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Goldenes Reiterabzeichen für Andreas Brünz PD 07/09
Goldenes Reiterabzeichen für Andreas Brünz

Waldachtal.
Wenn Ende Juli/Anfang August in Donaueschingen-Immenhöfe das große Reitturnier läuft, gibt es für den Springreiter Andreas Brünz aus Waldachtal ein Gefühl, das ihm sicher lange in Erinnerung bleibt: Er wird vor großem Publikum am Turniersonntag, 1. August 2009, mit dem Goldenen Reiterabzeichen geehrt. Diese Ehrung ist im Sinne des Wortes „einmalig“ im Leben eines Pferdesportlers und kann nie wiederholt werden, auch wenn der Reiter noch so viele Erfolge erringen mag. Das „Goldene“ gibt es nur einmal von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Deshalb erfolgt die Verleihung stets bei dem Turnier, das sich der Empfänger der Ehrung selbst wünscht. Damit kann er seine besondere Verbundenheit zu einem Turnier, zu dessen Zuschauern und zu den dort startenden Reiterfreunden unterstreichen.

Bevor ein Reiter das Goldene Reiterabzeichen erhält, muss er eine hohe Hürde, sprich hochrangige Erfolge vorweisen. Andreas Brünz ist das gelungen. Seit 2005 arbeitet er mit seinen Pferden auf diesen Erfolg hin. Damals gewann er mit PBM Candyman in Oberderdingen sein erstes Springen Klasse S**. Danach war erst einmal zwei Jahre Sendepause mit Siegen in schweren Springen. Das heißt nicht, dass Brünz das Reiten vernachlässigt hätte. Im Gegenteil, er war erst recht motiviert, aber die Früchte im Reitsport hängen nun einmal hoch und andere können auch reiten. 2007 gewann Brünz schließlich in Donaueschingen mit Master de Menerdiere ein S*-Springen. Ein Jahr später lieferte er ein Kunststück ab, das man durchaus auch als Meisterstück bezeichnen könnte: 2008 gewann der gelernte Konditormeister aus Waldachtal auf dem Maimarkt von Mannheim nämlich das traditionelle Springen „Badenia“. Unter dem Sattel hatte er für das Vier-Sterne-Springen das Pferd Lumos. Zwei weitere S-Siege folgten 2008 und 2009 mit Master de Menerdiere und Liffey. In all den Jahren war Brünz erfolgreich unterwegs bei Turnieren im ganzen Land und errang elfmal den zweiten Platz, fünf dritte Plätze und viele weitere Platzierungen.

Heute arbeitet Andreas Brünz vielleicht nur noch aus Spaß und für seine Freunde und Familie in der Backstube. Er hat sich ganz der Springreiterei verschrieben und erholt sich vom „Reitzirkus“ bei Musik und Fußball. Er beschreibt sich als ehrgeizig und hilfsbereit, er übt Selbstdisziplin, die mit den Jahren der Erfahrung noch gestärkt wurde. Nur manchmal kommt eine gewisse Ungeduld in ihm auf, bekennt Andreas Brünz gegenüber dem PRESSEDIENST; hier und da hat er, wenn es ums Ganze geht, auch schon einmal etwas schwache Nerven, trotz seiner langen Erfahrung als Reiter, sagt der 45-jährige. „Seit 1974, seit ich also als Zehnjähriger erstmals aufs Pferd kam, bin ich von dem Sport begeistert. Mein Vater Roland hat mich dabei auch fleißig unterstützt, bis heute,“ erzählt Brünz. Grundlagen und Förderung hat er natürlich durch bekannte Reitlehrer der Szene erfahren: Friedolin Enzenross aus Albstadt gehört ebenso dazu wie Helfried Mutze, damals in Freudenstadt, Ewald Güss aus Villingendorf, Kurt Maier aus Gültstein und Timo Beck aus Hechingen. „Letzteren zwei habe ich meine bisher größten Erfolge zu verdanken“, sagt Brünz. Bevor er zum Reitverein Waldachtal kam, hatte er an unterschiedlichen Standorten seine Reiterkarriere gepflegt, zum Beispiel beim Reitverein Pfalzgrafenweiler, in Freudenstadt und in Gültstein. Dass Brünz auch öfter im benachbarten Ausland am Start war, erfüllt ihn mit Genugtuung, ist doch ein solcher Auslandsstart auch eine Anerkennung. „Leider ist mir jedoch bisher ein Start im Nationenpreis bisher versagt geblieben“, erklärt Andreas Brünz. „Als ich im letzten Jahr die Chance bekommen hatte, hatte sich kurz zuvor mein dafür nominiertes Pferd verletzt! So musste ich zu Hause bleiben. Schade!“ Doch demnächst soll er wieder eine Chance bekommen: In Bratislava, dem früheren Pressburg, ist er Anfang August startberechtigt und kann eventuell sogar in die Nationenpreis-Mannschaft rutschen. „Nominiert bin ich als Ersatzreiter“, erzählt Brünz, der vor seinen jüngsten Sieg in Ichenheim errungen hatte. „Hier habe ich mit Millenium de Roy die Qualifikation zum Hallenchampionat gewonnen, ein Springen der Klasse S**.“

Für die Zukunft hat sich Andreas vorgenommen, sein Leistungsniveau zu halten und gar zu optimieren. „Ich möchte noch gerne ein paar interessante Turniere gewinnen! Aber ich lege auch Wert auf gute Kameradschaft mit meinen Reiterkollegen und hoffe, dass meine Familie, ich selbst und meine Pferde gesund bleiben.“
Martin Stellberger