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Tierquäler in Oberschwaben PD 2/2008
Tierquäler hat Pony auf dem Gewissen – Zwei neue Fälle in Oberschwaben

Tettnang/Friedrichshafen.
Einmal mehr hat sich am 17. Januar 2008 der Alptraum eines jeden Pferdebesitzers „erfüllt“: Die Ponystute eines Tettnanger Pferdefreundes wurde von einem Unbekannten so schwer mit Schnittwunden im Genitalbereich verletzt, dass der Tier-arzt nur noch empfehlen konnte, das Tier von seinen Qualen zu erlösen und einzuschläfern. Der (oder die ?) Täter verschaffte sich Zugang zu einem Freigehege in Tettnang-Waldhub und verletzte das Tier schwer. Wie den polizeilichen Mitteilungen sowie der Schwäbischen Zeitung (19.1.2008) zu entnehmen war, vermutet der herbeigerufene Tierarzt, dass der Täter das Pferd angebunden hatte. Ein zerrissenes Halfter weise darauf hin, dass sich das Pony vor Schmerzen und Panik losgerissen hatte.

Bereits Ende Dezember hatte sich in Friedrichshafen-Manzell ein ähnlicher Fall ereignet, über den die Polizei aber zunächst schwieg. Sie hatte offenbar ernsthafte Hinweise verfolgen können. Doch letztlich konnten diese nicht bestätigt werden. So tappen die Ermittler auch in diesen beiden Fällen weiterhin im Dunkeln. Wie der Friedrichshafener Polizeisprecher, Polizeihauptkommissar Wolfgang Hoffmann, dem PRESSEDIENST mitteilte, habe man einige wenige weitere Hinweise aufgenommen. Hoffmann bedauerte, dass sich „wie so oft in solchen Fällen, die Spuren im Sande verlaufen.“ Nicht auszuschließen sei es, dass die Täter mobil seien und sich in der ganzen Region oder im Lande bewegen, um entsprechende Gelegenheiten auszuspähen. Das erschwere die Ermittlungen enorm. Hoffmann betonte, dass die Polizei Meldungen oder Anzeigen zu Tierquälereien sehr ernst nehme. Leider bleibe eben oft nur der Aufruf zur Wachsamkeit. Hinweise zu den Fällen in Friedrichshafen können unter Tel. 07541-701 –0 bei der Polizei Friedrichshafen gemeldet werden.

Der Besitzer des getöteten Pferdes erklärte gegenüber dem PRESSEDIENST, schon vor einigen Jahren habe er einmal einen Übergriff auf seine Ziegen der Polizei gemeldet. Damals hätten Unbekannte einen seiner Böcke außerhalb seines Geländes an einen Baum gebunden und getötet. Spaziergänger hätten ihn darauf aufmerksam gemacht. Ebenso habe er vor einigen Jahren einen Mann in seinem Ziegenstall angetroffen, der vorgab, die Tiere nur füttern zu wollen. Die Zeit, die der Mann allerdings gewählt hatte, war ganz „außer der Reihe“: Morgens gegen fünf Uhr nämlich, als sich der Hofbesitzer auf den Weg zum Markt machte, traf er den Mann im Stall an und konnte auch dessen Autonummer notieren. Die Betroffenheit der Familie und ihrer Nachbarn und Bekannten über den jüngsten Fall von Tiermisshandlungen ist verständlich und verstärkt sich, weil keine polizeilichen Ergebnisse zu erwarten seien.

Der PRESSEDIENST des Pferdesportverbandes Baden-Württemberg verfolgt seinerseits immer die Informationen, die es zu derartigen Fällen von Pferdeschändungen gibt. Deshalb bittet die Redaktion auch die Kolleginnen und Kollegen in den Redaktionen um Unterstützung. Hilfreich sind immer Aufrufe zur Wachsamkeit. Einerseits müssen die Pferdebesitzer ihre Tiere, Ställe und Weiden noch besser im Auge behalten. Andererseits helfen auch aufmerksame Bürger, Förster, Jäger oder Landwirte, die bei ihren Spaziergängen oder Flurgängen Verdächtiges wahrnehmen. Solche Beobachtungen sollten umgehend der nächsten Polizeidienststelle gemeldet werden. Oft würden sich potentielle Täter auch bei Höfen und Reitanlagen umsehen, sich als Besucher zeigen und Interesse vortäuschen. Stets sollten fremde Personen unmittelbar angesprochen, Autokennzeichen notiert werden.. Das Zeigen der Anlage, des Stalles oder der Weiden sollte vermieden werden, vor allem, wenn der Besucher unbekannt ist. stb

Polizei Friedrichshafen: Tel. 07541-701 –0