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Michael Brauchle komplettiert die Gold-Sammlung einer erfolgreichen Familie PD 11/2008
Michael Brauchle komplettiert die Gold-Sammlung einer erfolgreichen Familie

Lauchheim.
Der Name der Familie Brauchle aus Lauchheim tauchte in den letzten Ausgaben des PRESSEDIENSTES mehrfach auf. Das hat einen guten Grund, einen Gold-Grund: Michael Brauchle, 18 Jahre alt und wie seine Familie Mitglied im PSV Schloss Kapfenburg bei Lauchheim, wird mit dem Goldenen Fahrabzeichen geehrt. Er eifert damit zielstrebig dem Vorbild von Vater Franz und Bruder Steffen (s. PRESSEDIENST Juli/2008) nach. Franz Brauchle hat einen klangvollen Namen in der Szene der Gespannfahrer und ist mehrfacher Landesmeister in verschiedenen Anspannungsarten. Bruder Steffen errang im letzten Jahr gar den Titel des Mannschaftsweltmeisters mit seinem Pony-Zweispänner. Auch Brigitte Brauchle, die Mutter der beiden jugendlichen Erfolgsfahrer, hat die Leinen fest in der Hand und ist Fahrlehrerin. Bei soviel Herzblut in einer Familie für das Fahren muss doch vieles gut klappen.

Michael Brauchle absolviert derzeit seine Lehre als Maschinenschlosser in Aalen und möchte das bisher Erreichte ausbauen, erklärt er gegenüber dem PRESSEDIENST. Seine Eigenschaften beschreibt er jugendlich unbekümmert offen: Eigentlich bin ich freundlich und höflich, manchmal aber sehr ungeduldig, aufbrausend gar, mutig, gelegentlich stürmisch und risikobereit. Da geht es ihm wohl so wie manchem jungen Pferd. Nun, auch daran lässt sich ja bekanntlich arbeiten. Im Fahrsport ist der junge Lauchheimer seit 2001 aktiv. Allerdings buk er zunächst kleine Brötchen bei den Ein- und Zweispännern, bevor er 2006 auch vierspännig startete. Da zeigt sich doch das Augenmaß der Fachleute, die ihn ausbildeten und bei aller Ungeduld eines jungen Mannes auch die Fähigkeit, abzuwarten, bis die Zeit für eine Steigerung reif genug ist. In Michael Freund, dem einstigen Mister Weltcup von Stuttgart, hat Steffen Brauchle ein Vorbild und zugleich einen Trainer, der wie kaum ein anderer das Fahren beherrscht. Freund trainiert die sogenannte Perspektivgruppe, zu der Michael Brauchle gehört. Ein weiterer Vorteil für den jungen Mann und die Fahrsport-Familie insgesamt: Bundestrainer Ewald Meier kommt aus dem südbadischen Meißenheim und kennt deshalb die Szene im Lande besonders gut.

Mit den Jahren stellten sich auch etliche Erfolge für Michael Brauchle ein. Seit 2005 zählen sie auf dem Konto des Fahrers auch für das Goldene Fahrabzeichen: 33 Siege und Platzierungen wurden für das „Goldene“ registriert, errungen bei Turnieren im In- und Ausland. Diese Auszeichnung ist deshalb so wichtig für einen deutschen Pferdesportler, weil sie von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung nur ein einziges Mal verliehen werden kann. Michael Brauchle ist aus seiner Erfolgsserie die Deutsche Meisterschaft der Vierspänner 2007 in Greven-Bockholt besonders wichtig. Hier errang er nicht nur den zweiten Platz sondern auch die Achtung seiner oft deutlich älteren Konkurrenten. Im laufenden Jahr 2008 bestätigte der junge Mann von der Ostalb, dass sein Können Bestand hat: In Aachen gewann er die Geländefahrt und den vierten Platz in der Gesamtwertung des Wettbewerbs und setzte im holländischen Beesd noch einen Erfolg oben drauf. Michael Brauchle wurde mit der deutschen Mannschaft Vizeweltmeister; in der Einzelwertung sicherte er sich Platz neun. Gerade dieser Erfolg ist sein derzeit prägendster, sagte er dem PRESSEDIENST. Ob das auch ein wenig daran liegt, dass er zu den Erfolgen des nur zwei Jahre älteren Bruders „locker“ aufschließen konnte? Warum nicht? Gute Vorbilder bieten gute Anreize auch unter Brüdern und die bleiben dem jungen Mann, der sich für die Zukunft vorgenommen hat: „Das möglichst Beste aus jeder Situation herausholen.“

Eine besondere Situation wird Michael Brauchle demnächst erleben: Beim Internationalen Turnier in der Stuttgarter Schleyer-Halle vom 19.-23. November 2008 (siehe nachstehende Beiträge), dem 24. Stuttgart German Masters, wird dem jungen Mann vor internationalem Publikum das Goldene Fahrabzeichen verliehen – ein strahlender Moment in einer jungen Karriere als Gespannfahrer. Herzlichen Glückwunsch!
Martin Stellberger