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„Sauberer Pferdesport“ PD 10/2009
„Sauberer Pferdesport“
FN-Präsidium beschloss umfangreiches Maßnahmenpaket

Warendorf (fn-press). Das Präsidium der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) definierte bei einer seiner jüngsten turnusgemäßen Sitzungen in Warendorf ein umfangreiches Maßnahmenpaket für einen sauberen Pferdesport. Damit wurde die nach den Olympischen Spielen auf den Weg gebrachten Aktivitäten intensiviert. FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau sagte dazu: „Ich bin davon überzeugt, dass wir mit diesen Maßnahmen, denen ein umfangreicher Abstimmungsprozess mit unseren Mitgliedsverbänden vorausgegangen ist, den entscheidenden Schritt tun werden.“

Trainings- und Wettkampfkontrollen
Zu den wichtigsten Maßnahmen des Präsidiums zählt die Einführung von Trainingskontrollen, für die der Verband zusätzlich rund 170.000 Euro jährlich veranschlagt hat. „Wir hoffen, dass uns die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) bei der Umsetzung helfen wird. Fest steht aber, dass es ab kommendem Jahr Trainingskontrollen für Pferde in Deutschland geben wird. Damit sind wir international Vorreiter“, sagte der FN-Präsident. Zusätzlich wird die Zahl der Wettkampfkontrollen erhöht und das Kontrollsystem mit Hilfe von geschulten Kontrollteams verbessert.

Verschärfung des Regelwerks
Die Einführung von Trainingskontrollen und Verbesserung von Wettkampfkontrollen sind aber nur einige Maßnahmen eines umfangreichen Pakets, zu denen auch die Unterwerfung der Tierärzte unter das Regelwerk zählt. Ziel ist, Tierärzte bei mitverschuldeten Regelverstößen einerseits durch den Verband und andererseits durch die Bundestierärztekammer sanktionieren zu können.

Darüber hinaus soll der Strafrahmen bei einem Dopingverstoß erhöht werden. Sieht das Regelwerk bei Doping derzeit eine Regelsperre von sechs Monaten vor, soll diese zukünftig grundsätzlich zwei Jahre betragen. Spitzenreiter unterliegen neben der Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO) auch verschärften Kadervereinbarungen und Championatsregeln. Das bedeutet, dass Verstöße gegen die getroffenen Vereinbarungen und Regeln Geldbußen in Höhe von bis zu 25.000 Euro und Sperren von bis zu fünf Jahren nach sich ziehen können. Kaderathleten müssen sich zukünftig durch Schiedsvereinbarungen der Sport-Schiedsgerichtsbarkeit unterwerfen und dadurch auf die Einschaltung ordentlicher Gerichte verzichten.

Ferner sollen zukünftig auch Pferde im Falle eines Dopingvergehens automatisch zwei Monate gesperrt werden. Viele dieser Neuerungen sind Bestandteil eines neuen Anti-Doping-Codes „Pferd“, der sämtliche Anti-Doping- und Medikationskontrollregeln für den Pferdesport beinhaltet. Angelehnt ist dieser an das Rechtssystem der NADA.

Das Präsidium war sich einig, dass nationale und internationale Regeln möglichst einheitlich sein sollten. „Insellösungen helfen uns hier nur begrenzt weiter“, betonte Breido Graf zu Rantzau. „Wenn die FEI aber Regeln erlässt, die für uns inakzeptabel sind, müssen wir eigene Wege gehen.“

Neue Aufgabenverteilung im DOKR
Um die Vielzahl an neuen und bereits bestehenden Aufgaben umsetzen zu können, wird zur Entlastung des Geschäftsführers Sport und seines Stellvertreters eine zusätzliche Führungskraft für den Spitzensport eingestellt, die unter anderem für die Mannschaftsführung bei Weltreiterspielen und Olympischen Spielen verantwortlich sein soll.

Die definierten Maßnahmen des Präsidiums als Übersicht:

1. Einführung eines Anti-Doping-Codes „Pferd“ basierend auf dem NADA-Rechtssystem
2. Verschärfung des Strafrahmens bei Dopingverstößen
3. Verschärfung der Kader- und Championatsbestimmungen
4. Einführung einer Schiedsvereinbarung für Spitzenreiter
5. Unterwerfung der Tierärzte unter Regelwerk und Rechtssystem
6. Automatische Sperre von Pferden bei Dopingverstößen
7. Einführung von Trainingskontrollen für Kaderpferde
8. Einführung eines Stallbuches für Kaderpferde
9. Verbesserung nationaler Wettkampfkontrollen durch Schaffung von Kontrollteams
10. Erhöhung der Zahl nationaler Wettkampfkontrollen
11. Ausbau des Schulungsprogramms zur Dopingprävention
12. Änderung der Zuständigkeit bei Kaderausschluss aus nichtsportlichen Gründen: bisher DOKR-Disziplinausschuss, zukünftig DOKR-Vorstand


Das vom FN-Präsidium definierte Maßnahmenpaket wird gegebenenfalls um Empfehlungen der DOSB-Kommission Reiten ergänzt, im Detail weiter bearbeitet und noch in diesem Jahr dem Beirat Sport zur abschließenden Verabschiedung vorgelegt.


Kontakt:
Dr. Dennis Peiler, Pressesprecher Deutsche Reiterliche Vereinigung e. V. Telefon: 02581/6362-190 Fax: 02581/6362-88