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Bauern und Reiter sind sich einig: Gemeinsame Interessen vertreten PD 4/2004
Bauern- und Reiterverbände sind sich einig:
Gemeinsame Interessen politisch vertreten

STUTTGART.
Die Arbeitsgemeinschaft baden-württembergischer Bauernverbände und der Pferdesportverband Baden-Württemberg rücken näher zusammen. Gemeinsame Interessen werden gemeinsam gegenüber der politischen Öffentlichkeit vertreten. Dabei ist es der ausdrückliche Wunsch beider Organisationen, dass die künftige Zusammenarbeit im gemeinsamen Interesse von Landwirten, Reitern und Gespannfahrern zum dauerhaften Erfolg führen.

Schon einmal unterzeichneten die beiden Verbände ein ähnliches Papier. Das war 1982. Sorgfältig vorbereitet wurde die aktualisierte Erklärung von Annette Herbster, die im Bauernverband die Pferde haltenden Betriebe betreut und Rolf Berndt, der im Pferdesportverband als Vorstand für den Breitensport, Umwelt und Mitgliederservice zuständig ist. Die beiden Präsidenten der Vereinigungen, Gerd Hockenberger, Stuttgart, für die Arbeitsgemeinschaft der Bauernverbände und Volker Hahn, Ravensburg, für den Pferdesportverband Baden-Württemberg unterzeichneten die Erklärung bei ihrem Treffen am 22. März 2004 in Stuttgart.

Diese Erklärung sei wichtig und gut, sagte Volker Hahn. Auch Gerd Hockenberger betonte die Notwendigkeit, gleiche Interessen der Bauern und Pferdefreunde gemeinsam zu vertreten. Die Erklärung sei ein Zeichen für die Öffentlichkeit, hob Volker Hahn dem PRESSEDIENST gegenüber hervor. Man habe in den Bauernverbänden einen starken Partner, wenn es zum Beispiel gegen die Pferdesteuer gehe. So ließen sich auch andere Probleme gemeinsam mit den Bauern lösen, wenn man sich unmittelbar vor Ort auf einer gemeinsamen Basis verständigen kann. Die knapp einstündige Unterzeichnung bot auch den Geschäftsführern beider Verbände, Christian Abel für den Pferdesport und Peter Kolb für die Arbeitsgemeinschaft der Bauernverbände, Gelegenheit, ihre Zusammenarbeit zu vertiefen. Ein Zeichen für das gute Miteinander ist die Tatsache, dass landwirtschaftliche Betriebe mit Pferdehaltung seit 1996 die Mitgliedschaft im Pferdesportverband Baden-Württemberg erwerben können.

Die Erklärung der Präsidenten Hockenberger und Hahn im Wortlaut:

„Die Arbeitsgemeinschaft der badisch-württembergischen Bauernverbände und der Pferdesportverband Baden-Württemberg e. V. halten eine gezielte Zusammenarbeit für notwendig und wünschenswert. Um dies zu bekräftigen, erneuern die beiden Organisationen die bereits im Jahr 1982 unterzeichnete diesbezügliche Erklärung.

Das Reiten ist eine besondere Ausgestaltung des Rechts auf Erholung in der freien Landschaft. Hieraus ergeben sich vielfältige Berührungspunkte zwischen Landwirten, Reitern und Gespannfahrern. Neben der gemeinsamen Nutzung von Wald und Flur bieten zwischenzeitlich viele landwirtschaftliche Betriebe den Pferdebesitzern Einstellmöglichkeiten für ihre Tiere an. Als Anlaufstelle für landwirtschaftliche, pferdehaltende Betriebe wurde bereits im Mai 2000 eine gleichnamige Fachgruppe beim Landesbauernverband in Baden-Württemberg gegründet. Ebenso können Pferdebetriebe seit 1996 die Mitgliedschaft im Pferdesportverband Baden-Württemberg - verbunden mit einer Partnerschaft der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) - erwerben.

Die Bauernverbände und der Pferdesportverband erklären ihr Interesse, die aufgrund unterschiedlicher Zielsetzungen möglicherweise auftretenden Probleme gemeinsam und auf freiwilliger Basis zu lösen. Deshalb empfehlen die unterzeichnenden Organisationen ihren Kreis- oder Bezirksverbänden gemeinsame Gespräche am „Runden Tisch“, um das einvernehmliche Miteinander vor Ort zu fördern.

Die Bauernverbände sagen dem Pferdesportverband ihre Unterstützung bei der Kennzeichnung der Pferde mit den verbandsinternen Pferdekennzeichen der Reiterverbände zu. Fragen der Schadensverhütung und Schadensregulierung sollten nach Möglichkeit einvernehmlich vor Ort, ggf. unter Einbeziehung von Vertretern beider Organisationen, gelöst werden.

Weiterhin vereinbaren beide Organisationen, sich bei gemeinsamen Interessen auf politischer Ebene gegenseitig zu unterstützen. Beispielhaft soll an dieser Stelle die Verhinderung der Pferdesteuer oder die Möglichkeit für landwirtschaftliche Pferdehalter zur Teilnahme an Förderprogrammen wie z. B. MEKA genannt sein.

Es ist der ausdrückliche Wunsch beider Organisationen, dass die künftige Zusammenarbeit und die sich daraus ergebenden Maßnahmen im gemeinsamen Interesse von Landwirten, Reitern und Gespannfahrern zum dauerhaften Erfolg führen.“

Kontakt:
Pferdesportverband Baden-WÜrttemberg e.V.
Rolf Berndt, Tel: 07348-23537