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DEN SPUREN DER MUTTER FOLGEND ZU GOLD: CAROLYN WITTENBORN PD 07/2005
DEN SPUREN DER MUTTER FOLGEND ZU GOLD:
CAROLYN WITTENBORN

KETSCH.
Dressur und Springen gehören in der Familie Wittenborn aus Ketsch zum täglichen Brot. Udo und Sigrun Wittenborn, die Eltern von Carolyn Wittenborn, „genießen“ dieses tägliche Brot schon von Berufs wegen. Udo Wittenborn ist zwar gelernter Schreiner, aber der Pferdevirus muss ihn schon früh befallen haben, denn er ist längst selbständiger Pferdewirtschaftsmeister und betreibt eine eigene Reitanlage in Ketsch. Als Regionaltrainer in Nordbaden führt er immer wieder junge Reiter zu großen Erfolgen. Seine Frau Sigrun, sie arbeitet als freiberufliche Steuerberaterin, schwärmte 1998, als sie ihr Goldenes Reiterabzeichen bekam, von ihrem Mann: „Der allerwichtig-ste und beste Trainer war mein Mann Udo!“ Carolyn Wittenborns „Elternlob“ hört sich ähnlich gut an, wenn sie über ihre Laufbahn und die Ausbildung beim Vater spricht: „Von Anfang an und ständig Papa und Mama!“

Die Erfolgsliste der jungen Frau aus Ketsch ist beachtlicht: Zehn Dressur-Siege in Klasse S verhelfen ihr zum Goldenen Reiterabzeichen. In München-Riem schaffte sie 2005 den zehnten Sieg. Da die Reiterei aber keine Pause macht, sammelte Carolyn Wittenborn fleißig weiter Sieg um Sieg. Das „Goldene“ wird ihr nun während der Landesmeisterschaft in Schutterwald (15.-17. Juli 2005) verliehen werden. Das wird ein richtiges Fest, denn in Schutterwald versteht man nicht nur tolle Turniere zu veranstalten, sondern auch zünftig zu feiern. Bei allen Siegen von Offenburg 2003 bis Legelshurst 2005 sattelte sie ihren treuen Airwin, den Carolyn Wittenborn besonders liebt. Sie weiß seine Stärken zu schätzen, denn in Reiterkreisen gilt die Binsenweißheit: „Ohne ein geeignetes Pferd kann man es in der Dressur kaum zu etwas bringen.“ In dieser Einstellung zum Sportpartner schwingt auch der Dank an Mutter Sigrun und Schwester Maren mit. Die beiden hatten nämlich Airwin als Siebenjährigen in einem Springstall entdeckt, was nicht von ungefähr kommt, denn Mutter und Schwester haben als Springreiterinnen einen Blick für gute Pferde. Maren gehört zu den besten jungen Springreitern des Landes. Sie wird wohl auch in Schutterwald an den Start gehen. Bei den Nordbadischen Meisterschaft 2005 gewann sie Bronze und bisher schon mehrere S-Springen. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis auch die Jüngste im vierblättrigen Wittenborn-Kleeblatt das „Goldene“ erringt.

Carolyn Wittenborn ist 21 Jahre jung und studiert neben der recht intensiven Reiterei Betriebswirtschaft im zweiten Semester in Heidelberg. Ihre berufliche Zielsetzung beschreibt sie lapidar mit „Managerin“. Ihre recht knappe Freizeit verbringt sie gerne mit Freunden und sie lässt sich ab und an auch im Fitnessstudio sehen. Wenn sie sich selbst beschreibt, dann gibt sie zu, dass sie hier und da etwas ungeduldig ist. „Manchmal bin ich auch etwas launisch, aber daran arbeite ich!“ hebt sie fröhlich lachend hervor. Sie habe aber auch positive Seiten, sei hilfsbereit und offen, kontraktfreudig und „ich bin nach kurzer Denkpause selbstkritisch“. Wie sehr sie vom Reiten und von Pferden fasziniert ist, beschreibt sie so: “Ich reite schon länger als ich denken kann. Ich habe schon in Mamas Bauch S-Springen gewonnen“!

Carolyn Wittenborns Reiterkarriere begann in der Führzügelklasse und entwickelte sich wohl unter den Augen der Mutter zunächst zum Springreiten, wo sie bis Klasse L erfolgreich war. Doch schließlich brach sich die Dressurreiterei Bahn. Wie man sehen kann mit viel Erfolg. Eine ihrer Stärken in der Reiterei bringt ihr dabei den immer angestrebten Erfolg: Horsemanship, sagt Carolyn Wittenborn, gehört einfach dazu: „Mein ständiges Bestreben ist es, meinem Pferd gerecht zu werden, es nie zu überfordern!“ Sie habe oft die Sorge, zu Lasten ihres Pferdes „etwas falsch zu machen, was dazu führte, dass ich manches Ausbildungsziel später als andere erreichte.“ Ob man das als Schwäche bezeichnen darf, wie es die Reiterin selbst tut? Gerade in der Reiterei zahlt es sich „später“ aus, wenn man sich „früher“ etwas mehr Zeit lässt mit den jungen Pferden. Auch das ist Horsemanship.

Dass Carolyn Wittenborn mit ihrer Art zu arbeiten Erfolg hat, zeigt ein Blick in die „Bücher“. Neben den Siegen für das Goldene Reiterabzeichen fallen tolle Platzierungen ins Auge: 1997 wurde sie in Schutterwald mit Rebecca Achte im Championat, ein Jahr später mit Wintermond Zweite und 1999 Dritte. 2002 trug sie mit Airwin den Sieg bei der Landesmeisterschaft der Junioren davon. Diesen Sieg zählt sie zu den wichtigsten Erfolgen ihrer Laufbahn. Ein Jahr später, als Junge Reiterin, errang sie die Bronzemedaille der Landesmeisterschaft. Besondere Herausforderungen wurden der jungen Frau zuteil, als sie internationale Wettbewerbe bestreiten durfte, z. B. im Babenhausen, Essen und Duisburg. „Tolle Erlebnisse waren für mich meine ersten Siege in Klasse S, nämlich 2003 in Offenburg und in Heimsheim gewann ich meine erste Intermediaire I!“ Da kann man nur noch sagen: Weiter so zu vielen Erfolgen! Martin Stellberger