Startseite
Kontakt
MKS: Tötung von Pferden vom Tisch 02/2002
WARENDORF (fn-press). Die gute Nachricht zuerst: Nicht zuletzt durch den massiven Protest der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) gelang es, das Ministerium für Verbraucherschutz und Landwirtschaft davon zu überzeugen, dass Pferde bei einem MKS-Ausbruch nicht getötet werden dürfen. Der Hintergrund: Im Herbst vergangenen Jahres hatte das Ministerium den Entwurf zu einer neuen bundesweit gültigen MKS-Verordnung vorgelegt, in dem die Möglichkeit vorgesehen war, auch Pferde im Seuchenfall zu töten. Die FN hatte gegen diesen Entwurf in einer umfangreichen Stellungnahme Position bezogen.

Soweit die guten Nachrichten: Denn auch der nach dem Protest der FN erstellte neueste Entwurf aus dem Hause des BMVL beinhaltet aus der Sicht der FN noch zahlreiche Defizite. Auch nach diesem Entwurf können Pferde zumindest theoretisch noch zahlreichen und weitgehenden Zwangsmaßnahmen wie Transport- und Veranstaltungsverboten unterworfen werden und das nicht nur bei tatsächlichem Ausbruch der Seuche. Die Maßnahmen können zudem von Kreis zu Kreis und von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich interpretiert und umgesetzt werden. Eine Situation, wie im Frühjahr vergangenen Jahres, als genau das passierte und das Chaos regierte, ist auch nach dem neuen Entwurf möglich. Ein Grund mehr für die FN, dem Ministerium auch zu diesem Entwurf eine umfangreiche Stellungnahme zukommen zu lassen.

Einer der Hauptkritikpunkte der FN an dem neuen Entwurf ist die Tatsache, dass er das tatsächliche Risikopotential, das Pferde im Zusammenhang mit der Verbreitung der MKS darstellen, nicht angemessen beachtet. Bekanntlich sind Pferde für die Seuche nicht empfänglich und können theoretisch nur als Zwischenträger des Erregers dienen, wie der Mensch auch. Es gibt jedoch in der Wissenschaft keinen bewiesenen Fall, in dem Pferde mit dem Ausbruch der Seuche oder ihre Weiterverbreitung im Zusammenhang gestanden haben. Trotzdem sollen sie auch nach dem neusten Verordnungsentwurf genau so restriktiv behandelt werden wie die Klauentiere selbst. Die FN erhebt daher auch gegen diesen Entwurf zahlreiche Einwände.

Insbesondere verweist die FN darauf, dass auch dieser Entwurf nicht unterscheidet zwischen Pferden aus reinen Pferdebetrieben, Pferden aus Mischbetrieben mit ge-trennter Haltung von Pferden und Klauentieren sowie Pferden aus Mischbetrieben mit gemeinsamer Haltung von Pferden und Klauentieren. So behandelt der neue Entwurf Pferde aus reinen Pferdebetrieben genau so, als würden sie gemeinsam mit Kühen, Schweinen oder Schafen aus einem Trog fressen.
T.H.