Startseite
Kontakt
Kennzeichnung von Pferden beim Ausritt 01/2002
DORNSTADT. Rolf Berndt, Vorstand Allgemeiner Pferdesport im Pferdesport-Verband Baden-Württemberg, greift in einem Beitrag für den PRESSEDIENST wieder einmal das Thema "Kennzeichnung der Pferde" auf. Bekanntlich hat sich der Pferdesportverband dazu verpflichtet, dass seine Mitglieder ihre Pferde beim Reiten in der freien Natur durch eine grüne Nummer an der Trense kennzeichnen. Damit soll ein Beitrag durch "Selbstdisziplin" zum Umwelt- und Naturschutz geleit-stet werden. Das Thema kommt bei den Gesprächen mit Vertretern des Ministeriums Ländlicher Raum ebenfalls immer wieder zur Sprache. Auch im Hinblick auf noch anstehende Gespräche zur Problematik der Erweiterung der Verdichtungsräume im Zuge des neuen Landesentwicklungsplanes will Rolf Berndt Stellung beziehen. Er schreibt: "Bei den im vergangenen Jahr 2001 geführten Gesprächen beim Ministerium Ländlicher Raum (MLR) im Hinblick auf bestehende und zukünftige Reitregelungen, insbesondere in den Wäldern in Baden-Württemberg, wurde u. a. auch die generelle Kennzeichnung der Pferde angesprochen. Dieses Thema diskutiert die "Reiterei" in Baden-Württemberg seit nunmehr über zwanzig Jahren mehr oder weniger kontrovers, obwohl der Vorstand der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) am 21. September 1977 zum Tagesordnungspunkt "Kennzeichnung der Pferde (Besitzer) in Wald und Feld" folgenden Beschluss gefasst hat (in Auszügen): "Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) tritt für eine Kennzeichnung der Pferde (Besitzer) in Wald und Feld nach einheitlichen Grundsätzen ein. Die Kennzeichnung aller Pferde (Besitzer) erfolgt durch die Organisation des Reitsports. In den Ländern, in denen die Kennzeichnung der öffentlichen Verwaltung vorbehalten ist, ist darauf hinzuwirken, dass sie sich dem von der FN entwickelten Verfahren anschließen und sich seiner Unterstützung bedienen."

Bei der Delegiertenversammlung des Landesverbandes am 2. Juni 1981 wurde folgender Antrag zur Abstimmung gestellt: "Herr Ziegler (ehem. Vorstand Allgem. Reit- und Fahrsport) stellt nach einem Bericht über die zuletzt stattgefundenen Anhörungen beim MELU (MLR) und mit der Forstdirektion den Antrag, zu beschließen, alle Pferde, die außerhalb der Verdichtungsräume ein-gestellt sind und bei denen gesetzlich keine Kennzeichnungspflicht besteht, freiwillig zu kennzeichnen." Die Versammlung nimmt den Antrag bei 2 Enthaltungen an.

In der Satzung des Landesverbandes werden in § 3 (a) "Mitgliedschaftspflichten" die Mitglieder (Regionalverbände und ihre Pferdesportvereine und Sondermitglieder) verpflichtet, die Entscheidungen und Beschlüsse des Landesverbandes für sich verbindlich anzuerkennen. Dieses geschah im Hinblick auf die Kennzeichnung der Pferde im Pferdesportverband Südbaden durch Beschluss der Jahreshauptversammlung am 12. März 1994 sowie im Württembergischen Pferdesportverband durch Änderung der Satzung am 25. März 1995.

Die stagnierenden Zahlen der in den vergangenen Jahren ausgegebenen (grünen) Pferdekennzeichen machen aber deutlich, dass die Pferdesportler in Baden-Württemberg die Kennzeichnung der Pferde mit unterschiedlicher Intensität betrieben haben und eine generelle Kennzeichnung der Pferde noch nicht erreicht wurde. Der Landesverband bittet daher alle haupt- und ehrenamtlich tätigen Personen auf Verbands- und Vereinsebene dafür Sorge zu tragen, dass die Pferde, die außerhalb der Verdichtungsräume eingestellt sind und bei denen gesetzlich keine Kennzeichnungspflicht besteht, nunmehr gekennzeichnet werden.

Der Pferdesport in Baden-Württemberg kann aufgrund der überwiegenden Zahl der Pferdesportlerinnen und Pferdesportler im Freizeit- und Breitensport den sogenannten "Natursportarten" zugeordnet werden. Gerade diese sporttreibenden und Erholung suchenden "Horsemen" sollten den von ihnen praktizierten schonenden und umweltverträglichen Umgang mit der Natur und die Selbstverpflichtung der Pferdesportverbände hierzu dadurch zum Ausdruck bringen, indem sie die Reitregelungen beachten und ihre Pferde kennzeichnen."
Rolf Berndt