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CLAUDIA KAISER MIT GOLDENEM REITABZEICHEN GEEHRT PD 07/2003
CLAUDIA KAISER MIT
GOLDENEM REITABZEICHEN GEEHRT

WILLSTÄTT.
Auf dem südbadischen Kaiserhof in Willstätt bei Legelshurst gab es Ende Juni (27.-29. Juni 2003) ein Fest. Einerseits rein sportlich, weil es ums Reitturnier ging, anderseits eher emotional-sportlich. Claudia Kaiser wurde nämlich gefeiert als neue Trägerin des Goldenen Reitabzeichens. Diese hohe Auszeichnung ist nur durch sportliche Erfolge zu erlangen, die ganz hoch angesiedelt sind. Die junge Dressurreiterin schaffte es in den letzten zwei Jahren, die hohe Hürde zu überwinden, die vor der Auszeichnung steht: Zehn Siege sammelte sie in der schweren Klasse S mit ihren Pferden Fürst Charly und Axon. Mit Fürst Charly errang die 21-jährige Berufsreiterin 2001 ihren ersten Sieg in Klasse S, damals beim Turnier in Lahr-Langenwinkel. Neun weitere Siege folgten seither bei Turnieren in Nußloch, Schutterwald, Freiburg und Horrenberg. Drei Siege steuerte ihr dänischer Hengst Axon bei. In Schutterwald holte sie sich zudem 2002 bei der Landesmeisterschaft der Jungen Reiter mit Fürst Charly die Silbermedaille. Im gleichen Jahr ritt sie bei der Deutschen Meisterschaft der Jungen Reiter im bayerischen Kreuth auf Platz 12.

Im November 2002 startete Claudia Kaiser beim großen Turnier in der Schleyer-halle und beeindruckte dort beim baden-württembergischen Scholz-Dressurcup mit ihrem hervorragenden dritten Platz. Zu Pfingsten stellte sich schließlich der zehnte S-Sieg ein und die Verleihung des „Goldenen“ erfuhr sie „natürlich“ beim Hausturnier auf dem Kaiserhof. Doch zuvor schon hatte die Gemeinde Willstätt ihre Sportlerin ausgezeichnet: Viermal erhielt sie bereits die Anerkennungs-medaille der Stadt für ihre hervorragenden Leistungen im Dressursport. Besonders schlugen da wohl auch ihre wertvollen Siege beim Internationalen Jugend-Dressurfestival von Nußloch 2002 zu Buche. Die junge Ortenauerin wusste indes ebenso in heimatlichen Gefilden zu siegen. Zum Beispiel in dieser Saison in Offenburg, wo sie mit Axon und Fürst Charly die Konkurrenz beherrschte.

Wer steckt nun hinter dem Namen Claudia Kaiser? Die junge Frau hat sich ent-schieden und die Arbeit mit den Pferden zu ihrem Beruf gemacht. Sie ist Pferde-wirtin. Man kann da schon sagen, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, denn das Gestüt ihrer Mutter Brigitte in Legelshurst legte die Entscheidung nahe. Nun steht auch die Ausbildung zur Pferdewirtschaftsmeisterin auf dem Plan. Die reiterlichen Meriten erwarb sich Claudia Kaiser einerseits, weil die Mutter voll hinter ihr stand, andererseits mit dem Feinschliff durch namhafte Reitlehrer: Ulla Salzgeber, die Weltmeisterin aus Bad Wörishofen, hat daran ihren Anteil ebenso wie die Trainer Herbert Görgens, der Altmeister aus Legelshurst, Marius Curteanu aus Bukarest, Landestrainer Andreas Grams, Beilstein, und der frühere badische Regionaltrainer Bertin Pötter aus Murr. Aber, so sagte die Mutter einmal, deren Reitschule mit vier Sternen ausgezeichnet wurde: „Es wäre vermessen zu glauben, dass diese Top-Ausbilder nur für Claudia engagiert wurden. Vielmehr wollen wir auf dem Kaiserhof allen Dressurreitern eine optimale Ausbildung ermöglichen!“

Fragt man die Reiterin nach ihren Stärken, so nennt sie ihre Nervenstärke, ihren Ehrgeiz und ihre rasche Auffassungsgabe. Hinzu kommt, sagt sie, dass sie neue Er-kenntnisse schnell umsetzen kann. Zu ihrem freundlich-aufgeschlossenen Wesen passt, dass sie gerne tanzt und Kino- und Discobesuche nicht ablehnt. Dabei ist Claudia Kaiser ganz Familienmensch, denn es ist ihr besonders wichtig, auf die Familie zu bauen. Für die Zukunft träumt sie von einem Pferd, das sie selbst bis zur hohen Klasse ausbilden kann. Davon soll auch – ganz Geschäftsfrau – ihre eigene junge Firma „Dressurausbildung Claudia Kaiser“ profitieren. Bei allem persönlichen Erfolg vergisst die Pferdewirtin nicht, dass ihre Pferde ebenso dafür verantwortlich sind: „Es war eine sehr wertvolle Erfahrung, wie diese gut ausge-bildeten Pferde auch meine reiterlichen Leistungen förderten. Nun sind wir – meine Pferde und ich – etwa auf dem gleichen Ausbildungsstand und lernen von einander.“ Claudia Kaisers Ziel sei es, immer so viel Freude am Reiten und an der Arbeit mit den Pferden zu haben, „wie ich dies jetzt erlebe“. Dann kommen die Erfolge ganz von selbst, meint Claudia Kaiser.
Martin Stellberger