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Alfred Casper zum 75. Geburtstag PD 04/2007
Alfred Casper zum 75. Geburtstag

Donzdorf.
45 Jahre Gestüt Birkhof - 45 Jahre züchterische Impulse für Sport und Zucht! Unter diesem Jubiläumsmotto steht auf Gestüt Birkhof in Donzdorf das Jahr 2007. Dazu feiert am 3. Mai 2007 Alfred Casper seinen 75. Geburtstag! Vor 45 Jahren gründete er die erste private Hengsthaltung auf dem Rechberg bei Donzdorf. Heute ist das Gestüt Birkhof eines der bedeutendsten Gestüte, nicht nur im süddeutschen Raum. Die Birkhof-Hengste sind bundesweit und im Ausland gefragt.

Gründer Alfred Casper wuchs als Sohn eines Landwirtes in Schlesien auf. 1945 wurde seine Familie vom heimatlichen Hof vertrieben. Er suchte mit seiner Mutter, seinem Bruder und seiner Schwester Zuflucht im oldenburgischen Ahlhorn. Dort machte er eine landwirtschaftliche Lehre und hörte von Verwandten, die nach der Flucht im schwäbischen Donzdorf gelandet waren. Dort fand der umtriebige Schlesier bei Graf Rechberg eine Stelle. Alfred Casper wurde 1958 zum Verwalter ernannt. Seine Hauptaufgabe war damals die Schweinehaltung. In jener Zeit trifft er auf die schwarzbraune Stute Solistin, die ihm als Reitpferd zur Verfügung gestellt wird. In Donzdorf lernt Casper auch seine Ehefrau Leonore kennen. Sie arbeitete als Hauswirtschaftsleiterin und hatte täglich 40 Personen zu bekochen. 1959 kam Sohn Jürgen zur Welt.

Graf Rechberg verkaufte 1960 den Birkhof an die württembergische Landsiedlung. Als Anerkennung für die Leistung Alfred Caspers stellte Graf Rechberg beim Verkauf die Bedingung, dass Alfred Casper eine Parzelle des Hofes erhält. Dies waren die ersten 22 Hektar, die Casper sein Eigentum nennen konnte. 1962 kam Sohn Thomas zur Welt. Im gleichen Jahr erhielt die Familie ihr erstes eigenes Pferd: Alfred Casper hatte die Stute Solistin günstig erwerben können, weil das Tier damals unter einem Knochenriss litt. Erfinderisch und mit viel Gespür gipste Casper die Fraktur des Pferdes selbst ein und rettete so das Leben der Stute. Sie wurde die Stammstute der Casperschen Pferdezucht.

1970 verwirklichte Casper seine Vision von der Zukunft seiner Familie: Er kaufte den Gutshof, das heutige Markenzeichen des Gestüts Birkhof. Damit war viel Arbeit verbunden. Vater Casper und seine Söhne erinnern sich noch heute gut an das bröckelige Gemäuer mit seinem maroden Dachstuhl. Nach und nach renovierten sie mit vereinten Kräften das stolze Anwesen, teerten die Hoffläche und schufen Schritt für Schritt die Grundlage für den Birkhof, wie ihn heute alle Züchter kennen. 1972 zogen die ersten Hengste ein – allerdings nur für 10 Wochen. Es waren Marbacher Landbeschäler, mit denen Alfred Casper seine eigenen Stuten bedecken durfte, bevor die Hengste auf ihre Beschälplatten gestellt wurden. 1972 ersteigerte der Gestütschef auf dem Riedlinger Fohlenmarkt ein Hengstfohlen von Kornett. Dieses wurde Koriolan getauft und wurde 1975 der erste eigene Deckhengst auf dem Birkhof.

1981 erwarben die Caspers von Werner Schockemöhle den Hengst Wettstreit von Wedekind. Die Caspersche Hengsthaltung nahm damit ihren Anfang und schlug einen sehr erfolgreichen Weg ein. In jenen Jahren waren Jürgen und Thomas Casper erfolgreiche Springreiter: Jürgen Casper nahm an der Europameisterschaft der Junioren teil, Thomas wurde mit 13 Jahren Baden-Württembergischer Landesmeister.

Ein weiterer Meilenstein kam 1990 hinzu. Der Birkhof wurde zur ersten privaten Besamungsstation in Baden-Württemberg. Der Erfolg gibt dem Unternehmen Recht: Heute ist die EU-Besamungsstation Birkhof mit ihrem hervorragenden Service für viele Züchter und Reiter eine der besten Adressen. Alfred Casper hatte die Grundlagen geschaffen, die heute erfolgreich weiter entwickelt werden. Birkhof-Hengste gehören zur Elite der deutschen Hengste. Von Bundescham-pionatstiteln bis hin zum Weltmeister – alle Schärpen finden sich auf dem Birkhof wieder. Nicht vergessen darf man eine Tatsache, die die Gestütsgeschichte prägte: Alfred Caspers Vorliebe für Vollblüter. Mit Heraldik xx, dem schwarzen, international erfolgreichen Nobelhengst, entdeckte Casper den Vollblutvererber seines Züchterlebens.

Die höchsten Auszeichnungen wurden dem schlesisch-schwäbischen Hippologen bereits ans Revers geheftet. Doch Alfred Casper blieb immer der gewiefte, fleißige Pferdemann, der in der deutschen Pferdezucht höchste Anerkennung genießt. Am 3. Mai werden zu den wichtigsten Gratulanten auch die fünf Enkelkinder gehören. Mit ihnen wächst die nächste Generation der Züchterfamilie heran. „In Generationen denken“ gilt in gewisser Weise auch für die Familie Casper selbst, soll das Gestüt die Zeiten überdauern.

Alfred Casper, dem Hengsthalter, Pferdemann und Familienvater, der in seinem Leben viele Visionen in die Tat umsetzte, gelten zum 75. Geburtstag die besten Glückwünsche!
(presse-Birkhof.)