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ALEXANDRA HEINZMANN HOLT GOLD AN DEN SEE PD 07/2004
ALEXANDRA HEINZMANN HOLT GOLD AN DEN SEE

STOCKACH/AACH.
„In diesem Jahr ist es Alexandra Heinzmann vom Sport-pferdezentrum Aach im Hegau, die nach oben durchstartet.“ Das Reiterjournal lobt die junge Springreiterin aus Stockach in höchsten Tönen. Das Jugendturnier von Mosbach 2004, von Landestrainer Karl-Heinz Streng organisiert, „war das Turnier von Alexandra Heinzmann. Sie siegte im Großen Preis, im Zwei-Phasen-Springen und wurde Zweite in einem Springen der Großen Tour“, heißt es da weiter. Alles natürlich in Klasse S! „So hat noch nie jemand in Mosbach abgesahnt!“ schrieb das Fachmagazin aus Stuttgart. Wer so erfolgreich reitet, bekommt auch den Lohn mit Recht: Die junge Frau vom Bodensee, gerade mal 21 Jahre alt, wird während der Landesmeisterschaft in Schutterwald (16.-18. Juli 2004) mit dem Goldenen Reiterabzeichen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung geehrt. Die zehn geforderten Siege in Klasse S hat sie in Mosbach – siehe oben – komplettiert. Dazu kommen noch ebenso viele zweite und dritte Plätze in Klasse S. Einen großen Teil der Siege hat sie auf ihrem Pferd Malinka erritten – in einer relativ kurzen Zeit: Ihre ersten beiden Siege in Klasse S errang Alexandra Heinzmann 2002 in Schutterwald, 2003 folgten Siege in Mannheim, im öster-reichischen Wiener Neustadt, in Schutterwald, in Ichenheim sowie in Radolfzell und Hagen. Dann eben noch die vorerst letzten zwei Siege in Mosbach.

Doch es ist wie immer: Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gestellt. Wer hoch hinaus, gar große Sprünge wagen will, muss klein anfangen. Auch die junge Stockacherin fing klein an: Im elterlichen Pferdehandel von Erwin und Sonja Heinzmann in Stockach fiel es indes nicht schwer, das Reiten zu lernen. Mit sieben Jahren ritt sie erstmals ein Turnier. Der Vater brachte ihr die Grundlagen bei. Auch von Karl-Heinz Streng, dem Landestrainer, habe sie viel gelernt. Und im Sport-pferdezentrum in Aach hat sie in Samantha McIntosh eine international anerkannte Reiterin, die ihr weiterhilft. Mit Erfolg, wie sich zeigte.

Nach Hauptschule und Wirtschaftsschule lag das Berufsziel Bereiter nahe. Die Prüfung dafür ist das nächste Ziel der jungen Frau. Ihr Traum? Eine eigene Reit-anlage. Aber ein bisschen Disco und Faulenzen, Snowboard und auch Autos gehören zur „Ablenkungsmasse“ bei der vielen Reiterei, die den Lebensweg der Reiterin kennzeichnet, die früher zwei Jahre lang im Fußballclub Wahlwies spielte. „Dabei bin ich ehrgeizig, zielstrebig und hilfsbereit“ sagt sie über sich selbst; nur manchmal sei sie ein wenig launisch. Ihre Stärke im Reiten sei ihr gutes Ein-fühlungsvermögen. Sie könne sich leicht auf verschiedene Pferde einstellen. „Ich bin lernbegierig und will meine Ziele erreichen. Niederlagen muss ich verkraften lernen und will durch meine Erfolge nicht abheben“, sagt Alexandra Heinzmann gegenüber dem PRESSEDIENST. „Manchmal bin ich aber doch etwas zu ehr-geizig“ meint sie nachdenklich, „dann werde ich auch etwas ungeduldig, wenn’s nicht so funktioniert wie es sollte. Aber das regelt sich dann immer gleich wieder.“

Ihre reiterliche Laufbahn bescherte Alexandra Heinzmann bisher schon zahlreiche Auslandsstarts in Österreich vor allem, aber auch in Monte Carlo und Monaco, in Turin, in Verona und in der Schweiz, selbst in Frankreich war sie schon am Start. Viele dieser Reisen hatte sie schon als Ponyreiterin erlebt, denn, wie gesagt, vor den großen Sprüngen muss man viele „kleine“ absolvieren. Sie war schon 1997 im Landeskader der Ponyreiter, wurde 1998 Zweite im Finale der Pony-Trophy in Bremen, wurde 1999 in den Bundeskader der Ponyreiter berufen, gewann das Süddeutsche Hallenchampionat 1999 mit der Mannschaft und wurde im gleichen Jahr Dritte bei den Landesmeisterschaften in Schutterwald. Bei den Deutschen Meisterschaften errang sie 1999 in Aachen-Würselen sogar Silber. Nahtlos gelang der Übergang ins Lager der Junioren. 2001 wurde sie Mitglied im Bundeskader, holte Gold bei der Landesmeisterschaft der Junmioren 2001 und bei den Jungen Reitern 2002. Sie freut sich nun riesig auf die Feier im Juli in Schutterwald und auf ihr Goldenes Reiterabzeichen.

Ihre Ziele für 2004? Ich möchte Erfolg haben bei der Landesmeisterschaft in Schutterwald und bei der Deutschen Meisterschaft starten. Ganz toll wäre es, wenn ich einmal einen Nationenpreis für Deutschland reiten dürfte!“ träumt die junge Reiterin. Ein gutes Ziel, ein realistisches Ziel, möchte man sagen. Dabei denkt die Reiterin vom Bodensee schon weiter: „Ich möchte bei den „Senioren“ an meine Erfolge als Ponyreiterin, Juniorin und Junge Reiterin anknüpfen können. Denn erst, wenn ich diesen Übergang wirklich geschafft habe, bin ich zufrieden und kann neue Ziele anpeilen. Und dann möchte ich, dass meine Familie, die mich sehr unterstützt, dass meine Pferde und ich selbst gesund bleiben.“ Wer so danke sagen kann an Mensch und Tier, dem soll auch der Erfolg beschieden sein.
Martin Stellberger