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Steffen Brauchle – ein junger Fahrer feiert großen Erfolg PD 7/08
Steffen Brauchle – ein junger Fahrer feiert großen Erfolg

Lauchheim-Hülen.
Er ist gerade mal 20 Jahre alt und er erlebt beim Fahrturnier in Lauchheim-Hülen (17.-20. Juli 2008) eine Ehrung, von der andere Pferdesportler in diesem Alter nur träumen können. Die Rede ist von Steffen Brauchle. Dem gebürtigen Ludwigsburger wurde vom Fahrsport bereits an der Wiege gesungen. Franz Brauchle, sein Vater, der in Lauchheim-Hülen lebt, ist selbst hoch erfolgreicher Gespannfahrer. Franz und Brigitte Brauchle unterstützen denn auch aus ganzem Herzen ihren Sohn. Im zarten Alter von vier Jahren hat Steffen Brauchle schon die Leinen in der Hand gehalten. Das hatte Folgen. Als Jugendlicher zeigte Steffen bereits, aus welchem Fahrerholz er geschnitzt war. In allen Anspannungen, vom Einspänner bis zum Vierspänner, präsentierte er seine Ponys bei Turnieren und wurde ein richtig erfolgreicher junger Mann, der die Lehren seines Vaters und die Förderung durch die Mutter tief in sich aufgesogen hat. Seine Eigenschaften, so sagt der junge Mann von sich, sind im Fahrsport wichtig, um Erfolg zu haben: „Durchhaltevermögen, weil Fahren viel Zeit kostet: Fleiß im Training, weil man es auch mit Tieren zu tun hat, die ja gerne mitziehen sollen, sind die Grundlagen für den Sport“, erklärt Brauchle, „Manchmal bin ich aber doch noch zu ehrgeizig. Da muss ich mich noch ein wenig bremsen“, gibt er ganz offen zu. Wer ihn kennt, beschreibt ihn als zielstrebig, geradlinig und freundlich.

Seinen wichtigsten Erfolg hat Steffen Brauchle fest im Kopf: „2007 wurde ich mit meinen Ponys Mannschaftsweltmeister in Dänemark. Mit zum Team gehörten Sandra Broichhaus, aus Emsdetten, Elke Hillenbrandt, Coisfeld-Letten, sowie die Offenthaler Fahrer Steffen Abicht, Georg Löbnitz, Thomas Köppen und Tobias Bücker, aus Emsdetten. Das Erlebnis dieser Weltmeisterschaft hatte auch Folgen: Steffen Brauchle, gelernter Zerspanungsmechaniker, hat sich nämlich vorgenommen, eines Tages auch Einzelweltmeister zu werden. Steffens jüngster Erfolg datiert auf Ende Mai 2008. In Lähden siegte er mit seinen Zweispänner-Ponys in der schweren Klasse. Bruder Michael Brauchles jüngster Erfolg datiert auf Mitte Juni 2008: In Ungarn errang er zusammen mit Ludwig Weinmayer, Leitzachtal und Josef Zeitler, Landstetten den dritten Platz im Nationenpreis.

Die Erfolgsserie Steffen Brauchles für das Goldene Fahrabzeichen begann mit dem ersten Sieg in Klasse S in Reilingen im Einspänner mit Don Juan. Die Tür war aufgestoßen. Es folgten mehr als 40 Siege und Spitzenplätze bei Turnieren. Seine Ponys spannt er dabei im Wechsel als Einspänner, Zwei- oder Vierspänner vor die Kutsche und er nimmt dafür auch weite Reisen in Kauf. In seiner früheren Heimatstadt Markgröningen errang er bereits 2002 mit seinen Ponys den Titel als Landesmeister der Zweispänner, ein Jahr später gewann er Bronze bei den Einspännern.

2004 machte Steffen Brauchle mit einem Doppelerfolg erneut auf sich aufmerksam. In Reilingen wechselte er kurz zu den Großpferden und wurde Landesmeister der Einspännerfahrer. Daneben spannte er seine Ponys Wanda und Bongo ein und errang den dritten Platz der Landesmeisterschaft. Bei der Deutschen Meisterschaft in Lauchheim-Hülen schaffte es der junge Fahrer auf den respektablen achten Rang. Man könnte sagen: „und so fort“. Steffen Brauchle, der in Aalen-Wasseralfingen arbeitet, fährt auf einer ungeahnten Erfolgswelle und wird noch so manchen Sieg davontragen. Mit seinen 20 Jahren steht ihm die Fahrerwelt noch offen. Dass ihm das gelingt, verdankt er auch seiner Familie: „Ich werde ausschließlich von meinen Eltern und meinem Bruder gefördert, da wir alle zusammenarbeiten“, erklärte der junge Mann dankbar. Deshalb freut er sich auch auf das Fest in Lauchheim-Hülen, wo er mit Familie, Freunden und anderen Fahrern feiern wird: Anlass ist das Goldene Fahrabzeichen, das ihm verliehen wird. Diese Auszeichnung ist einmalig deshalb, weil sie nur einmal im Leben eines Pferdesportlers verliehen wird. Einmalig auch, weil das Goldene Fahrabzeichen die höchste Auszeichnung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung außerhalb von Championaten und Meisterschaften ist. Martin Stellberger