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Pferdeschänderei – ein aktueller Lagebericht PD 10/2008
Pferdeschänderei – ein aktueller Lagebericht

Ravensburg.
Was sich da im letzten halben Jahr in Baden-Württemberg im allgemeinen und im oberschwäbischen Kreis Ravensburg abspielt, ist haarsträubend. Die Pferdebesitzer sind aufgeschreckt, aufgewühlt und höchst besorgt. Die Lage stellt sich derzeit so dramatisch dar, dass der Pferdesportverband Baden-Württemberg Mitte September eine Presseerklärung zu den Vorgängen herausgab. Viele Redaktionen – ob Print oder elektronische Medien - haben diese aufgegriffen und veröffentlicht. Dafür dankt nicht nur der PRESSEDIENST. Auch die Gemeinde der Pferdebesitzer ist für die Unterstützung sehr dankbar. Immer wieder suchten deshalb Pferdebesitzer auch telefonisch den Kontakt mit dem Baden-Württemberger PRESSEDIENST oder dem Landesverband, um nach weiterem Rat zu fragen.

Was hat sich im Einzelnen zugetragen?

16. Januar 2008: Im Raum Tettnang wurde eine Ponystute im Genitalbereich verletzt. Das Tier musste schließlich eingeschläfert werden. Die Polizei nimmt an, dass es sich um den gleichen Täter handelt, der Ende Dezember 2007 ein Pferd bei Friedrichshafen misshandelt hatte.

Mai 2008: Im Raum Reutlingen wurden Pferden Mähnen und Schweifhaare versengt

31.Aug./1.September 2008 Schändungen im Raum Ravensburg, 5 Pferde wurden schwer verletzt, eines musste eingeschläfert werden; auf Markdorfer Weiden wurden immer wieder Stallhalfter weidender Pferde durchschnitten

18. September 2008: Die Biberacher Polizei ermittelt in einem Fall, bei dem der mutmaßliche Täter von einer Frau gestört wurde und trotz polizeilicher Suche entkommen konnte.

Die Polizeidienststelle in Biberach betonte in einer Presserklärung, dass sie mit Nachbardienststellen eng zusammenarbeite, in deren Bereichen Pferdeschändungen vorgekommen sind. Der Ravensburger Polizei-Pressesprecher Harald Wanner unterstreicht ebenfalls, dass die Polizei die Fälle von Pferdeschändungen sehr Ernst nimmt. Dennoch sei es eben äußerst schwierig, verwertbare Spuren sicherzustellen bzw. Täter zu stellen oder gar auf frischer Tat zu ertappen. Wenn Ermittlungen eingestellt würden, so geschehe das stets auf Anweisung der Staatsanwaltschaft, nicht durch die Polizei selbst, erläuterte Wanner dem PRESSEDIENST im Gespräch.

Wie Fälle von Pferdeschändungen zu beurteilen oder zu differenzieren sind, das beschreibt übrigens Alexandra Schedel-Stupperich, Diplombiologin von der Universität Göttingen in einem schon länger auf dem Markt befindlichen Buch „So schütze ich mein Pferd“. Hans Glindemann, Polizeibeamter am Landeskriminalamt Hamburg und passionierter Pferdemann, gibt im gleichen Buch wertvolle Hinweise, wie man seine Pferde, respektive seine Stallungen und Weiden besser schützen kann, ohne dass man sich finanziell ausbluten müsste. Das Buch „So schütze ich mein Pferd“ erschien bereits 2002 bei Müller-Rüschlikon, ISBN3-275-01324-6, hat 136 Seiten, weist zahlreiche Bilder auf und kostet 16 €.