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Stefan Schottmüller - Dem Vater verdanke ich viel PD 11/1999
KRAICHTAL. "Die Dressur ist noch zu verbessern. Wobei man hier sagen muss, dass es keine fehlerfreien Dressuren gibt. Es treten immer Fehler auf und diese versuche ich natürlich zu reduzieren!" Stefan Schottmüller kennt die Tücken des Gespannfahrens genau. Es ist wie bei der Reiterei: Ist ein Pferd dressurmäßig nicht gut ausgebildet, kann man wenig ausrichten. Also ran an die Trainingsarbeit. Das Motto entspricht ganz der Einstellung des gebürtigen Karlsruhers, der seine starke Fahrerseite im Geländefahren, aber auch im so genannten Kegelfahren sieht, "wobei bei dieser Disziplin oft auch Glück im Spiel ist", meint der Gespannfahrer aus Kraichtal. Er freut sich auf das Goldene Fahrabzeichen, stellt es doch einen Beweis für kontinuierliche und gute Arbeit mit den Pferden dar.

Der gerade 21-jährige Stefan Schottmüller anerkennt dabei dankbar, dass er in seinem Vater Robert den besten Sponsor hat, den man sich wünschen kann. "Er ermöglicht mir das Ganze und unterstützt mich auch im Training mit unseren Pferden. Der Erfolg dieses "Gespanns" zeigte sich denn auch binnen 12 Monaten, denn alle Erfolge für das Goldene Fahrerabzeichen errang Stefan Schottmüller in diesem kurzen Zeitraum. So hat er sich darüber hinaus ein weiteres Ziel gesteckt: Den Leistungsstandard von 1999 im kommenden Jahr wieder zu erreichen und wenn möglich zu verbessern. Seine ganze freie Zeit steckt der gelernte Industrie-Elektroniker in sein Hobby. Da bleibt kaum Zeit für anderes, zumal er sich auch noch auf die Prüfung für die Fachhochschulreife vorbereitet.

Begonnen hat Stefan Schottmüller mit der Fahrerei als 14-jähriger auf Fahrertagen. Der Vater spielt auch hier eine wichtige Rolle, denn der hat schon seit mehr als 30 Jahren Pferde im Stall. Er brachte seinem Sohn zunächst das Reiten bei und ist dann selbst zum Fahrsport übergegangen: Wie der Vater so der Sohn, könnte man sagen. Stefan Schottmüller ist mit Leib und Seele Gespannfahrer geworden, obwohl er bekennt: "Es dauerte etwas, bis mein Interesse für das Fahren geweckt wurde." Aber dann machte der junge Mann Ernst. 1992 erwarb er das Fahrabzeichen, sammelte Erfahrung und kam 1997 erstmals dazu, in Klasse M zu starten. Das brachte ihm schließlich die Berufung in den Landeskader ein. 1998 war es dann so weit: Stefan Schottmüller meldete erstmals für Klasse S. So mancher Turnierort ist ihm inzwischen vertraut. Salbach-Rosenberg in Bayern zum Beispiel, wo er 1999 den Sieg bei der offenen Bayerischen Meisterschaft davontrug. Wäre er Bayer, hätte er den Landestitel gewonnen. Gleiches gelang ihm im sächsischen Seifersdorf. Auch hier war er Erster. Wäre er Sachse - aber das kennen wir ja schon. Erster hätte er 1999 indes bei der Baden-Württembergischen Meisterschaft in Neuler werden können. Nur knapp verfehlte er den Sieg, gewann aber die Silbermedaille. Den dritten Sieg des Jahres 1999 holte Schottmüller beim renommierten Turnier in Zeiskam. Und ein Erfolg fehlte ihm bisher, das Goldene Fahrabzeichen. Er bekommt es am 7. November 1999 in Markgröningen verliehen. Sicher widmet der die eine Hälfte seinem Vater, die andere seinen Pferden.
Martin Stellberger