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Holger Schulze - ein Profi trägt Gold am Revers PD 10/2001
NELLINGEN. Wenn ein Reiter so viele Erfolge errungen hat, dass er mit dem Goldenen Reiterabzeichen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung ausgezeichnet wird, dann heißt das auch: Die Arbeit vieler Jahre wird gewürdigt. Holger Schulze aus Nellingen hat die Voraussetzungen für diese hohe Auszeichnung geschafft. Achtmal war er mit seinem Pferd Fidelio und zweimal mit Frontera siegreich. Zehn Siege in Dressurwettbewerben der Klasse S muss ein Dressurreiter aufweisen, um das "Goldene" zu bekommen. Das gelang Holger Schulze innerhalb von zweieinhalb Jahren bei Turnieren im ganzen Land, von Ludwigsburg bis Albführen, von Aulendorf bis Bretten.

Wer ist Holger Schulze? Er lebt seit vielen Jahren in Nellingen bei Laichingen auf der Schwäbischen Alb und betreibt hier einen Ausbildungsstall. Der 43-jährige Pferdewirtschaftsmeister ist verheiratet und hat mit seiner Frau Catrin drei Kinder, Hendrik, Isabel und Philip. Er liebt Sport an sich, aber für die Reiterei schlägt eben sein Herz am stärksten. Dafür gibt er alles und fördert auch seine Schüler, mit denen er gerne auf Bundesebene erfolgreich sein will. Seit 13 Jahren ist er Ausbilder und hat selbst viel gelernt bei George Theodorescu und Harry Boldt, zwei der bedeutendsten Ausbilder der Welt. Wie kam Holger Schulze überhaupt zur Reiterei? 1970 fing alles an. Der Sportbegeisterte fand Freude am Modernen Fünfkampf - und bei der Reiterei blieb er "hängen". Heute bildet er nicht nur Schüler aus. Auch Pferde sollen bei ihm zur Grand Prix-Reife geführt werden, wie seine beiden Stars Frontera und eben Fidelio, mit dem er vor kurzem in Waiblingen den Grand Prix Special gewonnen hat. Fragt man Holger Schulze nach seinen Eigenschaften, so beschreibt er sich als zielstrebig und konsequent. "Ich bin oft hart zu mir selbst und auch zu meinen Schülern, allerdings im positiven Sinne. Es muss gerecht zugehen und vor allem fair gegenüber Schülern und Pferden" sagt Schulze. Er sieht in seinen Pferden Partner, die nur dann Leistung bringen können, wenn man sie fair behandelt. Das ist "bei dem heutigen Leistungsdruck nicht immer einfach" bekennt der Reiter mit kritischem Blick. Holger Schulze freut sich indes über die bevorstehende Aus-Zeichnung. Weil jeder Reiter, der das "Goldene" bekommt, sich das Turnier aussuchen darf, bei dem die Ehrung vorgenommen wird, hat auch Holger Schulze einen Wunsch frei: Er suchte sich Marbach aus, wo vom 9.-10. November 2001 das Marbacher Wochenende stattfindet, ein Termin, der Reiter, Züchter und Pferdeliebhaber zusammenführt und zu dem der Pferdezuchtverband Baden-Württemberg zur Auktion einlädt. Vielleicht findet Holger Schulze bei dieser Gelegenheit dort ein junges Pferd für die Zukunft?
Martin Stellberger