Startseite
Kontakt
Goldenes Reiterabzeichen für den Hallenchampion 2000: Timo Beck PD 12/2000
STUTTGART/GÜLTSTEIN. „Beck bleibt der Überflieger“ titelte der Südkurier am 11. September 2000. Die Heilbronner Stimme schrieb (18. November 2000): „Jürgen Kurz nur knapp geschlagen“. „Das Ländle triumphiert in Stuttgart“ jubelte der Schwärzwälder Bote (18. November 2000). „Timo Beck ist neuer Hallenchampion“ lautete die Schlagzeile bei der Stuttgarter Zeitung. Der Gäubote aus Böblingen (17. November 2000) hatte indes genau hingeschaut und gezählt: „11 800 feiern Beck!“ Timo Beck, Reittalent und Überflieger der Saison 2000 zugleich, war und ist seit Monaten Gesprächsthema in der Springreiterszene Baden-Württembergs. Mit Recht! Timo Beck zog die Aufmerksamkeit auf sich, weil er guten Sport zeigte. Der Höhepunkt der Saison war die Erfüllung eines Wunschtraums, aber doch auch eine Überraschung für den Reiter in der Stuttgarter Schleyer-Halle: Dort drehte sich beim Wettkampf um den Titel des Hallenchampions 2000 beim Cup der Landesbank Baden-Württemberg alles um Timo Beck aus Gültstein: Er ist der neue Champion der Springreiter 2000!

Wer ist Timo Beck? Er ist 23 Jahre alt, lebt in Gültstein und arbeitet am Stall von Kurt Maier. Der große baden-württembergische Reiter Kurt Maier, der beim nächsten Stuttgarter Turnier seine Karriere beenden will, gehörte zu den sechs Reitern, die sich aus dem 25-köpfigen Starterfeld beim Hallenchampionat ins Stechen ritten. Auch Becks Kollegin aus dem Stall Maier, die gebürtige Niederländerin Nastasja Kleinpenning, hatte es ins Stechen geschafft. Beck nutzte die Stunde des „Anfängerglücks“ - zum ersten Male ritt er nämlich in der Schleyer-Halle - und gewann mit Kevin das Stechen. Timo Beck, der gegenüber dem PRESSEDIENST freimütig zugab, dass er hier und da „Nerven zeigt, wenn es um die Wurst geht“, hatte sich diesmal gut im Griff. Vermutlich hatte er seinen Affalterbacher Auftritt – hoch hinaus zu Beginn, tiefer Fall bei der Entscheidung – als abschreckendes Beispiel genommen. In der Schleyer-Halle jedenfalls machte er sich vor dem Stechen selbst Mut: „Ich wusste, schlechter als Sechster kann ich nicht werden – da hab ich alles riskiert!“ 38,38 Sekunden hieß dann die Siegerzeit und 6000 Mark Preisgeld waren sicher. Dann gab es noch zum Titel des Hallenchampions für Timo Beck eine weitere, in Reiterkreisen heiß begehrte Auszeichnung: Er darf nun das Goldene Reiterabzeichen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung am Rock tragen. Er hatte in der Saison 2000 zehn Siege in Klasse S erritten! Eine Klasseleistung mit seinen Pferden Primus, Ideal und Kevin. Timo Beck war wirklich der Überflieger der Saison. In der Qualifikation für das Finale beim Cup der Landesbank stand er nach den vier Turnieren von Heidenheim, Donaueschingen, Öhringen und Bissingen mit 66 Punkten auf Platz zwei hinter – seinem Chef Kurt Maier (72 Punkte).

Alles Weitere über Timo Beck ist rasch erzählt: Geboren wurde er 1977 in Hechingen-Weilheim. Seine Eltern betreiben hier ein Bauunternehmen. Nach der Realschule absolvierte Beck seine Lehre zum Pferdewirt mit Schwerpunkt Reiten im Dressurstall von Horst Eulich in Sulzbachtal/Schönaich. Heute arbeitet er bei Kurt Maier in Gültstein. Er möchte sich bald weiterqualifizieren und Reitlehrer FN wer-den. Reiterliche Stationen vor seiner Gültsteiner Zeit waren der Reitverein Hechingen, anschließend Horb-Altheim, wo er von dem erfahrenen Vielseitigkeitsreiter Joachim Jung viel lernte. Schließlich wechselte Beck nach Mosbach, wo er seinen Feinschliff im Springreiten von Reitmeister und Landestrainer Karl-Heinz Streng erhielt. Timo Beck beschreibt sich als zielstrebig aber auch sensibel, seine Schwächen seien manchmal die Nerven bei großen Wettbewerben. Seine Vorliebe für das Springen kommentierte der „gelernte Dressurreiter“ so: „Beim Springen sehe ich, welche Fehler ich gemacht habe, bei der Dressur ist das etwas undurchsichtiger.“

Manchmal, so scheint es, ist sich Timo nicht so ganz sicher, ob die Erfolgsliste tatsächlich seine eigene ist. Er ist selbst erstaunt über seine Serie. Denn nur in vier Monaten erritt er sich 10 S-Siege! Der junge Mann aber hat alles, war er zu einem großen Reiter braucht: Mut, Feingefühl für Pferde, Ausdauer und - Förderer. Neben Kurt Maier wird Timo Beck auch von Sponsoren unterstützt. Ein Hamburger Pferdebesitzer stellte ihm zwei S-Pferde zur Verfügung. So lässt es sich ganz gut reiten und optimistisch in die Zukunft sehen. Für diese Zukunft hat Timo Beck seine Ziele schon formuliert: Internationale Erfahrung und Erfolge sammeln. Also Timo, dann reite mal schön! Hoffentlich bald einmal für Deutschland!
Martin Stellberger