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Goldenes Reitabzeichen für Günter Schmaus PD 3/2005
GOLD FÜR EINEN OBERSCHWABEN

BAD WURZACH-HAUERZ.
Das internationale Reitturnier „Oberschwabencup“ Anfang März in Ravensburg kommt gerade recht. Es wird den feierlichen Rahmen geben für eine Ehrung der besonderen Art. Das Goldene Reiterabzeichen wird dann am Revers von Günter Schmaus vom Reitverein Hauerz glänzen. Dieses Zeichen reiterlichen Erfolges muss man sich als Reiter oft über Jahre mühsam verdienen durch Beharrlichkeit und Fleiß, durch Selbstdisziplin und - mit Hilfe guter, braver Pferde. Das Besondere an dieser Ehrung ist, dass es mit Günter Schmaus einem der wenigen Reiter aus Oberschwaben gelungen ist, sportlich so weit zu kommen. Für gewöhnlich haben die bodenständigen Menschen dieser Region nicht die Möglichkeiten, so hoch hinaus zu kommen – neben der Arbeit. Auch Günter Schmaus ist das nicht leichtgefallen. Schließlich ist er lupenreiner Amateur und geht täglich seinem Beruf als Rolladen- und Fensterbauer nach. Schmaus ist selbständiger Unternehmer und hat sein Handwerk nach der Wirtschaftsschule in Wangen in einer Lehre zum Rolladen- und Jalousiebauer von der Pike auf gelernt. Danach legte er die Meisterprüfung im Glaserhandwerk ab. „Es ist wirklich nicht einfach, Betrieb und Hobby unter einen Hut zu bekommen“ sagt der 33-jährige Unternehmer.

Dass ihm das durchaus gut gelingt, beweisen seine Erfolge mit den Pferden Gariton, mit dem Schmaus in Locarno seinen ersten S-Sieg feierte, mit Captain Future und vor allem mit Fantast, der ihm 2002 und 2003 sechs Siege zum Beispiel in Oberderdingen, Holzheim, München oder Mannheim gelangen. Auch Dar es Salaam ist ein solches Spitzenpferd, mit dem Schmaus zweimal siegte und weitere Spitzenplätze errang. „Um mich mit den Profis messen zu können, die das ganze Jahr über nichts anderes machen als reiten, muss ich mich ganz schön anstrengen. Manchmal finde ich wegen meines Betriebes kaum die Zeit, auf Turniere zu fahren, geschweige denn dafür zu trainieren. Dennoch will ich meinen Sport nicht wegen des beruflichen Drucks aufgeben.“

Dass ihm da noch Zeit fürs Reiten blieb? Das erklärt sich leicht: Günter Schmaus ist so vom Pferdevirus befallen, dass er vom Reiten nicht lassen konnte. Daran hat aber auch Vater Josef „Schuld“, denn der war das Vorbild und brachte den Sohn schon 1980 aufs Pferd. Aber das ist in der ländlichen Region Oberschwabens, wo es noch viele Pferde gibt, eigentlich nicht so schwierig. Der Vater war jedoch besonders engagiert als Vorstand des Reit- und Fahrvereins Hauerz, für den Günter Schmaus heute noch reitet. Als Jugendlichen zog es ihn über den Vierkampf in den Turniersport. Als junger Reiter durfte er sogar nach Borken reisen, um an der Deutschen Meisterschaft teilzunehmen. Ergebnis: sechster Platz! Dieser Start wurde möglich, weil der junge Reiter vom früheren Landestrainer Wolf-Dieter Huck entdeckt und gefördert wurde. Die Eltern Josef und Martha Schmaus halfen tatkräftig mit, den Sprössling reiterlich weiter zu bringen. Hinzu kommt, dass Günter Schmaus auch von Manfred Marschall aus Heiligkreuztal unterstützt wurde. Reiterlichen Schliff erhielt der Hauerzer zudem von Herbert Sprie aus Kirchdorf.

Schaut man in die Turnierliste von Günter Schmaus, so steht dort ein Satz, der seine Freude am Reiten hervorhebt: „Außerdem habe ich viele Siege und Platzierungen auf den schönsten Turnieren Europas errungen.“ In der Tat, Schmaus ist in all den Jahren seiner Reiterei viel herum-gekommen. Er startete schon beim weltberühmten Hamburger Derby, er ritt beim Internationalen Turnier von Spangenberg, beim großen Maimarktturnier in Mannheim, in Aach und Donau-eschingen. Sogar in Wien, Locarno und bei der Sunshine Tour in Südspanien sattelte er seine Pferde.

An das Turnier in Locarno von 1995 erinnert sich Günter Schmaus besonders gerne. Dort errang er nämlich seinen ersten Sieg in einem Springen Klasse S – gegen Reiter wie die Schweizer Beat Mändli und Willi Melliger, wahrlich keine kleinen Hausnummern auf der Weltrangliste! Doch es dauerte volle sieben Jahre, bis der Oberschwabe wieder in Klasse S siegen konnte. 2002 jedoch schien der Knoten geplatzt zu sein. Sechsmal gewann er schwere Springen mit seinen Pferden Fantast und Captain Future. 2003 und 2004 folgten die nächsten Siege. Nicht übersehen darf man, dass Schmaus oft genug nah dran war am Sieg, denn er errang viele zweite Plätze bei seinen Starts in Klasse S.

Fragt man den Hauerzer, was ihm bei seiner Reiterei noch wichtig sei: „Für den Erfolg braucht man die Pferde und ein gutes Management.“ Hier half ihm einmal mehr Manfred Marschall. Aber der Reiter weiß genau, wem er sein Goldenes Reiterabzeichen verdankt, in erster Linie nämlich den Pferden: „Der größte Dank gilt meinen Pferden, die hauptverantwortlich sind dafür, dass ich als Amateur das Goldene Reiterabzeichen tragen darf.“ Martin Stellberger