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Stefan Tröster: Freude schöner Götterfunke … PD 8/2010
Stefan Tröster: Freude schöner Götterfunke …

Pfullingen.
Wenn ein Pferd auf den Namen Götterfunke hört, so ist das meist Sache des Züchters. Aber das dürfte Stefan Tröster aus Pfullingern herzlich egal sein, Hauptsache der Götterfunke springt über alle Hindernisse, die sich ihm in den Weg stellen. Tatsächlich gelingt es dem 31 Jahre alten Reiter, seinen Götterfunken seit Jahren bei Laune und erfolgreich zu halten. Das geht schon seit 2001 so, wo das Paar in Königsbronn-Zang seinen ersten Sieg in Klasse S errang. Ein Jahr später gab es in Weingarten/Baden einen S-Sieg, den Stefan Tröster auch prompt 2003 an gleicher Stelle wiederholte. Bis 2005 purzelten die Siege in Klasse S nur so auf das Konto des Reiters, in Waghäusel sogar der obligatorische Sieg in einem Springen der Klasse S**. Danach gab es eine Pause beim S-Siegen. 2009 und 2010 war die „Durststrecke“ überwunden und es folgten Siege in Schwieberdingen und Neckartailfingen. Wenn bis Redaktionsschluss nicht noch ein weiterer Sieg dazu kommt, stehen derzeit zwölf Erfolge auf der Liste, dazu kommen noch mindestens acht vordere Platzierungen. Alles zusammen reicht locker für eine besondere Ehrung: Reiter wie Stefan Tröster können nur einmal im Leben das Goldene Reiterabzeichen erringen, denn das wird aufgrund vorgeschriebener Erfolge einmalig verliehen. Diese Ehrung erfuhr der Pfullinger Reiter bei seinem Heimatturnier am 31. Juli 2010.

Der gelernte Industriemechaniker und heutige Qualitätsmanager hat offenbar die Eigenschaften seines Berufes auch auf den Umgang mit seinem Pferd übertragen. Selten nur schafft es ein Reiter, mit nur einem Pferd im Stall so lange hocherfolgreich zu sein. Da muss die Chemie zwischen Reiter und Pferd stimmen! Die Leidenschaft für Pferde ist Stefan Tröster indes von seinen Eltern in die Wiege gelegt worden, ist der Vater Georg Tröster doch Hufschmied von Beruf und hat selbst Turniere geritten in Dressur, Springen und Vielseitigkeit. Stefan Trösters Mutter Ursel ist ebenfalls sportlich veranlagt, einst als Schwimmerin bei Deutschen Junioren-Meisterschaften. Das Interesse an Pferden teilt sie mit ihren „Männern“. So ist es nicht verwunderlich, dass der Sohn schon mit acht Jahren im Sattel saß. Viel hat er seither von seinem Vater gelernt, aber auch der Unterricht bei Dietmar und Herbert Näher aus Reutlingen und Ewald Güss aus Villingendorf brachte Stefan Tröster auf die Erfolgsstraße.

Wie so oft bei Reitern mit Erfolg spielt eine gewisse Nervenstärke eine große Rolle, die Stefan Tröster offensichtlich bei Turnieren auszeichnet. „Ich nehme schnell die Tipps und Hilfen der erfahrenen Ausbilder auf und kann sie recht schnell umsetzen“, sagt Tröster über sich. „Und manchmal bin ich etwas ungeduldig!“ Gleichwohl kann Stefan Tröster als Jugendlicher schon Erfolge vorweisen, viermal als Junior bei Kreismeisterschaften. Bei den Landesmeisterschaften startete er ebenfalls als Junior und Junger Reiter und kam sogar 2000 zur Bronzemedaille. Dass seine Ausbildung nicht nur auf das Springen konzentriert war, zeigt sich an seiner Meisterschafts-Teilnahme als Junior in der Dressur. Sein inzwischen 19 Jahre alter Hannoveraner Wallach Götterfunke scheint außerdem keine Grenzen zu kennen. Stefan Tröster berichtet dem PRESSEDIENST gegenüber von sieben Siegen bei Mächtigkeits-springen, bei denen es bis zu 2,25 Meter zu überwinden galt. Das Pferd hatte er einstmals als Vierjährigen über eine Auktion gekauft. Wer einen solchen Götterfunken besitzt, der ist eigentlich nur glücklich zu schätzen. Das Gefühl des Erfolges wird sich noch einmal vertiefen bei der Ehrung während des Pfullinger Turniers. Ein solches Pferd wird es für den Reiter nicht noch einmal geben. Martin Stellberger