahrabzeichen wird einmalig im Leben eines Sportlers verliehen. Die Botschaft hinter dem Edelmetall? Sein Träger musste sich über viele Jahre im Turniersport bewähren und viele herausragende Siege und Spitzenplatzierungen erringen, allesamt natürlich in der schweren Klasse. Um dort zu bestehen, musste sich auch Volker Tobias Knodel durchbeißen.

Heuer hat es Volker Tobias Knodel geschafft! Beim traditionsreichen Fahrturnier in Bad Schussenried wird er den Turnierplatz mit dem „Goldenen“ am Revers verlassen. Jedoch – dieser schöne Erfolg ist nicht allein sein Verdienst. Vielmehr nimmt er die Ehrung auch für seine Helfer und Freunde entgegen, die ein erfolgreicher Fahrer wie er braucht, um auf Turnieren überhaupt zu bestehen. In erster Linie steht da seine Frau Corinna Knodel-Rupp. „Sie ist meine Beifahrerin in allen Disziplinen, die ich im Fahrsport bestreite“, erzählt Knodel mit Stolz und Dankbarkeit. Diese wiederum sagt über ihren fahrsportverrückten Ehemann: „Volker hat ein feines Gespür für schwierige Pferde und er ist recht ehrgeizig, was zusammen als Stärke zu sehen ist, denn damit gleicht er fehlende finanzielle Möglichkeiten in diesem teuren Sport aus. Er macht also ‚aus der Not eine Tugend’ und schafft es sogar, Pferde zu zuverlässigen Partnern auszubilden, die von anderen als ‚unreitbar’ oder ‚unfahrbar’ aufgegeben werden. Dazu kommt, dass sein Bruder Gernot ebenfalls Pferde züchtet, die Knodel ins Gespann nehmen kann.“ Die Voraussetzungen für den sportlichen Erfolg sind also mit viel Fleiß und Schweiß verbunden, was man an Volker Tobias Knodel und seiner Familie sehen kann. Zusammenhalt ist wichtig.

Sportlich gesehen ist die Laufbahn Knodels als Gespannfahrer nicht eben typisch für einen Mann. Denn er hatte bereits als Kind in den Shettys Lotte und Davos seine „Zündfunken“. Diese beiden Pferdchen waren die Auslöser. Mit 14 Jahren fuhr Knodel schon vierspännig mit Shettys, zwei Jahre später steuerte er Gespanne mit acht Shettys. Als Volker Tobias Knodel dann voll-jährig wurde, spannte er Pferde vor seine Kutschen und fuhr mit ihnen vierspännig. Gleich beim ersten Start in Klasse S war er dann platziert. Um sein Können stetig zu verfeinern und auszubauen, nahm er Lehrgänge wahr bei den ehemaligen Landestrainern Felix Auracher aus Lauchheim-Hülen und Erwin Somogyi aus Engen am Bodensee. Das genügte jedoch Knodels Ehrgeiz nicht. „Ich kenne eigentlich nur eines: Fahren, fahren, fahren...“ sagte er dem PRESSEDIENST. „Deshalb habe ich auch meine Trainerausbildung unter anderem bei Dieter Groß in Marbach gemacht. Hansjörg Hammann aus Niederstotzingen hat mir viel beigebracht und auch Albert Meier aus Eichstetten habe ich viel für meine Entwicklung zu verdanken.“ Bisher gab es auch tolle Erfolge für den leidenschaftlichen Fahrer: dreimal, 2005, 2006 und 2008 gewann er bei den Landesmeisterschaften die Bronzemedaille und im letzten Jahr wurde er gar Baden-Württembergischer Meister! „Dieser Titel bedeutet mir besonders viel“, erzählt Knodel. „Er ist eine Belohnung für unsere gemeinsamen Bemühungen, für unsere Ausdauer und Geduld mit den Pferden.“

Welche Facetten gibt es noch an Volker Tobias Knodel? Der 1973 geborene Karlsruher ist gelernter Papiermacher, hat 1996 das Fachabitur gemacht und ist heute als Fahrschullehrer für alle Klassen tätig. Das Fahren liegt ihm also auch mit Bezingemisch im Blut. Mit seiner Frau Corinna hat er einen neunjährigen Sohn Román, der wohl die Fahrerei „ohne Bremse“ miterlebt und vielleicht in die Spuren des Vaters „rollt“. Mit den Pferden wurde Knodel 1999 in Marbach zum Fahrlehrer FN ausgebildet und absolvierte 2003 in Dillenburg den Schein zum Trainer A (DOSB).

„Ich bin aber nicht allein auf den Fahrsport fixiert“, betont Knodel. „Ich fahre Hochzeiten, zeige gerne zehnspännige Schaunummern bei Veranstaltungen und auch Umzüge gehören zu meinen Hobbys.“ Selbst am Filmset fühlt sich Knodel mit seinen Pferdegespannen am rechten Platz und wurde einem breiteren Publikum in der Serie „Die Fallers“ bekannt; er wirkte mit im Film „Vision – das Leben der Hildegard von Bingen“ und im Fernsehfilm „Dornröschen“. Zur Zeit ist er an einem Projekt für das Autohaus mit dem Stern beteiligt. „Dass ich Fahrkurse gebe, ist selbstverständlich. Wer Interesse hat, darf sich bei mir melden und eine grundsolide Ausbildung absolvieren“, meint Knodel aufgeschlossen. „Und wenn es nötig ist, kümmere ich mich auch um Jugendliche, die oft gerade im Umgang mit Pferden eine positive Entwicklung durchmachen“, erzählt der Pferdemann. Manchmal scheint er aber doch ein wenig zu aktiv zu sein. Denn Corinna Knodel sagt über ihren Mann: „Oft ist Volker zu gutmütig und kann kaum nein sagen. Seine Hilfsbereitschaft ist so ungebremst, dass manchmal die Familie zu kurz kommt.“ Gleichwohl ist sie mit ihrem Mann und seinem Sport so verwachsen, dass sie sich einfach nur mitfreuen kann über seine Erfolge, an denen sie großen Anteil hat. So wurde wohl die Ehrung beim Fahrturnier in Bad Schussenried Ende September auch zu einem Familienfest. Seine Sportkollegen hatten sich dabei dazu gesellt und feierten mit, denn das Goldene Fahrabzeichen ist für viele immer noch ein Ziel. Volker Tobias Knodel hat es jetzt schon erreicht.
Martin Stellberger