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Ilse Lorenz feierte 70. Geburtstag PD 04/1995
BAD BUCHAU. Am 22. März feierte Ilse Lorenz ihren 70. Geburtstag. Die gebürtige Münchnerin wuchs am Tegernsee auf und war schon als Kind von Pferden fasziniert. Ihre reiterliche Ausbildung begann sie jedoch erst während des Krieges auf der Remontenschule in Aalen. Dort wurde sie gemeinsam mit Dorkas Winkler zur Bereiterin ausgebildet. Nach Kriegsende lernte sie ihren Mann Paul Lorenz kennen. Gemeinsam pachteten sie die Uni-Reitschule in München. Durch den Kontakt zu Dr. Kurt Graner, der damals in München Tiermedizin studierte, wechselten sie zum Reitverein Heilbronn, wo Paul Lorenz lange Jahre Reitlehrer war.

Schließlich zog es Paul Lorenz nach Wittlich/Mosel. Ilse und Paul Lorenz bauten diesen Verein mit auf. Aus dieser Zeit stammen die ersten intensiven Kontakte zum Voltigiersport. Am Aufbau der Voltigiergruppe Wittlich hatte Ilse Lorenz maßgeblich mitgewirkt. Mit dieser Mannschaft gewann sie zweimal die Deutsche Meisterschaft der Gruppenvoltigierer. Im Frühjahr 1969 wechselte Ilse Lorenz nach Stuttgart. Dort trainierte sie die Voltigierer dieses Vereins. Die Stuttgarter wurden sechsmal hintereinander Deutscher Meister. 1978 führte Ilse Lorenz die Longe selbst zur Goldmedaille.

In den siebziger Jahren war sie maßgeblich am Aufbau und der Weiterentwicklung des Voltigiersports in Baden-Württemberg beteiligt. Jahrelang engagierte sie sich als Landesbeauftragte und Landestrainerin der Voltigierer. Noch heute ist sie Beauftragte im Regionalverband Württemberg und Mitglied des Fachbeirats Voltigieren.

Viel Engagement steckte Ilse Lorenz in die Aus- und Weiterbildung der Voltigierausbilder. Dafür organisierte sie zahlreiche Lehrgänge im In- und Ausland. Als "Pferdefrau aus Passion" legt sie ihren Schülern immer wieder die Bedeutung der korrekten Ausbildung der Voltigierpferde ans Herz. Die Entwicklung des internationalen Voltigiergeschehens geht auf die Initiative von Ilse Lorenz zurück. Bereits 1974 fand der erste Austausch zwischen den USA und Stuttgarter Voltigierern statt. Aus den Staaten kam damals die neue Idee des Einzelvoltigierens, das in Deutschland noch weitgehend unbekannt war. Ilse Lorenz hat sich mit Erfolg für die Einführung dieser Disziplin in Deutschland eingesetzt. Durch ihre internationalen Kontakte kam auch die Bekanntschaft zu Phoebe Cooke-Hearst, die 1990 die FEI-Hearst-Vaulting-Trophy ins Leben rief. Damit sollte die internationale Verbreitung des Voltigierens noch mehr gefördert werden. Vorsitzende des FEI-Hearst-Vaulting-Trophy-Komitees ist seit 1992 Ilse Lorenz.

Aber nicht nur im Voltigieren war und ist Ila, wie sie von ihren Freunden genannt wird, aktiv. Als Reiterin war sie jahrelang auf den baden-württembergischen Turnierplätzen unterwegs. Selbst als Dressur-, Spring- und Voltigierrichterin ist sie dem Sport aufs engste verbunden. Hinzu kommt ihr Engagement im Ausschuss des Regionalverbandes und als Delegierte im Landesverband. Dafür wurde sie kürzlich in Kirchheim/Teck mit der Verbandsehrennadel in Gold ausgezeichnet.

Viel Zeit bleibt ihr also für anderes nicht. Dennoch ist sie eine begeisterte Langläuferin. Im kommenden Jahr will sie sich einen Lebenstraum erfüllen - eine Schiffsreise. Möge sie diese in vollen Zügen genießen.