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Anja Ebert- Dabei sein ist alles PD 11/1999
BITTELBRUNN. "Dabei sein ist alles!" ist der Wahlspruch von Anja Ebert aus Bittelbrunn. Die gebürtige Donaueschingerin hat an zwei Dingen Freude: an ihrem Beruf als Krankengymnastin und am Fahrsport mit ihren Ponys. Wenn sie nicht gerade für wichtige Turniere trainieren muss, bleibt manchmal auch Zeit für Reisen und gute Bücher. Hier und da gibt´s auch ein Wochenende zum Skifahren, denn es ist ja schließlich nicht so weit vom Bodensee in die Berge. Gelegentlich spielt sie Badminton. Mit dem Fahren hat alles 1988 angefangen, kurz nach dem Abitur, als Anja Ebert gerade mal 19 Jahre alt war. Der Vater fuhr schon seit Jahren Turniere und die Mutter gab ihr den Unterricht. Besser kann es in einer Familie nicht gehen, die mit dem Fahrsport-Bazillus infiziert ist. Als sich herausstellte, dass Anja Ebert erfolgreich fuhr, eröffneten sich tolle Chancen, z.B. die Teilnahme an der Europameisterschaft 1997 im südbadischen Meißenheim. Leider wurde daraus nichts, weil sich Anja Ebert im Trainingslager für die EM ein Bein brach. Besonders stolz ist sie auf ihre Hafis. Und sie legt Wert darauf zu sagen, dass alle ihre Haflinger aus eigener Zucht kommen. Mit ihnen errang sie 1997 und 1999 im österreichischen Ebbs einen Sieg und einen zweiten Platz. Fleißig startet sie auch bei den Landesmeisterschaften und steht ihre Frau im Kreis der Männerriege im Fahrsport. Dort hat sie sich längst die Achtung der Kollegen erworben. Sie war ja eine der ersten Frauen im Fahrsport des Landes überhaupt und zeigte "den anderen", wo es lang geht: Landesmeisterin 1993 bei den Zweispännern, drei zweite Plätze 1994 und 1996 in Trochtelfingen und 1998 in Markgröningen. Auch vierspännig ist Anja Ebert, die auf keine eigene Familie Rücksicht nehmen muss, erfolgreich: Seit 1992 errang sie dreimal Bronze und dreimal Silber, zuletzt in diesem Jahr in Reilingen. Selbstverständlich gehört sie mit ihren Gespannen dem Landeskader an.

Ein besonderes Erlebnis liegt schon einige Jahre zurück: 1995 gewann sie in Friesoythe-Thüle zusammen mit Fritz Haag, Stuttgart, und Abel Unmüßig, Hinter-zarten den Länderpokal bei der Deutschen Meisterschaft der Pony-Viererzüge. Das war ein toller Erfolg! Überhaupt schätzt Anja Ebert das "Mannschaftsleben" der Gespannfahrer. Es ist ausgeprägte Kameradschaft, kein Neid, gegenseitige Achtung. Die Fahrer leben wie in einer großen Familie, wenn sie am Abend eines Turniertages in der Nähe ihrer Pferde zusammensitzen und fachsimpeln. Und so versteht es sich von selbst, dass sich Anja Ebert auf das Goldene Fahrabzeichen freut, das ihr am 7. November 1999 in Markgröningen verliehen wird. Dann kommen alle ihre Freunde und Kameraden und gratulieren - neidlos.
Martin Stellberger