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Ralf Müller bekommt Goldenes Reiterabzeichen PD 04/2007
Ralf Müller bekommt Goldenes Reiterabzeichen

Reilingen.
Seit dem Jahr 2002 hat sich Ralf Müller, Springreiter aus der badischen Gemeinde Reilingen und im dortigen Reitverein Mitglied, mindestens 27 mal in die Erfolgslisten bei Springturnieren der schweren Klasse eingetragen, immer unter den besten Drei. 14 mal stand er ganz oben. Drei Pferde besitzt der 36-jährige Immobilienkaufmann, die ihm zu seinen Erfolgen verhalfen: Costello, Corieda und Ohman. Von den S-Siegen entfallen fünf auf Costello, fünf auf Ohman und vier auf Corieda. Den ersten Sieg in der schweren Klasse holte sich Ralf Müller in Hambrücken im Jahr 2002. Dann ging es ab 2003 Schlag auf Schlag: Waghäusel, Oberhausen, Eppelheim, Heidelberg, Nussloch, Donaueschingen - Müller kommt viel herum bei seinen Turnierreisen. Unter anderem startete er 2004, 2005 und 2006 im Finale des Hallenchampionats der Landesbank Baden-Württemberg, ein besonderes Erlebnis und eine Auszeichnung zugleich. Denn in Stuttgart zu reiten, wo Ralf Müller 2005 mit Costello Dritter im Finale wurde, gehört zu den Höhepunkten eines Reiterjahres. Aber auch beim heimatlichen Verein in Reilingen stellte Ralf Müller sein Können unter Beweis und gewann 2006 den Großen Preis der Gemeinde Reilingen.

Wer ist Ralf Müller? Wie kam er einst zur Reiterei? Ralf Müller reitet seit seiner Kindheit. Mit sechs Jahren saß er auf den Pferden seines Vaters. Mit zehn ritt er erstmals Turniere und steigerte die Anforderungen immer weiter. 1992 startete Ralf Müller in seinem ersten Springen Klasse S. Dabei förderten seine Eltern sein Talent nach Kräften. Die Mutter vor allem sei sein größter Fan, erzählt Müller. Sie war in den Anfangsjahren „unsere Managerin und Begleiterin bei den Turnierstarts meiner Schwester und mir“, sagt Ralf Müller. Bis heute steht sie hinter der Reiterei ihres Sohnes.

Nach dessen Realschulabschluss verlangte die Berufsausbildung mehr und mehr von dem jungen Reiter, seine Zeit gut zu nutzen. Er erlernte den Beruf des Bankkaufmanns. 1992 trat er in den elterlichen Betrieb ein, die Firma Müller Immobilien in Reilingen. Nun wurde die Zeit noch knapper für Pferde und Training. Allerdings hat er in seiner Partnerin Jana Haufe eine Frau an der Seite, die ihn nach Kräften unterstützt und die Pferde die Woche über fit hält. Beruflich hat er nämlich auch seine Ziele gesteckt: Eines Tages möchte er den elterlichen Betrieb übernehmen und führen: „In der dritten Generation!“, betont der Geschäftsmann nicht ohne Stolz auf die Leistung der Familie.

Reiten ohne Ausbilder bringt für die Turnierreiterei kaum den gewünschten Erfolg, auch wenn der Vater als Reiter und Trainer in den Anfangsjahren Vorbild war. Also galt es für Ralf Müller, immer wieder Unterricht zu nehmen, Lehrgänge zu besuchen, die ihn weiterbrachten. Einer seiner Lehrmeister war Karl-Heinz Streng aus Mosbach, bis vor kurzem Landestrainer der Springreiter. Seit vielen Jahren erhält Müller von Egon Zimmerer aus Wiesental und Bernd Herbert aus Viernheim die nötige Schulung und Korrektur, um seine Reiterei auf Vordermann zu halten. Beiden verdankt er sehr viel.

Zum Ausgleich liest Ralf Müller viel, treibt allerdings für die eigene Fitness auch Ausdauersport. Ihn interessiert vor allem die deutsche Geschichte. Auf diesem Gebiet sammelt er sogar intensiv Literatur und Anschauungsmaterial. Diese Leidenschaft passt ganz gut zu seinen Eigenschaften. Ralf Müller beschreibt sich nämlich als ruhigen Menschen, als besonnen und nervenstark, gepaart mit Ehrgeiz und Zielstrebigkeit. „Nur manchmal bin ich etwas zu ungeduldig!“ bekennt der Reitersmann. Seine sportlichen Erfolge brachten ihm die Anerkennung seiner Heimatgmeinde: Von ihr bekam er die Silberne Ehrennadel.

Wenn Ralf Müller seine Wünsche für die Zukunft beschreiben soll, denkt er stets auch an seine Pferde: „Ich wünsche mir, dass mich meine Pferde noch einige Zeit als Amateur auf hohem Niveau reiten lassen. Dafür erhoffe ich mir Gesundheit und die nötige Zeit.“ Dass sein reiterlicher Weg bis heute erfolgreich war, hat er allerdings nicht nur seinen Pferden und sich selbst zu verdanken: „Mein Dank gilt in erster Linie meiner Familie und jenen, die mich mit ihrem Wissen und Können begleitet haben.“ Gerade diese Freunde und Förderer werden sich mit Ralf Müller freuen, wenn er bei einem seiner Lieblingsturniere, in Forst (25.-28. Mai 2007), das Goldene Reiterabzeichen überreicht bekommt. Das „Goldene“ glänzt dann auch ein bisschen für sie. Martin Stellberger