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NIKOLAS LAUER ERHIELT GOLDENES REITERABZEICHEN PD 07/2004
EHRUNG IN ICHENHEIM:
NIKOLAS LAUER ERHIELT GOLDENES REITERABZEICHEN

ICHENHEIM.
Zu Hause ist Nikolas Lauer in Lahr. Sein Lieblingsturnier findet in Ichenheim statt. Dort wurde auch gefeiert: Nikolas Lauer erhielt Mitte Juni 2004 das Goldene Reiterabzeichen verliehen. Das macht stolz und glücklich. Denn der Springreiter, er ist knapp dreißig Jahre alt, hat sich damit einen Traum erfüllt, ein wichtiges Ziel erreicht. Solche Erfolge sind zudem förderlich, bringen sie doch die Anerkennung der Sponsoren und Förderer. Das Goldene Reiterabzeichen ist nämlich nicht „mit links“ zu bekommen. Viel Arbeit, Ausdauer und jahrelange Ausbildung sind Voraussetzungen für diese Ehrung. Siege, und nur die zählen für Gold, fallen einem Reiter nicht zu. Die Konkurrenz schläft nicht und alle Tage sind auch nicht Höchstleistungen möglich.

Doch Nikolas Lauer, Pferdewirt mit Schwerpunkt Reiten, hat sich seinen Traum erfüllt. Die Basis brachte seine Berufsausbildung mit, die er 2001 als Prüfungsbester und der Stensbeck-Plakette abschloss. Zur Zeit schult er allerdings beruflich um und wird Groß- und Außenhandelskaufmann im Autohaus Zipperer in Kehl. Er hat sich vorgenommen, seinen Beruf erfolgreich mit dem Hobby zu
verbinden. Dabei unterstützt ihn seine Freundin Nicole Grotensohn, mit der er im elterlichen Haus wohnt. Auch sie ist „Pferdefrau“; als gelernte Pferdewirtin hat sie sich allerdings der Dressur zugewandt. „Sie hat vor allem an meinem zehnten S-Sieg großen Anteil, da sie mich täglich in der Arbeit mit den Pferden unterstützt“, hebt Nico Lauer hervor. Förderlich für das Hobby und die frühere Berufsausbildung ist einerseits, dass Lauers Vater, Dr. Wolfgang Lauer, als Tierarzt Spezialist für Pferde ist, und auch die Mutter, Dorothee Lauer, sowie der Onkel, Stefan Zimmermann, in ihrer Jugend erfolgreiche Reiter waren.

Die Mutter war es denn auch, die ihren Sohn als Siebenjährigen aufs Pferd setzte. Mit acht Jahren startete Nikolas Lauer erstmals bei kleinen Wettbewerben. Der Junge wollte dann schließlich nur noch Springen reiten, bekam aber dann soviel Respekt davor, dass er ein Jahr lang pausierte. Erst mit elf Jahren fand Nikolas wieder Freude am Reiten und erhielt mit Kronprinz sein erstes Pferd. „Damals begleitete mich meine Oma zu den Turnieren“ erzählt der Reiter dankbar. Und weil Nikolas Lauer in Lahr lebt, ist es kein Wunder, dass Werner Rode sein erster Reitlehrer wurde. 1990 gewann Lauer sein erstes Springen Klasse M in Ichenheim, unter dem Sattel hatte er ein Pferd namens Gauner. Das erste Springen in Klasse S bestritt Lauer ohne Erfolg 1992. Helmut Hartmann, einst Ausbildungsleiter am Gestüt Marbach und heute Leiter des Stalles Aufrecht in Affalterbach, stellte im Sommer 1992 die Verbindung zu Fritz Ligges her und Nikolas Lauer durfte vier Wochen bei ihm reiten: „Das war ein tolles Erlebnis; ich habe viel gelernt“, schwärmt Nikolas Lauer noch heute über die Arbeit mit dem inzwischen verstorbenen ehemaligen Bundestrainer. 1993 war der Reiter aus Lahr erstmals in einem Großen Preis platziert, in Straßburg, betont er ausdrücklich.

1996 zeichnete sich ein wichtiger Weg als Reiter ab: Nikolas Lauer durfte seinen Wehrdienst an der Bundeswehrsportkompanie in Warendorf absolvieren, was einer echten Auszeichnung gleichkommt. Denn dort findet nicht jeder Aufnahme. „Das war eine Superzeit mit Lutz Merkel, von dem ich viel profitierte!“ erzählt Lauer. Damals gewann er auch mit dem Großen Preis von Ichenheim sein erstes S-Springen, gewann bei der Landesmeisterschaft in Schutterwald und in Lahr ein S-Springen mit Win for me. 1998 folgten Siege in Exter und zwei weitere in Lahr mit Romanoff. Win for me ist inzwischen bei ihrem Reiter in der Zucht und hat bisher drei Hengstfohlen.

Dann trat wieder ein Glücksfall für den Schwärzwälder ein: Nach seiner Bundeswehrzeit durfte er zwei Jahre bei Ludger Beerbaum reiten und arbeiten: Für mich ging ein Traum in Erfüllung!“, sagte Lauer dem PRESSEDIENST. Danach trat er in die Dienste des Handelsstalles Heinrich Ramsbrock bei Cloppenburg.

„2001 bestand ich meine Bereiterprüfung und hatte anschließend einen herben Niederschlag zu verdauen, der mich wieder in die Heimat nach Lahr zurückbrachte: Ich hatte einen schweren Reitunfall erlitten.“ Es dauerte eine Zeit, bis Nikolas Lauer an die alten Erfolge anknüpfen konnte. 2003 schien das Tal durchschritten, denn mit Futuro Boy, einem Württemberger von Fleiner, gewann er in Viernheim, Forst und Legelshurst jeweils das Mächtigkeitsspringen über Höhen von bis zu 2,10 Metern. Das ersehnte zehnte S-Springen, das den Ausschlag für die Feierstunde in Ichenheim geben sollte, gewann Nikolas Lauer in diesem Jahr an Pfingsten beim Turnier in Remlingen mit Leopold.

Nikolas Lauer weiß zu schätzen, dass er seine Erfolge nicht nur sich selbst zu verdanken hat. Dankbar erwähnt er seine Ausbilder, seine Eltern als „Haupt-sponsoren“, aber auch Freunde und Pferdebesitzer aus seiner Lahrer Umgebung. Und da spielen auch wieder Schutterwalder Pferdefreunde eine Rolle, denn Martin Walter und Rainer Osswald aus Schutterwald, die Familie Wechsle aus Oberweier und die Familie Reichenbach aus Ichenheim nennt der Reiter dankbar. Gute Verbindungen hat Lauer auch zum Stall Kammin in Friesenheim und zu Theo Binder sowie zum Fohlenhof in Sulz, der Futuro Boy zur Verfügung stellt. In seinem Chef Klaus Ritter aus dem Autohaus Zipperer hat er einen verständnisvollen Chef. Sie alle haben wohl ihr Gläschen Sekt zum Goldenen Reiterabzeichen „ihres Reiters“ mit Freude getrunken.
Martin Stellberger