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Ilse Lorenz - Ein Nachruf PD 01/2002
Bad Buchau. Am 29.12.2001 verstarb Ilse Lorenz, die langjährige Regionaltrainerin der Voltigierer im Württembergischen Pferdesportverband. Die Grande Dame des Voltigiersports, sie lebte zuletzt in Bad Buchau, schrieb in dieser Sportart Geschichte. Zusammen mit ihrem Mann Paul Lorenz trainierte sie lange Jahre die Voltigierer im Stuttgarter Kräherwald. Die Mannschaft wurde in den siebziger Jahren sechsmal Deutscher Meister. Ilse Lorenz engagierte sich bis 1995 für den Verband Württemberg. Auf ihre Initiative entstanden die Ausbildertagungen im Voltigieren und sie gewann seit Anfang der achtziger Jahre Ansprechpartner für den Voltigiersport in den Pferdesportkreisen, damit die Ausbilder einen direkten Draht zum Verband haben sollten. Mit ihrem siebzigsten Geburtstag gab sie ihre Ehrenämter in jüngere Hände.

Ilse Lorenz leitete Lehrgänge im In- und Ausland und organisierte 1974 den ersten Voltigieraustausch mit den USA. Von dort kam die Idee des Einzelvoltigierens. Ilse Lorenz hatte sich gemeinsam mit Ulrike Rieder, Gaiberg, für die Einführung dieser Disziplin in Deutschland eingesetzt. Nachdem Paul Lorenz in den Ruhestand ging, bauten Ilse Lorenz und ihr Mann in Leonberg neue Voltigiergruppen bis hin zu Deutschen Meisterschaften auf. Als Pferdefachfrau, die in ihrer Jugend Dressur und Springen ritt, galt Ilse Lorenz' Augenmerk der Ausbildung der Longenführer und für sie standen die Pferde stets im Vordergrund. Trotz ihres Umzuges nach Bad Buchau und dem Kürzertreten in Ehrenämtern wirkte sie immer noch bei Lehrgängen mit und unterstützte den Voltigiersport. So konnte sie ihr Wissen und ihren Erfahrungsschatz an jüngere Ausbilder, Richter und Voltigierer weitergeben. Lange Jahre war sie Mitglied im Ausschuss des WPSV und Delegierte im Landesverband. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Mit ihr verlieren die Voltigierer und der gesamte Pferdesport einen Menschen, der den Voltigiersport maßgeblich geprägt hat.
Gabriele Knisel-Eberhard