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Stephanie Kiess mit Gold geehrt PD 07/2001
Urbach/Schutterwald. Die Landesmeisterschaft der Dressur- und Springreiter sowie der Voltigierer in Schutterwald (12.-15. Juli 2001) gibt den großen Rahmen ab für eine Ehrung, die gerade für junge Pferdesportler Seltenheitswert besitzt. Bedenkt man auch, wie schwer es ist, im Pferdesport Siege in Klasse S zu erringen, dann kann man das Goldene Reiterabzeichen nicht hoch genug einschätzen: Stephanie Kiess aus Urbach gelang das Künststück. Die gerade 20 Jahre alte Reiterin kann sich bei ihren Erfolgen voll und ganz auf ihr Pferd Mantovani verlassen, mit dem sie 1998 in Ichenheim erstmals eine S-Dressur gewonnen hat. Die Erfolgsreise ging seither über Kirchzarten, Zaisenhausen, Schutterwald, Göppingen zu vielen anderen Dressurturnieren im Lande. In Göppingen gewann die junge Frau auch ihre erste Wertung "St. Georg".

Schon 1997 zeigte sie ihr Können beim Championat der Junioren-Dressurreiter in Schutterwald, wo sie Bronze gewann. 1998 errang sie an gleicher Stelle Silber bei der Lan-desmeisterschaft der Junioren und Bronze bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Salzwedel. 1999 wurde Stephanie Kiess in den Bundes-C-Kader berufen und rechtfertigte diese Auszeichnung mit der Silbermedaille bei der Landesmeisterschaft von Baden-Württemberg und dem dritten Platz bei der Deutschen Jugendmeisterschaft in Würselen. Sie gehört zu den beständigsten jungen Reitern des Landes, die immer wieder mit großem Fleiß ihre reiterlichen Fähigkeiten ausbauen. Ihre Konsequenz im Umgang mit ihren drei Pferden hebt besonders Mutter Gisela hervor: "Steffi ist konsequent aber nie unreiterlich!" Die Mutter gerät ins Erzählen, wenn sie an die Reiterei ihrer Tochter denkt. Angefangen habe alles, als Stephanie drei Jahre alt war: Damals tauschte das Kind den Schnuller gegen ein geschecktes Pony ein - wohl nicht ganz freiwillig. Der Tausch ist der Kleinen damals nicht leichtgefallen, erinnert sich die Mutter und fügt schnell hinzu: "Mit neun hat sie dann im Schwäbisch Gmünder Reitverein "Ziegelhütte Lorch" die Vereinsmeisterschaft der Pony-Jugend und ganz nebenbei auch auf einem Großpferd die Konkurrenz der Erwachsenen gewonnen." Eigentlich wollte Stephanie in der Vielseitigkeit Punkte sammeln. Dass sie schließlich ins Dressurlager kam, habe man dem agilen Pony-Fachbeirat Heinz Bürk aus Bad Wildbad zu "verdanken". Vielleicht hatte der ja auch rechtzeitig erkannt, so die Mutter, dass Stephanie wirklich mehr Talent für die Dressur hatte. Dabei klingt aber auch ein wenig Skepsis durch, denn beim Wort Vielseitigkeit wurde die Mutter noch lebhafter als im übrigen Gespräch.

Stephanie Kiess arbeitet als Industrie-Kauffrau bei einer Urbacher Firma, die ein weltweit bekanntes, alkoholfreies Getränk produziert und vertreibt. Ihre Freizeit gibt sie fast gänzlich der Reiterei hin - konsequent und mit Erfolg. Rudi Brügge aus Schwäbisch Hall und Jürgen Bimmel aus Ilsfeld haben daran ihren großen Anteil. Die beiden Ausbilder sind für die reiterlichen Erfolge ihrer Schüler bekannt. Auch der frühere Landestrainer Dr. Dietrich Plewa aus Germersheim habe sie stark beeinflusst. Seine Lehrgänge hätten sie immer weiter gebracht. Als ihre Stärke im Reiten sieht Stephanie Kiess ihre feine, sensible Einwirkung auf das Pferdemaul und ihre Fürsorge für die Pferde. Und da ähnelt sie wohl auch ihrer Mutter, denn die sagte über ihre eigene Beziehung zu Pferden: "Für mich sind Pferde der absolute Himmel!" Kein Wunder, dass aus dem ersten Pferdchen für Stephanie, einem Steiff-Tier, bald ein Holzpferd wurde und später ein ganz lebendiges, das Heu und Hafer frisst, Montovani heißt und andauernd S-Dressuren gewinnt.
Martin Stellberger