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Goldenes Fahrabzeichen für Alber Meier PD 07/1997
EICHSTETTEN. Für gewöhnlich sind Schmiedehammer und Hufbeschlags-Werkzeug das, womit sich Albert Meier aus Eichstetten beschäftigt. Hufschmied und Schlossermeister nennt sich der Beruf des 37jährigen. Außerdem hat Meier als Kutschenbauer einen guten Namen. Er baut jedoch nicht nur Kutschen. Der gebürtige Freiburger reist in seiner Freizeit mit seinen Pferden und seinen Kutschen dorthin, wo die Zweispänner-Fahrer ihre Turniere bestreiten. Albert Meier fährt mit! Ausdrücklich sagt er: Stets mit den eigenen, selbstgebauten Kutschen. Schärpen und Pokale zu Hause sind stumme, aber glänzende Zeugen erfolgreicher Wettkämpfe. Im Laufe der Jahre wurde Albert Meier zu einem der besten Zweispännerfahrer Baden-Württembergs. Das wird nun honoriert! Er wird Ende Juli beim Fahrturnier in Meißenheim gewürdigt: Meier bekommt das Goldene Fahrerabzeichen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) verliehen. Das ist die höchste Auszeichnung im Pferdesport Deutschlands für Aktive.

Fahrsport mit Pferden darf man sich natürlich nicht als gemütliche Kaffeefahrten vorstellen. Da geht es, sportlich gesehen, ganz schön zur Sache. Dressur, Marathonfahrt mit Geländehindernissen, Hindernisfahren, salopp auch als Kegelfahren bezeichnet, Präsentieren der Gespanne - es wird viel verlangt von Fahrern und Pferden. Dafür opfern die Sportler nicht nur ihre gesamte Freizeit für den Sport, meist sind die Ehefrauen, Brüder, Freunde zur Stelle, um bei der Pflege von Tieren und Gerätschaften zu helfen, vor allem um bei den Turnieren mit Hand anzulegen. Dass der Sport weit mehr Geld kostet als es Gewinngelder je abdecken können, wird jedem deutlich, der einmal den Tross eines Gespannfahrers beim Turnier genauer angesehen hat: Albert Meier bringt zwei bis drei Pferde mit, Geschirre für Geländefahrten und Dressur, zwei Kutschen, eine davon speziell für die Hindernisparcours im Gelände, Transportgefährte und und und...

Fahrsport ist etwas für "Mannschaften" rund um den Fahrer. Sie müssen sich untereinander fast blind verstehen. Das kommt beim Publikum an. Deshalb gewinnt auch der Fahrsport immer mehr Freunde: Teamsport und Spannung, Schönheit der Gespanne und "Action" vermittelt dieser Sport gleichermaßen. Albert Meier ist seit seinem 14. Lebensjahr davon gefangen. Übernommen hat er die Liebe zu den Pferden vom Vater. Dass er nebenbei einen kleinen Weinbaubetrieb unterhält, liegt an der Tradition seiner Heimatregion, der Badischen Weinstraße.

Albert Meier besuchte vor vielen Jahren die "Fahrschule" des Haupt- und Landgestüts Marbach. Bei dem heute hochbetagten Altmeister Christian Lamparter lernte er den Umgang mit den Leinen. Regelmäßig geht Meier seither zu Lehrgängen und ist heute selbst soweit, als Fahrwart Ausbildung zu betreiben. Seit 1996 ist er als "Fahrlehrer FN" anerkannt. Seit zwei Jahren bringt er sich im Fahrausschuss Baden-Württemberg ein, wo er auch als Co-Landestrainer mitarbeitet.

Das Goldene Fahrerabzeichen ist also Ausdruck für Erfahrung und Erfolg. Auch Dank für guten Sport schwingt mit. Von bleibender Erinnerung ist für Meier dabei der Sieg in der Geländefahrt bei der Deutschen Meisterschaft der Zweispännerfahrer in Marbach 1991. Siebter wurde er in der Einzelwertung. 1995 gewann er bei der Deutschen Meisterschaft in Viernheim das Hindernisfahren. Bei den Landesmeisterschaften mischt er auch mit: 1990 gewann er die Silbermedaille, 1992 wurde er mit dem Einspänner Landessieger. Fünfmal schon ist Alber Meier Badischer Meister. Für die Zukunft hat er sich vorgenommen, die Trainertätigkeit auszubauen, um den Fahrsport auf diese Weise zu fördern. Denn Fahren ist für Albert Meier mehr als Sport, ist mehr als Leidenschaft: Gespannfahren ist für ihn Lebensfreude pur.
Martin Stellberger