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Manfred Raichle feiert 60. Geburtstag - Sein Verbandsgeschenk: Wahl zum LK-Vorsitzenden PD 05/2001
KIRCHHEIM-TECK. Manfred Raichle, Vorsitzender des Württembergischen Pferdesportverbandes, feiert am 3. Mai seinen 60. Geburtstag. Auch der PRESSEDIENST gratuliert dem seit vielen Jahren im Pferdesport Engagierten. Er ist Jahrgang 1941, verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Von Beruf ist er Versicherungskaufmann, Prokurist und Filialdirektor einer Schweizer Versicherungsgesellschaft. Seine Hobbys: Sportkegeln und Reisen in ferne Länder. Raichle wohnt in Kirchheim-Teck und hat sich in der Vergangenheit nicht nur als Verbandsmanager einen Namen gemacht. Vielen Pferdesportlern ist er als Turnierleiter im ganzen Land bekannt.

Im Mai 1974 trat er dem Reit- und Fahrverein Weilheim/Teck bei, war Jugendwart, Sportwart und von 1981 bis 1985 Zweiter Vorsitzender. Sein Handwerk als Turnierleiter hatte er einst beim inzwischen verstorbenen früheren LK-Geschäftsführer und Turnierrichter Karl-Otto Becker gelernt, der unter anderem in Weilheim Turnierchef war. Sein erstes Turnier leitete Raichle 1977. "Ich versuche jedes Turnier so zu betreuen, dass meine Kundschaft zufrieden ist. Natürlich liebe ich diese Aufgabe und besonders, wenn optimale Plätze und ein passendes Umfeld vorhanden sind. Selbstverständlich freue ich mich das ganze Jahr über auf meinen Einsatz in der Schleyer-Halle als krönenden Höhepunkt der Saison" erzählt Raichle. Und weiter: "Für Weilheim bin ich in jungen Jahren bei Turnieren in Springprüfungen gestartet. Als Geschäftsführer der früheren ARGE Neckar-Alb, jetzt Pferdesportkreis Esslingen, war ich tätig und 1984 wurde ich erstmals in den Ausschuss des Regionalverbandes gewählt." Von da an nahm ihn der Pferdesport voll in Beschlag. Eine schwierige Krankheitsphase hat er inzwischen gut gemeistert.

Mit seiner Arbeit verbunden sind natürlich auch Aufgaben im Landesverband. Zum Beispiel gehört er als Vorsitzender des Württemberger Verbandes dem Landesvorstand an. Eigentlich trägt er nun aber seit dem 23. April 2001 in diesem Gremium "einen zweiten Hut": Er wurde nämlich zum Vorsitzenden der Landeskommission für Pferdeleistungsprüfungen (LK) gewählt. Er tritt damit die Nachfolge von Gotthilf Riexinger, Reutlingen, an. So trifft es sich also zufällig, dass er eine gute Woche vor seinem "runden Geburtstag" bereits ein dickes Geburtstagsgeschenk mit nach Hause nimmt, geschnürt aus Leidenschaft für den Pferdesport; verpackt sind interessante Aufgaben und eine große Verantwortung für die Turniere, Reitertage und Breitensportwettbewerbe im ganzen Land. Wie er sich zu seiner Wahl stellt, sagte er im nachfolgenden Interview.
Martin Stellberger

INTERVIEW MIT MANFRED RAICHLE
(Stand: 23. April 2001) Manfred Raichle, am 23. April 2001 zum Vorsitzenden der Landeskommission für Pferdeleistungsprüfungen Baden-Württemberg gewählt, stellte sich kurz nach seiner Wahl in Böblingen den Fragen des PRESSEDIENSTES:

Herr Raichle, Sie sind angetreten, haben 19 Stimmen bei Ihrer Wahl zum LK-Vorsitzenden bekommen, also mit vier Stimmen Vorsprung gegen Dr. Dietrich Plewa aus Germersheim gewonnen. Haben Sie das Ergebnis erwartet?

