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Susanne Habel: Goldenes Fahrabzeichen PD 11/1999
MICHELBACH. "Von der Optik passte hier alles, die schöne Aufmachung der Schimmel war kaum zu überbieten!" So stand es in einer Zeitung, die über ein Fahrturnier in Riesenbeck berichtete, an dem Susanne Habel teilnahm. Zwei- und vierspännig fährt die junge Frau, die seit einigen Jahren in Baden-Württemberg für Aufsehen sorgt. Sie gehört zu den wenigen Frauen, die im Fahrsport den Durchbruch schafften und mithalten konnten. Gebürtig aus Schwäbisch Hall, ist sie zu Hause in Michelbach. Nach der Mittleren Reife erlernte sie ab 1988 gleich zwei Berufe. Sie ist Holzmechanikerin und Bauzeichnerin. Ihre Brötchen verdient sie beim Straßenbauamt. "Nach Dienst" allerdings interessieren sie nur noch - meistens jedenfalls - ihre Welsh-Ponys, denn für eine Familie muss sie nicht sorgen.

Susanne Habels Fahrer-Karriere begann 1988, als sie das Fahrabzeichen erwarb, das ist vergleichbar mit dem Führerschein. Ein Jahr später startete sie in der Ein-steigerblasse für Zweispänner und steigerte sich kontinuierlich. Von 1990 bis 1995 konnte sie schon Konkurrenzen in Klasse S fahren, damals ein- und zweispännig. Dann schraubte die Sportlerin ihren Anspruch weiter nach oben. Mit dem Fahr-Abteichen in Silber, das man mit einer ordentlichen Prüfung erwerben muss, durfte sie vierspännig starten. Fahrkurse und Lehrgänge gehören zu ihrem Trainings-Programm, das ihre Eltern sehr unterstützen. Wichtige Lehrmeister sind dabei so bekannte Fahrer wie Felix Auracher, Landestrainer aus Lauchheim-Hülen, Hansjörg Hammann aus Niederstotzingen und auch Bundestrainer Ewald Mayer aus Meißenheim. Weil sie so erfolgreich ist, gehört die Fahrerin, die ihre Stärken im Hindernisfahren sieht, dem Landeskader an - seit 1996.

Einer der wichtigsten Erfolge Susanne Habels war der Sieg bei der Landesmeister-Schaft von 1997 in Lauchheim-Hülen. Hier gewann sie die Konkurrenz der Pony-Vierspänner. 1998 startete sie bei den Landesmeisterschaften in Markgröningen und verfehlte den Sieg nur knapp, gewann aber noch die Silbermedaille. Bei den Einspännern holte sie Bronze. Einen Achtungserfolg errang die junge Frau bei den Deutschen Meisterschaften der Pony-Vierspänner. Sie kam auf Platz acht. Und von ganz besonderem Reiz sind die Wettbewerbe, bei denen auch Fahrer aus dem Aus-lind starten, wie zum Beispiel in Donaueschingen, wo Susanne Habel in diesem Jahr Fünfte wurde. Das bisher wichtigste, ganz persönliche Ziel hat sie indes erreicht: Am 7. November 1999 wird ihr in Markgröningen das Goldene Fahrabzeichen verliehen. Ein stolzer Erfolg.
Martin Stellberger