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Erfolg für Philipp Kolossa PD 10/1992
Philipp Kolossa, 16 Jahre alt, im Lande als er-folgreicher Military-Reiter bekannt, hat einen ersten ganz großen persönlichen Erfolg zu verzeichnen. Er gehörte der deutschen Mannschaft der Military-Reiter für die Europameisterschaft 1992 an, die am 19./20. September in Langenhagen bei Hannover ausgetragen wurde. Es muss dabei der Vollständigkeit halber gesagt werden, dass die deutsche Mannschaft mit einem 4. Platz nach Hause kam, hinter den siegreichen Italienern, Frankreich und Belgien. In der Einzelwertung war Philipp Kolossa letztlich 32. von ursprünglich 66 Startern.

Aber das Ergebnis sei hier nicht an erster Stelle erwähnt. Interessant ist vielmehr der reiterliche Werdegang des jungen Amstetteners, der seine reiterliche Ausbildung anerkannten Lehrern wie John Brocklebank, Loßburg, Jakob Schmid, Urspring, und Holger Schulze, Nellingen, zu verdanken hat. Begonnen hatte jedoch alles 1983 auf dem Katschberg in Österreich unter der Anleitung eines KuK Rittmeisters während des Urlaubs der Familie Kolossa. Bereits 1987 kam sein heutiges Erfolgspferd Schelm zur Familie, ein damals 3 1/2 jähriger Württemberger Wallach, der aus dem Langenauer Zuchtverband in Urspring stammt (Vater von "Schwabe", Mutter von "Orlon xx", Züchter Karl Schmid, Wiesensteig).

Bemerkenswert an Philipps Laufbahn ist sein Weg in die Vielseitigkeit. Beim deutschlandweit bekannten in Weingarten im Kreis Ravensburg ausgerichteten "Nessenrebener-Reiter-Mehrkampf 1989", veranstaltet von der Bundeswehr-Reiterabteilung Weingarten e.V., absolvierte Philipp Kolossa mit Schelm seinen ersten Geländeritt. Ein Jahr später folgten erste Siege und Platzierungen in offiziellen VS-Prüfungen und erste Medaillen bei der Württembergischen Junioren Meisterschaft. 1991 kam Philipp zum Landeskader, und nach seinem baden-württembergischen Junioren-Meistertitel folgte die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft. 1992 folgte die Berufung in den Bundeskader und damit auch nach etlichen guten Platzierungen der Start bei der Sichtungsprüfung für die EM '92 in Teltge, die er mit einem vierten Platz abschloss. Der 16jährige wurde daraufhin zum Vorbereitungs-Lehrgang für die EM nach Warendorf berufen und überzeugte dort so, dass er in die Mannschaft für die EM in Langehagen berufen wurde.

Dieser Werdegang erscheint leicht, flüssig und überzeugend. Doch ohne seine grundsolide Ausbildung und kontinuierliches Training wäre es nicht so weit gekommen. Das spricht vor allem für seine Ausbilder und nicht zuletzt auch für seine Eltern, die sich konsequent um das reiterliche Fortkommen des jungen Philipp kümmern, ohne aber zu der Sorte der sog. "Tennis-Eltern" zu zählen. Berufliche Ausbildung und Schule stehen hoch im Kurs, und auch Philipp weiß, dass es ohne gute Schulausbildung kein Fortkommen geben kann.

Das Reiten ist zwar keine Nebensache, aber sie stellt nicht allein das Ziel aller Träume dar, auch wenn es reiterlich noch einige Wünsche gibt, die Anstrengung und weitere Ausbildung erfordern. So will Philipp Kolossa nicht auf zurückliegenden Lorbeeren ausruhen. Sein Ziel ist es, im Bundeskader zu bleiben, einmal die Deutsche Meisterschaft zu gewinnen und bei der nächsten Europameisterschaft platziert zu werden. Das ist wahrlich nicht wenig, aber ohne ein Ziel, das im übrigen nicht überzogen klingt, geht es auch in der Reiterei nicht.
Und fragt man den jungen Sportler, was ihn am Reitsport so fesselt, so erfährt man, dass er schlicht Freude am Pferdesport, speziell an der Vielseitigkeit hat und die Kameradschaft zwischen Reiter und Pferd liebt. Im Umgang mit seinen sportlichen Konkurrenten ist er als fair und objektiv bekannt. Seine Erfolge sind ihm nicht im Wege, wenn er mit jungen oder älteren Reiterkameraden am Rande eines Turniers über seinen Sport diskutiert.
Martin Stellberger