Es genügt vollkommen, mit einem solchen Ergebnis in ein Amt gewählt zu werden, für das sich zwei Kandidaten bewerben, vor allem wenn sich, und das muss ich ganz deutlich sagen, mit Dr. Plewa ein honoriger Gegner zur Wahl gestellt hat.

Ihr Verhältnis untereinander ist durch diese Kandidatur nicht getrübt?

Das kann ich mit Sicherheit sagen. Wir haben uns nach der Wahl unterhalten. Da wird überhaupt nichts zurückbleiben.

Was haben Sie sich für die Zukunft in Ihrem neuen Amt vorgenommen?

Ich werde mich jetzt gründlich einarbeiten und informieren und, auch mit Kollegen zum Beispiel aus Bayern, die ich gut kenne, versuchen auszuloten, was wir in der Zukunft anders und vielleicht besser machen können. Es gibt sicher verschiedenes, wo man etwas bewegen muss und kann.

Was schwebt Ihnen da vor? Was könnte erneuert, verbessert werden?

Zum Beispiel bei den Turnierrichtern ließe sich etwas machen. Man müsste von den Richtern verstärkt verlangen, mehr Lehrgänge zu besuchen. Das ist zwar keine neue Erkenntnis, aber ich denke, man müsste dafür Sorge tragen, dass dies wirklich getan wird.

Kann man als LK-Vorsitzender für den Turniersport Visionen haben?

Visionen? Das ist schwierig. Es wird sich ja am ganzen Turniergeschehen und der Ausstattung der Turniere nichts Gravierendes ändern, so lange jedenfalls die LPO und die APO keine gravierenden Neuerungen bringen. Und ich denke, es wird durch mich als neuem Vorsitzenden auch nicht alles auf den Kopf gestellt.

Jetzt haben Sie ja noch ein anderes Amt, Herr Raichle. Sie sind Vorsitzender des Württembergischen Pferdesportverbandes. Wie gehen Sie mit diesen beiden Ämtern um?

Das sind zwei völlig getrennte Dinge. Als Vorsitzender des Verbandes Württemberg bin ich in erster Linie für die Vereine zuständig. Beim LK-Vorsitz dreht es sich ausschließlich um den Sport. Ich muss ganz ehrlich sagen, man kann beide Ämter parallel führen. Ich denke, ich werde mein Amt als Vorsitzender in Württemberg noch die zwei Jahre meiner Amtsperiode beibehalten. Dann werde ich das Amt abgeben an einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin.

Können sich beide Ämter gegenseitig ergänzen?

Das denke ich in jedem Fall. Ein großer Teil unserer Mitglieder macht sich keine Gedanken über die Unterschiede zwischen Kommissionsarbeit und Verbandsarbeit. Dem Verband und damit auch mir werden sehr häufig Fragen gestellt, Probleme und Wünsche vorgetragen, die überhaupt nichts mit dem Verband Württemberg zu tun haben, sondern ausschließlich mit der LK. Ich denke, da ist es sogar von Vorteil, wenn die Leute wissen, sie haben hier den Vorsitzenden des Verbandes und gleichzeitig den Vorsitzenden der LK vor sich.

Noch eine abschließende Frage zur Wahl: Es waren hier ja alle Verbände vertreten, also auch die beiden Badener. Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Stimmen querbeet gekommen sind oder gab es doch eine Art "Lagerwahl"?

Das muss ich ganz deutlich verneinen, es gab keine Lagerwahl. Ich weiß aus Vorgesprächen - obwohl ich keinen "Wahlkampf" gemacht habe -, dass ich auch Stimmen aus Süd- und Nordbaden bekommen habe. Ich denke, es ist auch nicht so sehr von Bedeutung, woher die Stimmen kamen. Ich bin mit vier Stimmen Vorsprung gewählt worden, das heißt, ich muss mir die anderen Stimmen in den nächsten drei Jahren erarbeiten.

Die Fragen stellte Martin Stellberger