Startseite
Kontakt
Verkürzte Fahrzeiten für Tiertransporte PD 8/2003
BRÜSSEL/BERLIN. Endlich, endlich! kann man sagen, tut sich etwas zu Gunsten von Schlachttieren auf ihren Elendstransporten in die Schlachthäuser Europas. Wie dpa Mitte Juli meldete, will die Europäische Kommission durch strengere Vorschriften qualvollen Tiertransporten einen Riegel vorschieben. Die Forderung nach solchen Beschränkungen - nicht zuletzt von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) - ist zwar schon Jahre im Raum, aber immer wieder beweisen Reportagen in Zeitungen, Pferdesportmagazinen und TV-Sendungen, dass viele Tiere noch immer elend leiden müssen auf ihrem Weg in die Fleischtöpfe. In dem Beitrag von dpa (17.7.2003) heißt es weiter:

"Die Transportzeiten von lebenden Schweinen, Rindern und Schafen sollen verkürzt und die Transport-Lkw besser ausgestattet werden... Der Transport lebender Tiere darf nach dem Kommissionsvorschlag künftig maximal neun Stunden betragen. Danach muss die Fahrt für zwölf Stunden unterbrochen werden. Diese Vorgaben orientieren sich an den geltenden Ruhezeiten für Lkw-Fahrer. Bisher dürfen Schweine und Pferde bis zu 24 Stunden transportiert werden. Für Rinder, Schafe und Ziegen gilt eine maximale Transportzeit von 14 Stunden. Nach den Vorstellungen der EU-Kommission sollen Viehtransporte mit Geräten zur Temperaturkontrolle ausgerüstet werden. Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) kritisierte, die von der Kommission vorgesehene Transportdauer sei weiterhin zu lang."

Grundsätzlich ist der EU-Vorstoß ein Schritt in die richtige Richtung, aber eben nur ein Schritt. Konsequent wäre es dagegen, Transporte von lebenden Schlachttieren über Hunderte, ja Tausende von Kilometern einfach zu verbieten! Warum kann nicht ganz auf diese Transporte verzichtet werden? fragt sich der Tierfreund. Warum will man über den Umweg "komfortablere Reise in den Tod" den logistischen und tierquälerischen Unsinn in die Länge ziehen? Mit der vorhandenen Kühltechnik ließen sich die vor Ort - also in der nächstgelegenen Großschlachterei - geschlachteten Tiere ebenso gut vermarkten und transportieren. Wirklich hilfreich wären also nur EU-Entscheidungen, die die Subventionierung von Lebendtransporten von Schlachttieren grundsätzlich einstellen. Damit wäre der oft entsetzliche Leidensweg für alle Tierarten, die als Fleischlieferanten dienen, endlich beendet.
Martin Stellberger