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Tobias Rist erhält in Ravensburg das „Goldene Reiterabzeichen“ PD 3/2010
Tobias Rist erhält in Ravensburg das „Goldene Reiterabzeichen“

Bad Waldsee.
Wenn ein junger Springreiter eine Reihe von Wettkämpfen der schweren Klasse gewonnen hat, darunter Zwei- und Drei-Sterne-Wettbewerbe, und dazu noch eine ganze Serie von besten Platzierungen, dann ist es Zeit, nachzurechnen. Tobias Rist aus Bad Waldsee hat nachgerechnet und kam zu dem Ergebnis: „Das Goldene Reiterabzeichen wäre auch etwas für mich!“ In der Tat, er hat die Voraussetzungen 2009 erfüllt. Allerdings liegt sein erster Sieg in Klasse S schon fünf Jahre zurück. Damals gewann er in Waldachtal mit seiner Stute Samantha, einer 14 Jahre alten Württemberger Stute von Samos/Calypso, sein erstes S-Springen. Allerdings träumte Tobias Rist bestenfalls vom „Goldenen“, denn erst 2008 konnte er so richtig loslegen. Diesmal mit seinem zehnjährigen Geronimo v. Ginus/Tolbert. Er errang mit ihm gleich zwei Siege in Langenau und Remshalden; in Schwaigern gelang ihm mit Samantha der erste Sieg in einem Springen der Klasse S**. Dieser Sieg war einer der wichtigsten auf dem Weg zum Goldenen Reiterabzeichen, denn mindestens ein Zwei-Sterne-Sieg ist Voraussetzung. In der Saison 2009 setzte sich die Siegesserie fort in Bad Schussenried und Waldachtal. Beim landesweit bedeutenden Turnier in Bisingen-Hohenzollern gelang Tobias Rist mit Geronimo sogar ein respektabler Drei-Sterne-Sieg. Weil man ja nicht immer gewinnen kann, darf sich ein junger, aufstrebender Reiter auch über gute Platzierungen freuen. Seit 2008 sicherte sich Tobias Rist vorwiegend mit Geronimo 14 Platzierungen unter den besten Fünf. Hinter einer solchen Bilanz stecken eine Menge Geduld und konzentrierte Arbeit. Ehrgeiz in gesundem Maße gehört natürlich auch dazu, wenn man Erfolg haben will. Tobias Rist beschreibt sich selbst als einen Reiter, der stets ein Gefühl für seine Pferde haben will. „Ohne Einfühlungsvermögen geht im Pferdesport nichts!“ sagt er und weiß, dass er in dieser Hinsicht viel von seinen Eltern gelernt hat. Dr. Georg Rist betreibt mit seiner Frau als Mitinhaberin eine Tierklinik in Bad Waldsee. Daneben ist er auch offizieller FEI-Turniertierarzt. „Mein Vater war das eigentliche Vorbild für meine Reiterei“, erzählt der Sohn. „Als er mit dem Reiten begann, war ich acht Jahre alt und ich ging mit ihm gleich zur Kinderreitstunde in meinem Heimatverein Bad Waldsee.“

Ein Mann, der Tobias Rist auf seinem reiterlichen Weg als Trainer begleitet, ist Uwe Carstensen aus Langenau, der seinerseits 2000 das Goldene Reiterabzeichen erhalten hatte (vergl. PD 5/2000). Carstensen, der erfolgreiche Reiter und Turnierveranstalter, weiß, worauf es ankommt und gibt sein Wissen gerne weiter. Unter seiner Anleitung entwickelte Tobias Rist neben der Reiterei etwas, was wichtig ist im Turniersport: „Es kommt mir auf ein sehr gutes und zielgerichtetes Management an“, sagt der erst 24 Jahre alte Bad Waldseer. Allerdings weiß er auch um seine „Schwächen“, denn er bekennt selbstkritisch, dass er manchmal zu ehrgeizig ist. Andererseits bremst er sich gelegentlich auch selbst aus, „weil ich mir ab und zu zu viele Gedanken mache, statt spontaner zu sein.“

Tobias Rist studiert in Biberach Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Immobilien. Das lässt ihm derzeit noch etwas Spielraum für seine Turnierreiterei und auch für die Teilnahme an „Pflichtterminen“ als Mitglied des Landeskaders, dem er schon als Junior und Junger Reiter angehörte. Aus der Zeit als Junior ist ihm seine Silbermedaille von 2004 eine schöne Erinnerung; in Schutterwald hatte er damals nämlich die Landesmeisterschaft der Junioren bestritten. Zwei andere sportlich wertvolle „Motivations-Starts“ erlebte Tobias Rist im letzten Jahr. Der erste war sein Drei-Sterne-Sieg in Bisingen-Hohenzollern und die Teilnahme am Finale zum Hallenchampionat beim internationalen Stuttgarter Turnier in der Schleyer-Halle. Eine Startgenehmigung für dieses Ereignis ist für viele Reiter im Lande schon allein ein Erlebnis. Tobias Rist setzte allerdings mit seinem fünften Platz noch eins drauf. Es ist eben nicht jedem beschieden, vor solch toller Kulisse wie in Stuttgart reiten zu dürfen.

Hat ein so erfolgreicher junger Mann noch sportliche Ziele oder ist er schon zufrieden? „Auf keinen Fall lehne ich mich zurück oder ruhe mich auf vergangenen Lorbeeren aus. Ich möchte an meine Erfolge anknüpfen und mich in der Landesspitze etablieren!“ sagt Tobias Rist, der damit unterstreicht, wie viel Freude er mit seinen Pferden hat. Ihnen bringt er dann in Ravensburg einen dicken Korb Karotten als Dank und Belohnung. Denn beim CSI-Turnier, das vom 17. bis 21. März 2010 in der Oberschwabenhalle in Ravensburg stattfinden wird, darf Tobias Rist „sein“ Goldenes Reiterabzeichen in Empfang nehmen. Die Turnierleitung wird dem jungen Reiter aus Bad Waldsee bestimmt einen besonders herzlichen Empfang bereiten.
Martin Stellberger