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CARINA LEHANKA – MIT DONNERKNALL ZU GOLD GERITTEN PD 11/2005
CARINA LEHANKA – MIT DONNERKNALL ZU GOLD GERITTEN

CRAILSHEIM.
Carina Lehanka ist mit 21 Jahren eine erfolgreiche junge Frau als Dressurreiterin und im Beruf. Soeben hat sie ihre Prüfungen im Fach Wirtschaftsmanagement erfolgreich hinter sich gebracht und damit ihre erste berufliche Ausbildung als Industriekauffrau weiter ausgebaut. Sie arbeitet bei der Firma Würth Elektronik in Niedernhall. Zu Hause ist sie allerdings in Crailsheim, wo auch ihre Eltern Harald und Angelika Lehanka leben. Bruder Kevin hat sich des Sports wegen anders orientiert. Er spielt Fußball in der B-Jugend des 1. FC Nürnberg. Und FBW Donnerknall, das Pferd, von dem die Rede sein muss? Dieses Pferd wurde von Christine Dorsch-Häfele gezogen, einer bekannten Züchterin aus Crailsheim, gleichzeitig Patentante der Reiterin. Den schicken Fuchs, der von dem Hengst Donnerhall abstammt, hat Carina Lehanka „fast alleine“ ausgebildet.

Dahinter steckt ungemein viel Arbeit, denn „ausgebildet“ ist ein weiter Begriff. FBW Donnerknall ist ein besonders fähiges Dressurpferd geworden, das seiner Reiterin im vergangenen Jahr in Tau-benberg, einem kleinen Ort bei Lindau am Bodensee, zum ersten Sieg in Klasse S verhalf. Carina Lehanka ließ an gleicher Stelle beim selben Turnier ihren Donnerknall noch einmal aus sich heraus und gewann den Wettbewerb St. Georg. Eine tolle Leistung, das fanden auch die Zuschauer. Danach war der Ehrgeiz der jungen Frau nicht mehr zu bremsen. Sie startete 2004 gleich zweimal in Nussloch und gewann einen Wettbewerb in Klasse S sowie eine St. Georg-Kür. Wenig später zeigte Donnerknall seine Qualitäten in Heidenheim, wo er seiner Reiterin erneut zwei Siege bescherte. So war bereits mehr als die Hälfte des Weges zum Deutschen Reiterabzeichen in Gold schon geschafft. Die noch fehlenden vier Siege – zehn müssen es für das „Goldene“ schon sein – verschob Carina Lehanka auf die laufende Saison 2005 – zwangsläufig. Donnerknall hatte sich Ende August 2004 verletzt, musste gar operiert werden und bedurfte einer längeren Rekonvales-zenz. Erst Ende April 2005 durfte der Fuchs wieder geritten und aufgebaut werden, so dass er erstmals im Juni in Göppingen vorgestellt werden konnte. Wie gut sich das Pferd erholt hatte, bewies es in Tübingen seiner Reiterin und deren Mutter, die die meiste Zeit für die gute Pflege des Tieres sorgte, mit einem Sieg. Tübingen ist ein gutes Pflaster für Donnerknall, denn hier errang er 2001 erstmals eine S-Platzierung. Dann ging es munter weiter mit dem Siegen in Rot am See-Musdorf und im September zweimal in Babenhausen. Bei allen Turnieren präsentierte sich Donnerknall in Bestform. Damit waren die zehn geforderten Siege für das Goldene Reiterabzeichen komplett. Doch es gilt, nicht nur von den Siegen zu sprechen, oft zählen gute Platzierungen ebensoviel wie ein Sieg, weil man ja auch die starke Konkurrenz achten muss.

Lange vor diesen beeindruckenden Erfolgen der Reiterin, die für den Verein Onolzheim startet, hat Carina Lehanka bereits als Ponyreiterin auf sich aufmerksam gemacht. 1996 startete sie mit Black Sky in Aachen, um ihren Verband mit einer Quadrille zu repräsentieren. 1997 gehörte sie dem Pony-Kader Baden-Württemberg an und war damals bereits für die Deutsche Meisterschaft in Soltau nominiert worden. In der Schleyerhalle wurde sie mit ihrem Ponyhengst Singolds Lynco Zweite der Pony-Kür. Ein Jahr später errang sie den dritten Platz bei der Landesmeisterschaft der Pony-Dressurreiter in Schutterwald. Dazu kam noch ein dritter Platz bei den Süddeutschen Pony-Meisterschaften in Heuchlingen. Der Weg setzte sich konsequent fort und es folgte 1999 der große Sieg mit Pony Nicodim bei der Landesmeisterschaft der Ponyreiter in Schutterwald.

