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PFERDESCHÄNDER BEDROHEN UNSERE PFERDE PD 09/2006
PFERDESCHÄNDER BEDROHEN UNSERE PFERDE
Sorge vor Pferdeschändern steigt: Mindestens zehn Fälle

Sigmaringen/Kehl.
Die Sorge vor Pferdeschändern steigt im Lande extrem. Jüngst wurden in Südbaden und im Raum Sigmaringen sowie in Bad Schussenried wieder Pferde von Unbekannten schwer verletzt. Auch im Raum Biberach war vor wenigen Monaten ein Fall von Pferdeschändung bekannt geworden. Zuletzt bekannt gewordene Fälle stammen aus Sigmaringen, genauer aus Aach-Linz und Bad Schussenried. In Aach-Linz waren zwei Pferde durch Schnittwunden verletzt worden. Eine tragende Vollblutstute wurde dabei besonders schwer verletzt. Wie die Polizei mitteilte, waren die Pferde tagsüber auf getrennten Koppeln untergebracht. Gegen Abend stellte der Besitzer der Pferde die Verletzungen an seinen Tieren fest. Der Fall beweist, dass ent-sprechende Täter durchaus auch bei Tageslicht aktiv sind. Die zuständige Polizeihundeführer-staffel der Polizeidirektion Sigmaringen ist unter Tel. 07552-201640 erreichbar. In Bad Schussen-ried-Hopferbach wurden laut Polizeibericht bereits am Dienstag, 22. August 2006, zwei Pferde erheblich verletzt. Die verletzte Stute und ein weiteres Pferd brachen offenbar wegen der Attacke aus der Weide aus und verursachten kurz darauf einen Verkehrsunfall. Eingefangen wurden die Pferde viele Stunden später am Tag darauf. Der Tierarzt nahm an, dass die Wunden der Pferde absichtlich herbeigeführt worden seien. Auch hier ist die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen (Bad Schussenried, Tel: 07583-942020). Unklar sei es, so die Polizei, ob es einen Zusammenhang der Tat in Bad Schussenried und einem Fall von Pferdeschändung in Winterstettenstadt Anfang Juli gibt. Damals war dort eine Stute wegen einer Attacke gestorben.

Im südbadischen Kehl ermittelt die Polizei hingegen schon seit Wochen. Dort wurde ein Pferd gleich dreimal schwer misshandelt. Wie die Polizei den dortigen Fall beschreibt, hat der Täter die Stute zunächst in den Stall gesperrt und ihr dann im Genitalbereich und an der Hinterhand heftige Wunden zugefügt. Seit Juni 2006 sind im Großraum Kehl fünf Pferde mit Schnittverletzungen gefunden worden (Polizei Kehl: 07851-893330).

Der Pferdesportverband Baden-Württemberg verfolgt seit Jahren mit großer Sorge derartige Vorgänge und rüttelt seinerseits die Pferdebesitzer auf, noch besser auf ihre Tiere aufzupassen. Dennoch bleibt die Gefahr sehr groß, wie die aktuellen Fälle zeigen. Einzelne Täter scheinen sogar das Tageslicht nicht mehr zu scheuen. Darin liegt aber auch eine Chance, einmal einen Täter zu beobachten, gar dingfest zu machen. Der Pferdesportverband bittet deshalb immer wieder Spaziergänger, Nachbarn von Pferdehöfen, Jäger und Landwirte um deren Mithilfe. Auffälligkeiten sollten umgehend der Polizei gemeldet werden. Dabei sollten vor allem die betroffenen Pferdebesitzer in ihrer Reaktion nicht über das Ziel hinausschießen. Der Pferdesportverband warnt entschieden vor „Selbstjustiz“, deren Ursache im Zorn auf die Pferdeschänder liegt. Aber jede überzogene Reaktion birgt gleichzeitig eine Strafverfolgung durch die Polizei in sich. Deshalb gilt: Beobachtungen und Beschreibungen von Vorgängen, Personen und fremder Autos sind gebotene Mittel, der Polizei zum Erfolg zu verhelfen. Selbst das unter bestimmten Umständen erlaubte Festhalten von verdächtigen Personen kann für den Pferde-besitzer eine große Gefahr darstellen. Pferdeschänder haben ja auch Gegenstände bei sich, die als Waffe dienen können und freiwillig wird sich ein Täter nicht festhalten lassen. In jedem Fall erfordert auch das Festhalten einer verdächtigen Person umgehend die Alarmierung der Polizei. Alles andere kann für den Pferdebesitzer selbst unliebsame Folgen haben. Die Polizei des Landes ist, das hat sich in den zurückliegenden Jahren immer wieder gezeigt, schnell aktiv und nimmt alle Fälle von Pferdeschändungen sehr ernst. In der Sorgfalt der Pferdefreunde und genauen Beobachtung in Zusammenarbeit mit der Polizei liegen die Chancen, solcher Leute habhaft zu werden, die sich an den Tieren vergehen. Martin Stellberger