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Pferdefreund Alphonse Bechtold verstorben PD 7/08
Pferdefreund Alphonse Bechtold verstorben

Achenheim/Elsass.
Am 18. Juni 2008 verstarb im elsässischen Achenheim Alphonse Bechtold im Alter von 76 Jahren nach langer schwerer Krankheit. „Der Tod macht nicht nur die Familie, sondern alle, die Alphonse Bechtold kannten und ihm nahe standen, sehr betroffen“, so Martin Frenk, Geschäftsführer des Pferdesportverbandes Südbaden. Denn Alphonse Bechtold hat sich in einem ganz besonderen Maße bleibende Verdienste um die badisch/elsässischen Freundschaft und somit auch der Völkerverständigung erworben. Als Mitbegründer der vor über 50 Jahren begründeten grenzüberschreitenden Freundschaft zwischen badischen und elsässischen Pferdesportlern hat der Verstorbene nicht nur über einen großen Weitblick verfügt, sondern hat bereits damals die Chancen und die Notwendigkeit für ein friedliches Miteinander der Menschen links und rechts des Rheins erkannt. Gemeinsam mit dem Meißenheimer Julius Wohlschlegel und dem ebenfalls bereits verstorbenen Baron Stanislav Zorn von Bulach aus dem elsässischen Osthouse hat er sich als ein Mann der ersten Stunde und aus voller inneren Überzeugung heraus dafür eingesetzt, dass die Menschen beider Länder nach den schrecklichen Auswirkungen des letzten Weltkrieges wieder zueinander finden. Freundschaften, die seinerzeit begründet wurden, konnten vertieft werden und dauern teilweise bis zum heutigen Tage an. Für die Verantwortlichen im Pferdesportverband Südbaden wurde Alphonse Bechtold so zu einem verlässlichen Partner und auch zu einem persönlichen Freund. Die badischen Pferdesportler sind jedenfalls bis heute dankbar, dass er den Grundstein zu dieser grenzüberschreitenden Freundschaft mitgelegt hat.

„Die ersten Begegnungen zwischen Franzosen und Deutschen waren nicht leicht, denn die Kriegsverbrechen und die alten Vorurteile waren bei den Menschen in dieser Zeit noch sehr präsent. Es war damals alles andere als normal, dass Deutsche und Franzosen Freunde wurden. Die deutsch-französische Aussöhnung, oder besser die deutsch-französische Normalität wurde nicht durch den Elyséevertrag verwirklicht, es waren vielmehr mutige und engagierte Frauen und Männer, die dieses einzigartige Wunder vollbracht haben. Alphonse Bechtold zählte dazu und hat maßgeblich dazu beigetragen“, so Verbandsgeschäftsführer Martin Frenk. Aber gerade in dieser wichtigen Phase der Partnerschaft, in der neben allen Vorbehalten auch eine große Aufbruchstimmung herrschte, war es wichtig, Ideen schnell und mit Begeisterung umzusetzen. Durch den unermüdlichen Einsatz auch von Alphonse Bechtold stand die Partnerschaft und die freundschaftlichen Verbindungen zwischen dem Comité Régional d'Equitation d'Alsace und dem Pferdesportverband Südbaden nie und zu keiner Zeit nur auf dem Papier, sondern sie wurden von Anbeginn mit Leben erfüllt. Mehr als 60 Jahre nach dem Ende eines schrecklichen und Menschen verachtenden Krieges kann heute auf eine lange Phase des Friedens, der Freiheit und der engen Zusammenarbeit zurückgeblickt werden, wie sie den beiden Völkern zuvor leider nie vergönnt gewesen war. Deshalb können badische und elsässische Pferdefreunde auf eine über 50-jährige Partnerschaft zurückblicken die sich in den Jahren ihres Bestehens zu einer echten, tiefen Freundschaft entwickelt hat. Hierfür hat Alphonse Bechtold durch sein unermüdliches Engagement und seinen aufopferungsvollen Einsatz in ganz besonderem Maße beigetragen, dass all dies erreicht werden konnte. Ohne Männer wie ihn wäre es nicht möglich geworden, dass beide Völker heute in einem friedlichen Miteinander und in freundschaftlichen Beziehungen leben könnten. Für diesen steten und unermüdlichen Einsatz wurde Alphonse Bechtold gemeinsam mit Edmond Volz (Strasbourg) und Julius Wohlschlegel (Meißenheim) im Dezember 2006 vom Europaabgeordneten Andreas Schwab mit der „Robert-Schumann-Medaille“ und damit als „Europäer des Jahres“ ausgezeichnet. Die im Straßburger Europaparlament vorgenommene Ehrung hat ihn seinerzeit sehr gefreut. Den „Badisch-Elsässische Freundschaftspreis“, der den drei Männern ein knappes halbes Jahr später vom badisch-elsässische Freundschaftsbund verliehen wurde, konnte er krankheitsbedingt schon nicht mehr persönlich entgegen nehmen.

„Auch wenn Alphonse Bechtold aufgrund seines hohen Alters und der Schwere seiner Krankheit die Lebenskraft verlassen hat und mit dem Schlimmsten gerechnet werden musste, so macht sein Tod dennoch sehr betroffen. Der Pferdesportverband Südbaden und damit alle Pferdefreunde rechts des Rheins trauern deshalb um einen guten Freund, einen liebenswerten und wertvollen Menschen dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden“, so der südbadische Verbandsgeschäftsführer Martin Frenk abschließend. Martin Frenk, Geschäftsführer Pferdesportverband Südbaden

Kontakt: s. unten

Link: www.pferdesport-suedbaden.de