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Störungen angemahnt: Landesjagdverband fordert mehr Rücksicht PD 5/2010
Störungen angemahnt: Landesjagdverband fordert mehr Rücksicht

Heidenheim.
In seinem Pressedienst vom 17. April 2010 macht der Landesjagdverband Baden-Württemberg auf die zunehmende Störung der Wildtiere aufmerksam. Durch die starke Inanspruchnahme des Waldes und auch der offenen Landschaft als Freizeit-, Sport- und Erholungsraum, komme es immer wieder zu Interessenkonflikten. Unter anderem bewegen sich Wanderer, Jogger, Reiter, Mountainbiker, Spaziergänger mit Hunden und neuerdings auch Segway-Fahrer und moderne Schatzsucher mit GPS-Geräten beim Geocaching im Wald. Grund genug für den Landesjagdverband darauf hinzuweisen, dass all diese Aktivitäten besonders abseits der Wege und bei Nacht die Lebensräume des Wildes belasten und das Wild beunruhigen. Während das Wild beim Nahen von Reitern in Ruhe ausweicht, weil der Geruch des Pferdes den des Menschen überlagert, flüchtet Wild vor sich nähernde Menschen und besonders vor Hunden. Nicht selten enden solche panikartigen Fluchten in Zäunen, in denen sich die Wildtiere schwer verletzen können oder auch vor dem nächsten Auto. Für Reiter gilt im übrigen ein generelles Wegegebot.

Ein generelles Leinengebot für Hunde während der Brut-, Setz- und Aufzuchtszeit der Wildtiere im Wald und in der offenen Landschaft, so die Forderung des Landesjagdverbandes, wäre durch den Fußgänger noch zu bewerkstelligen. Beim Ausritt ist das wegen der Unfallgefahr für Hund, Pferd und Reiter nicht ohne weiteres möglich. Da Hunde ihren angeborenen Beutetrieb oft schwer unterdrücken können, ist es für den Reiter um so wichtiger, seinen Hund als „Reitbegleithund“ auszubilden oder ausbilden zu lassen. Dieser bleibt verlässlich und kontrolliert beim Pferd und somit im Einwirkungsbereich des Reiters. Das schreibt das Landesjagdgesetz auch vor. Ansonsten empfiehlt es sich, zuerst einen erholsamen Ausritt zu zweit oder in der Gruppe zu unternehmen, um danach dann seinem Hund die nötige Bewegung zu verschaffen.

Segway, ein Roller auf zwei Rädern mit Elektromotor, kommt ursprünglich aus den USA, war hierzulande zunächst verboten und wird nun mittlerweile sogar von der Polizei für den Einsatz getestet. Nicht nur für das Wild ist das plötzliche Auftauchen des fast geräuschlosen Segway oftmals Grund genug, sein Heil in der Flucht zu suchen. Auch für Pferde sind plötzlich ein von hinten überraschend auftauchender Jogger oder ein sich schnell näherndes Fahrzeug, wie z. B. Segway, Moped, Mountainbike oder Fahrrad, Anlass zum Scheuen oder schlimmstenfalls zum Durchgehen. Für alle Beteiligten ist das eine gefährliche Situation. Ganz ohne Regeln und gegenseitige Rücksichtnahme geht es nicht, damit jeder seinem Hobby, seiner Passion oder seinem Auftrag nachgehen und Entspannung finden kann.
Übungsleiter Aktuel, Rolf Berndt