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Voltigierer erhalten neues Wettkampfsystem PD 06/2007
Voltigierer erhalten neues Wettkampfsystem

Warendorf/Rostock (fn-press).
Nichts ist so beständig wie die Änderungen in der Leistungsprüfungsordnung (LPO) der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Das ist gewollt, denn die Richtlinien für alle Turnierdisziplinen bedürfen einer ständigen aufmerksamen Beobachtung und Anpassung an neue Entwicklungen und Bedürfnisse. In Rostock, bei der Jahrestagung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), war in diesem Frühjahr die neue Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO) an der Reihe. Sie gilt ab 1. Januar 2008. Ganz wesentliche Änderung gab es im Voltigiersport. Neu ist, dass die Anforderungen für das Voltigieren mit dem FN-Aufgabenheft Voltigieren in einem separaten Werk veröffentlicht und somit aus der LPO herausgelöst werden.

Wesentliche Änderungen im Voltigieren
Die bislang alphabetisch gegliederten Leistungsklassen mit der Kategorisierung A bis D werden ab 2008 den Bezeichnungen der klassischen Pferdesportdisziplinen wie Dressur, Springen oder Vielseitigkeit angepasst. Der Disziplinbeirat Voltigieren des DOKR verbessert damit die Transparenz und Vergleichbarkeit mit den anderen Pferdesportdisziplinen. Ab dem kommenden Jahr gliedert sich das bisherige System der Gruppen mit jeweils acht Voltigierern in die Klassen M bis A. Ab 2008 können auch Voltigierer im unteren Turniersport über das 18. Lebensjahr hinaus den Turniersport ausüben. Die obere Altersbeschränkung fällt also weg. Analog zum internationalen Reglement wird das System der Sechsergruppen in das nationale Reglement integriert.

Im Detail ergeben sich für den Turniersport Voltigieren folgende Änderungen:
Klasse A (bisher D): In der Klasse A ist ab 2008 weiter das gewohnte Pflicht- und Kürprogramm mit acht Voltigierern je Gruppe zu turnen. Allerdings kann diese Klasse in zwei Altersstufen ausgeschrieben werden. Unterschieden wird dann zwischen Gruppen mit Mitgliedern im Alter von 16 Jahren und jünger sowie Gruppen ohne Alterslimit. Zum Aufstieg in die nächst höhere Klasse L wird wie bisher zweimal die Mindestnote von 5,0 benötigt, allerdings muss die Gruppe erst nach viermaligem Erreichen in die höhere Klasse aufsteigen.

Klasse L (bisher C): In der Klasse L bleibt das Pflicht- und Kürprogramm unverändert und ist mit acht Voltigierern zu absolvieren. Wie in der Klasse A ist auch hier das Ausschreiben der Prüfung nach Alter möglich. Unterschieden wird zwischen Gruppen mit Mitgliedern im Alter von 18 Jahren und jünger sowie Gruppen ohne Alterslimit. Zum Aufstieg in die nächst höhere Klasse M* wird wie bisher zweimal die Mindestnote von 5,5 oder höher benötigt, allerdings muss die Gruppe erst nach viermaligem Erreichen in die höhere Klasse aufsteigen.

Klasse M*/M** (bisher B/A): Während in den Klassen A und L Alterslimitierungen möglich sind, ist die Klasse M altersoffen. Die Voltigierer zeigen wie bisher das gewohnte Pflicht- und Kürprogramm mit acht Voltigierern. Ändern werden sich die Pflicht- und Kürzeiten. Künftig beträgt die Höchstzeit für die Pflicht acht Minuten und für die Kür vier Minuten. Dem Veranstalter ist es vorbehalten, die Klasse M als M* und M** auszuschreiben. Startberechtigt in M* sind Gruppen, die mindestens zweimal die Wertnote von 5,5 oder höher in der Klasse L erhalten haben. An M**-Prüfungen können Gruppen teilnehmen, die mindestens zweimal die Wertnote von 6,5 oder höher in der Klasse M erreicht haben. Wer in der Klasse S an den Start gehen möchte, benötigt eine zweimalige Qualifikationsnote von 7,0 oder höher.

Klasse S: Die Klasse S ist dem Spitzensport vorbehalten und orientiert sich am internationalen Reglement. Die altersoffenen Vereinsmannschaften bestehen nur aus sechs Mitgliedern. Um in der höchsten Klasse an den Start gehen zu können, muss in der Klasse M oder bei den Junior-Teams eine Qualifikationsnote von mindestens zweimal 7,0 oder höher erzielt werden. S-Gruppen können alternativ von Turnier zu Turnier zwischen M und S wechseln. In der Klasse S ist für jeden Gruppenvoltigierer eine FN-Jahresturnierlizenz erforderlich.

Juniorteams: Die Juniorteams werden wie die Gruppen der Klasse S nach internationalem Reglement ausgeschrieben. Sie bestehen aus Mitgliedern im Alter von 16 Jahren und jünger, die im Gegensatz zu den anderen Klassen nicht alle einem Verein angehören müssen. Um hier an den Start gehen zu können, bedarf es keiner Aufstiegs- oder Qualifikationsnoten. Die Juniorteams haben je nach erzielten Leistungen (Wertnoten) die Möglichkeit, in die Klassen A bis S zu wechseln, sofern die Gruppenvoltigierer alle dem gleichen Verein angehören. Erzielt also ein Juniorteam zweimal die Wertnote 7,0 oder höher, ist es in der Klasse S startberechtigt.

EV-M/EV-S (bisher EV-B/EV-A): Auch beim Einzelvoltgieren gibt es Veränderungen. So ist es ab 2008 erforderlich, mindestens zweimal aber maximal dreimal die Wertnote 7,0 oder höher zu erreichen, um von M nach S aufzusteigen.

Doppelvoltigieren: Beim Doppelvoltigieren gibt es keine wesentlichen Veränderungen.


Link: www.fn-aktuell.de