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JESPER LUND KRISTENSEN – EIN DÄNE TRÄGT FN-GOLD PD 10/2005
JESPER LUND KRISTENSEN – EIN DÄNE TRÄGT FN-GOLD

DORNHAN/STETTEN AM KALTEN MARKT.
Stetten am kalten Markt ist allgemein eher als hoch auf der Schwäbischen Alb gelegener, witterungsbedingt harter Ort bekannt und als Bundeswehr-Standort mit großem Truppenübungsplatz, wo die Panzermotoren dröhnen. Dass dort aber auch im Stillen die Reiterei blüht, stellt der gebürtige Däne Jesper Lund Kristensen unter Beweis. Der Springreiter, Jahrgang 1972, trainierte hier bis vor kurzem seine Pferde, für deren Besitzer er sie bei Turnieren mir viel Erfolg vorstellt. Nicht umsonst wird ihm beim Turnier von Bisingen-Hohenzollern Anfang Oktober (7.-9. Oktober) eine Ehre zuteil, die nicht jedem Reitersmann in die Wiege gelegt wird. Kristensen hat dafür eine ganze Menge leisten müssen, sportlich gesehen. Wer das Goldene Reiterabzeichen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung am Revers tragen will, muss eine bestimmte Qualifikation erreichen, um die geforderten zehn Siege in Klasse S zu erringen. Das fällt niemandem in den Schoß, auch Kristensen nicht, der seinen ersten Sieg als Springreiter in Klasse S im Jahr 2000 mit Filigran in Werlte errang. Filigran brachte ihm seither drei weitere Siege und etliche Spitzenplatzierungen ein. In der Reihe seiner Pferde spielt auch Cashman eine große Rolle. Der steuerte nämlich mit seinem Können Siege und Platzierungen in Klasse S bei. Inzwischen stehen 16 S-Siege mit verschiedenen Pferden auf dem Konto des Springreiters. Kurz vor Redaktionsschluss rief er an und berichtete von einem guten Verlauf beim Radolfzeller Turnier: „Jetzt habe ich meinen 16. Sieg errungen!“

Liest man die Erfolgsliste, so erfährt man, dass der Reiter im ganzen Bundesgebiet herumreist, um zu den Turnieren zu kommen, von Radolfzell am Bodensee bis Norderney im Norden Deutsch-lands. Das kostet Zeit und Geld, auch wenn das die Siege rechtfertigen. Seine Anstrengungen rechtfertigen auch das Vertrauen seiner Pferdebesitzer. Sein Erfolg förderte zudem seine beruf-liche Neuorientierung in Richtung Dornhan. Hier hat er sich zum 1. Oktober 2005 selbständig gemacht, einen Reit-, Turnier- und Handelsstall eröffnet und hofft nun, dass er noch mehr Berittpferde zur Verfügung gestellt bekommt. So ganz von ungefähr aber kommen die neuen Berufswege nicht, denn er hat sich mit einer Frau zusammengetan, die in der Reiterszene des Landes ebenfalls einen guten Namen als Turnierreiterin besitzt: Claudia Vasall ist fünffache Landesmeisterin der Springreiter, war bisher zweimal Deutsche Meisterin, einmal Vizemeisterin und startete bei Nationenpreisen. Außerdem ist sie wie ihr Partner Trägerin des Goldenen Reiterabzeichens (siehe Portrait PRESSEDIENST 8/97)

Jesper Lund Kristensen stammt aus Horsens in Dänemark, machte dort sein Abitur und wurde nach sechsjähriger Ausbildung Reitlehrer. Wenn er denn etwas Freizeit hat in seinem zeitrauben-den Beruf, fährt er gerne Ski oder geht zum Tauchen. Er bezeichnet sich als zielstrebig und fleißig und seine Bekannten und Freunde schätzen sein Verantwortungsbewusstsein. Schaut er auf seine Reiterkarriere zurück, so legte seine Cousine die Wurzeln seiner Liebe zu den Pferden. Mit sechs Jahren begann er einst zu reiten und startete mit elf erstmals bei Ponyturnieren, sogar bald international. Als er den Ponys entwachsen war, richtete sich Kristensen auf Großpferde ein und schaffte den Übergang problemlos und erfolgreich. Er wurde zum Beispiel dänischer Meister der Junioren, war Mitglied der Nationalmannschaft der Junioren und Jungen Reiter und bestritt bisher als sogenannter Senior fünf Nationenpreise für Dänemark.

Inzwischen reitet Jesper Lund Kristensen für den Verein in Bisingen-Hohenzollern und führte junge Springreiter als deren Trainer bis zur Europameisterschaft. Aber er versteht es nicht nur, Reiter gut auszubilden. Seine Stärke liegt in der Ausbildung junger Pferde bis hin zur schweren Klasse in Springen und Dressur, sagt Kristensen, der selbst früher Dressurturniere bis Klasse S geritten hat. Als Reiter sieht er seine Ziele eindeutig im Turniersport: „Ich möchte international reiten und auch wieder Nationenpreise bestreiten“, sagt er zu seiner Zukunft. Und als Mensch „möchte ich ein gesundes und glückliches Leben“. Martin Stellberger

Kontakt: 0173-6222662 oder jesperlund@t-online.de