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Goldenes für Ralf Müller PD 06/1998
OSTELSHEIM/LUDWIGSBURG. Das Ludwigsburger Turnier vom 19.-21. Juni 1998 wird Ralf Müller sicher nicht vergessen: Feierlich wird ihm dort das Goldene Reiterabzeichen überreicht, das ihm die Deutsche Reiterliche Vereinigung verleihen wird. Zehn Siege in Dressurwettbewerben der Klasse S stehen auf dem Erfolgskonto des 35jährigen Reiters. Florett und Cocktail heißen die Pferde, mit denen er seit 1990 die meisten seiner Siege errang, den letzten in Offenburg in diesem Jahr.

Doch bis einer im Pferdesport so weit kommen kann, muss er einen weiten Weg zurücklegen. Als 10jähriger Bub fing Ralf Müller in Horb das Reiten an, als sein Vater Siegfried Vorsitzender des Horber Reitervereins war. Als Springreiter und in der Vielseitigkeit bis Klasse M war Müller recht erfolgreich und entschied sich dann, Reitlehrer zu werden. Seither konzentrierte er sich verstärkt auf die Dressur. Mehr als 30 Pferde hat er in den letzten zehn Jahren in schweren Wettbewerben vorgestellt. Cocktail ist derzeit sein bestes Pferd im Stall. Und er weiß, dass man sich den Erfolg mit dem Pferd hart erarbeiten und verdienen muss - vor allem durch die Einstellung zum Pferd als Partner. Ralf Müllers Grundsatz: Die Verantwortung für das Tier schult den Charakter. Zu dieser Einstellung gehört auch eine gründliche Ausbildung, die Müller bei seinem späteren Schwiegervater Manfred Hölzel bekam und die er auch an anderen Reitställen vertiefte. Konrad Stuber verdankt er seine jüngsten Erfolge, weil Stuber das Zusammenspiel mit dem "neuen Pferd" Cocktail fördert. In diesem Jahr wurde Ralf Müller, der seit 1980 Berufsreiter ist, in den Landeskader aufgenommen. Seine Erfahrung kommt Müller auch als Turnierrichter und Ausbilder zugute. Sein Wissen ist im In- und Ausland gefragt. Besondere Hingabe entwickelte Ralf Müller als Reiter wie als Organisator für die Berufsreiterquadrille Baden-Württembergs.

Ralf Müller, der mit seiner Familie in Ostelsheim lebt, führt heute die Anlage Körschmühle in Stuttgart-Möhringen. Sie gehört seinem Schwiegervater. Hier stehen rund 50 Pferde in geräumigen Boxen mit Fenstern: "Ein Punkt, der mir wichtiger war als neue Farbe für die Wände", meinte Müller (Reiter Revue 11/97), der auf vielseitiges Training, Ausritte und Weidegang für die Pferde großen Wert legt. Als Ausbilder stellt er hohe Anforderungen an die Einstellung seiner Schüler: "Ich könnte es nicht ertragen, wenn sie erfolgssüchtig nur noch ihre Aufgaben runterspulen würden. So macht der Sport keinen Spaß - dem Reiter nicht und schon gar nicht dem Pferd!"

Die "Reiter Revue international" stellte Ralf Müller im November 1997 als "Wunschreitlehrer" vor. Seine Schüler finden ihn "toll", schreibt das Fachblatt. Und die Schüler schreiben dazu: "Wir schätzen unseren Reitlehrer sehr, weil er nicht nur auf reiterliche, sondern auch auf unsere persönlichen Probleme eingeht. Er nimmt sich viel Zeit für uns, konzentriert sich auf den Unterricht. Er begleitet uns auf Turniere oder zum Tierarzt und übt Verladen mit schwierigen Pferden. Er ist geduldig und reitet manchmal Lektionen selbst vor. Er schreit nicht in der Halle herum, so dass sich keiner blamiert fühlt. Was er überhaupt nicht leiden kann, ist, wenn einer sein Pferd ungerecht behandelt oder jähzornig wird. Da kann er erschreckend laut werden. Unser Reitlehrer sagt immer, dass der Umgang mit Pferden den Charakter schult. Wir haben ein sehr kameradschaftliches Verhältnis." Alle Achtung! Einem solchen Kompliment aus Schülerfeder ist nichts mehr hinzuzufügen.
Martin Stellberger