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Tina Deuerers Traumziel: Goldenes Reiterabzeichen PD 11/2010
Tina Deuerers Traumziel: Goldenes Reiterabzeichen

Bretten.
„Seit ich mit Pferden zu tun habe, wünschte ich mir: Nur einmal ein S-Springen reiten!“ Aus diesem Wunsch nach „einem“ S-Springen sind viele Starts in der schweren Klasse geworden. Tina Deuerer, gebürtige Heidelbergerin – oder sollte man besser sagen Eppelheimerin – und heute in Bretten zu Hause, geht im Reitsport auf. Schon als Kind faszinierten sie die Pferde und so lag es nahe, im Heimatverein Eppelheim Voltigiererin zu werden. Sechs Jahre alt war sie damals. Ihre Eltern, die mit Pferden bis dahin wenig zu tun hatten, unterstützten ihre Tochter immer weiter und weiter, bis sie dem Drängen des Mädchens nachgaben und 1988 das erste eigene Pferd anschafften. Das fiel vielleicht insofern leichter als anderen Eltern, weil doch ein wenig „Stallgeruch“ im Umfeld der Familie zu verspüren war: Großvater Peter Heidt – Tina Deuerer hatte ihn allerdings nicht mehr kennen gelernt - war Reitlehrer im Reitverein Eppelheim. Auf jeden Fall hatte Tina Deuerer den Pferdevirus in sich und ritt im Laufe ihres jungen Lebens fleißig Springen bis Klasse M**. Erst seit dreieinhalb Jahren hat sie auch S-Springen in ihre Turnierplanung aufgenommen. Auch da hat sie kräftige Schützenhilfe bekommen – von ihrem reitsportbegeisterten Ehemann Hans-Jürgen Deuerer. Der hatte als Junior einmal mit der deutschen Mannschaft die Bronzemedaille bei einer Europameisterschaft gewonnen. Heute ist er ihr wichtigster Trainer und Motivator. „Du kannst das!“ hatte er seiner Frau zugesprochen, als sie sich Gedanken darüber machte, Starts bei S-Springen zu wagen. Zwischendurch suchte sich die Reiterin Rat und Schulung auch bei Dirk Hafemeister aus Hanau, der zum Training nach Bretten kommt. Auch die Unterstützung ihres Schwiegervaters Helmut Deuerer ist ihr sicher, weil er verlockende Angebote für die Pferde ablehnt und so „ein wichtiger Förderer meines Sports ist“, sagt Tina Deuerer dankbar.

Fragt man Tina Deuerer nach ihren Stärken den Sport betreffend, meint sie: „Ich kann mich gut konzentrieren und kenne meine Pferde sehr gut. Ich kann mich gut einfühlen und arbeite in aller Ruhe mit meinen Pferden Centara, Cariva, Quinto und Quadriga. Das bringt uns weiter.“ Ihre bisherige Laufbahn in Erfolgen zu zählen, macht das Jahr 2010 zum erfolgreichsten: Siegerin bei der Landesmeisterschaft in Schutterwald mit Gold bei den Damen; vierter Platz bei der Deutschen Meisterschaft der Springreiterinnen in Münster, Sieg bei den Nordbadischen Meisterschaften. Seit 2008 gelangen ihr von Weilheim bis Walldorf, von Bissingen-Hohenzollern bis Aach stolze Siege und Platzierungen, genügend, um an das Goldene Reitabzeichen zu denken. „Mein Start beim Hallenchampionat in Stuttgart im November wird bestimmt ein tolles Erlebnis“, freut sich die Reiterin, die heute für den Reitclub Bretten startet. In Stuttgart wird ihr dann am 17. November das lang ersehnte Goldene Reiterabzeichen verliehen. Dieses Ziel zu erreichen, dafür arbeitet Tina Deuerer fleißig, so dass ihr neben Mann und Söhnchen Philipp wenig Zeit für anderes bleibt.

Tina Deuerer ist gelernte Schriftsetzerin, lebt heute in Bretten, wo ihr Mann als Geschäftsführer zusammen mit seinem Vater für das Familienunternehmen „Tiernahrung Deuerer“ tätig ist. Ihrem Mann schreibt die Reiterin den größten Anteil an ihrem sportlichen Erfolg zu und das klingt aus Tina Deuerers Mund dann wie ein großes Kompliment für ihren Mann: „Ob zu Hause, bei der Arbeit mit unseren Pferden oder auf Turnieren – wir besprechen alles. Er steht mir immer zur Seite und glaubt an mich. Ich wäre dieses Jahr sicher nicht nach Münster gefahren, wenn er mir nicht dazu geraten, mich ermuntert hätte.“ Weil beide Eheleute so viel für Pferde übrig haben, freuen sie sich auch gemeinsam über den Werdegang ihrer Pferde. Tina Deuerer erzählt: „Bisher haben wir jedes unserer Turnier-pferde jung in den Stall bekommen und selbst ausgebildet. Da wird es klar, dass wir beide viel Liebe und Herzblut in die Reiterei stecken. Über unsere Erfolge freuen wir uns dann gemeinsam umso mehr.“ Wer dazu dann noch sagen kann „die komplette Familie steht hinter uns, alle zusammen sind wir ein super Team“, den muss man wohl als glücklichen Pferdemenschen bezeichnen. Dazu passt das Goldene Reiterabzeichen nicht als Ende einer Laufbahn, sondern als Belohnung für gute Leistung eines guten Teams und als Ansporn fürs Weitermachen. Martin Stellberger