Allerdings – rasch wächst auch eine erfolgreiche Ponyreiterin aus den „Anfängen“ heraus, wird Juniorin und dann Junge Reiterin. 2000 stieg sie also um und ritt fortan Donnerknall. Auch in diese Zeit fallen schöne Erfolge: In Kreuth errang Carina Lehanka den siebten Platz bei der Deutschen Meisterschaft der Junioren, dreimal wurde sie Vizemeisterin (2002, 2004/2005) der Junioren und Jungen Reiter bei den Landesmeisterschaften Baden-Württemberg. Längst ist sie mit Donnerknall auf den Turnierplätzen des Landes zu Hause. Neben Schule und Ausbildung hat Carina Lehanka dies alles geschafft: „Ich bin eben zielstrebig und ehrgeizig“, sagt sie. Dass die Eltern den zeitraubenden und aufwändigen Sport ihrer Tochter unterstützen, ist wichtig für die ambitionierte Reiterin. „Mein Vater und mein Opa Dieter Dorsch sind meine Sponsoren und ohne meine Mutter wäre ich bei den Turnieren sicher nicht so weit gekommen“, sagt die junge Sportlerin dankbar. Aber ganz ohne fachmännische Hilfe kam und kommt auch sie nicht aus. Nach ihren Ausbildern gefragt erzählt die junge Reiterin: „Aufs Pferd bin ich eigentlich 1987 durch meine Tante gekommen. Sie hat ja viel mit Pferden zu tun und züchtete zum Beispiel auch Dr. Jackson, der auf Dream of Glory aus der Donnerhall-Linie zurückgeht.“ Dann spielt da Nadine Plaster eine große Rolle. Die erfolgreiche Dressurreiterin und Spezialistin für die Ausbildung junger Pferde beim Gestüt Birkhof in Donzdorf begleitete Carina Lehanka seit deren Ponyreiterei. Von ihr hat sie viel auf ihren eigenen Weg im Dressurzirkus mitbekommen. Auch Bertin Pötter, Dressurausbilder und Landestrainer aus Murr, gehört zu den Förderern der jungen Reiterin. Er begleitet sie zum Beispiel bei allen offiziellen Turnieren. So haben doch eine ganze Reihe „guter Geister“ Anteil am Erfolg der jungen Goldreiterin, deren Leistung auch in der Heimat anerkannt wird: Carina Lehanka wurde bei der Wahl des Sportlers des Jahres von Crailsheim dreimal ganz vorne platziert: einmal als Vierte, einmal als Dritte und einmal als Zweite dieser Wahlen.

Wie geht es weiter mit der Reiterei? Carina Lehanka hat sich entschieden, den Sport noch länger auszuüben. Beweis: Ihr Nachwuchspferd Davy Krokke ist ein Halbbruder zu Donnerknall und macht der jungen Frau viel Freude. Den braunen Dr.-Jackson-Abkömmling möchte sie so fördern, dass er auf das gleiche Leistungsniveau kommt wie Donnerknall. Das Kürzel „FBW“ im Namen des Stars bedeutet im Übrigen, dass der Förderverein Baden-Württemberg den Weg des Pferdes aus der Landeszucht auch finanziell begleitete, so lange es fünf- und sechsjährig war.

Das Jahr 2005 neigt sich nun dem Ende zu, die Spannung im Turniersport hat sich allerdings noch nicht auf Winterpause umgestellt. Auch Carina Lehanka kann ihre Reiterei erst „später“ auf mehr Ruhe für sich und das Pferd umstellen, denn noch steht das Turnier in Affalterbach auf dem Pro-gramm. Einen Start in der Schleyerhalle anzustreben verkniff sich die junge Reiterin aus Rücksicht auf ihr Pferd. Sie wollte ihn nach der ausgeheilten Verletzung nicht „ausreizen“. In Affalterbach wartet dafür noch ein kleines Fest: Die Verleihung des Goldenen Reiterabzeichens. Herzlichen Glückwunsch sagt auch
Martin Stellberger