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Goldenes Reiterabzeichen für Uwe Carstensen PD 5/2000
LANGENAU. In Bodolz-Taubenberg bei Lindau hat es geklappt: Hier errang der Springreiter Uwe Carstensen aus Langenau mit Cameron im März dieses Jahres seinen zehnten Sieg in Klasse S. Damit hat er ein Anrecht auf das Goldene Reiterabzeichen, das man ja bekanntlich nicht durch Lehrgänge erwerben kann. Es wird verliehen aufgrund herausragender Erfolge, mindestens zehn Siege in Klasse S sind bei den Reitern dafür Voraussetzung. Allerdings spart er sich die Verleihung auf für nächstes Jahr, denn mit der Verleihung des „Goldenen“ möchte er die Einweihung der neuen Reitanlage in Langenau verbinden, die er zusammen mit seinem Sponsor Rolf Kunze und dem Reitclub Langenau gerade baut.

Das Können des jungen Mannes kommt nicht von ungefähr. Mit fünf Jahren begann er mit dem Reiten. Der Vater, der Pferde züchtet, hat ihn dazu gebracht. Als Zehnjähriger schon stieg er von Ponys auf Großpferde um. Den Feinschliff bekam er allerdings von keinem Geringeren als Jan Tops, dem internationalen Spitzenreiter aus Holland, der einen eigenen Reitstall in Valkenswaard unterhält. Bei ihm war er von 1997 bis 1999 tätig.

Nach dem Abitur am Wirtschaftsgymnasium in Flensburg wurde Uwe Carstensen Groß- und Außenhandelskaufmann, übte den Beruf auch aus. Dann zog es ihn gen Süden. Seit 1991 arbeitete er als Bereiter zunächst in Ulm, dann 1991-1997 in Giengen. Er startete für den Reitverein Gingen/Brenz, wo er sich all die Jahre wohl fühlte. „Das Umfeld stimmt, ich habe den Menschen hier viel zu verdanken“ anerkennt der Reiter dankbar. Die Stadt Gingen verlieh ihm in der Vergangenheit mit dem Ehrenpreis der Stadt eine hohe Auszeichnung. Bei der Sportlerwahl 1996 im Raum Heidenheim landete er auf dem dritten Platz. Seit 1999 arbeitet Carstensen für den Langenauer Verein und den Stall von Rolf Kunze.

Sein wertvollster Erfolg in sportlicher Hinsicht war vor dem Goldenen Reiterabzeichen der dritte Platz beim Hallenchampionat in der Schleyer-Halle zu Stuttgart 1995. Dass er aber auch junge Pferde vorzustellen weiß, bewies er 1996. Damals gewann er beim Tübinger Championat mit der Stute Wuzipo Wolke von Wettruf/ Tassilo das Schwarz-Goldene Band der 6-jährigen Springpferde. Seine Stärke, so beschreibt sich der gerade 30-jährige Reiter, sei sein Durchsetzungsvermögen. Selbstkritisch bekennt er aber, dass er als Sportler seinen Ehrgeiz zügeln müsse.

In Gingen hießen seine bekannten Pferde Casanova, Herzog, Wondana, Curry und Cameron, heute, in Langenau, sattelt Carstensen mit dem achtjährigen William und dem siebenjährigen Seran Up viel versprechende Nachwuchspferde. Mit all seinen Pferden hat der Reiter zum Beispiel in Lauda, Biberach, Königsbronn, Reutlingen, Erolzheim, Pforzheim, in Neustadt/Dosse und auf vielen anderen Turnierplätzen Große Preise und Siege in Klasse S errungen, dazu ungezählte Platzierungen. Man sieht, ein Reiter wie er kommt viel herum. 1993 schon durfte er in Kottingbrunn und Wiener Neustadt in Österreich reiten, wo er seinen ersten großen Turniersieg errang. 1994 startete er in Frankreich, 1998 sogar im spanischen Jerez de la Fontera. Große Freude bereitet dem Mann aus dem hohen Norden die Ausbildung junger Reiter. Damit gibt er etwas von dem zurück, was ihm durch sein Umfeld an Gutem zuteil wird.
Martin Stellberger