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Andrea Dlugos: Mit Candyman und Mister Bumblebeam zu Gold PD 09/2003
ANDREA DLUGOS:
MIT CANDYMAN UND MISTER BUMBLEBEAM ZU GOLD

STUTTGART-MÖHRINGEN.
„In der Dressur siegte eine Reiterin aus Stuttgart-Möhringen und empfahl sich gleich mit konzentrierten und gefälligen Ritten für die Saison: Andrea Dlugos!“ So stand es in der Februar-Ausgabe 2003 des Reiterjournals über das Turnier von Heidelberg Anfang des Jahres. „Sie sitzt gefällig zu Pferd, wirkt fein ein: Von diesem Paar dürfte man in diesem Jahr noch einiges hören.“ In der Tat, „man“ hört von der Reiterin. Sie bekam nämlich Ende August beim Turnier in Weilheim das Goldene Reiterabzeichen. Das ist eine Auszeichnung, die man nur durch sportliche Leistung auf hohem Niveau erlangt. Nicht erworben kann sie werden, verliehen wird sie. Voraussetzung? Zehn Siege in Klasse S. Zum ersten Male gewann die Stuttgarterin in Frankenthal 1998 mit Candyman. Im gleichen Jahr siegte sie in Alzenau-Michelbach. Dann war sie erst wieder 2002 erfolgreich, in Tettnang mit Candyman, in Münchberg mit Mister Bumblebeam. Seit Münchberg ist FBW Mister Bumblebeam ihr Favorit und sie ritt ihn in der Saison 2003 (siehe oben) so gefühlvoll, dass sie erfolgreich war in Schwieberdingen zweimal, Buch-Rimbach, Sondelfingen und Meßstetten. Und jetzt war das Maß voll für die Ehrung in Weilheim. Mit diesem Pferd schaffte Andrea Dlugos im Jahr 2000 die Qualifikation für das Bundeschampionat des deutschen Dressurpferdes in Warendorf. Und das war ein absoluter Hinweis auf die Qualität des Pferdes. Darauf begründet sich auch das Kürzel „FBW“. Es steht für „Förderverein für baden-württembergische Pferde“. Schade, dass die Reiterin wegen einer Verletzung in Warendorf nicht antreten konnte.

Wer ist die Frau hinter der „Reiterin“. Andrea Dlugos ist eigentlich von Beruf Informatikerin, derzeit allerdings mit Schwerpunkt Hausfrau und Reiterei. Ver-heiratet ist sie mit Andreas Dlugos, der Manager ist. Die Liebe zur Reiterei haben ihr wohl die Eltern in die Wiege gelegt, denn Margarethe und Karl-Heinz Hilmer – der Vater starb 1991- gehörten zur Freizeitreitergruppe in der Reitschule Hölzel in Stuttgart-Möhrigen. Hier bekam Andrea Dlugos auch ihre ersten Reitstunden als 12-jähriges Mädchen. Bis 1990 gehörte sie dem dortigen Reitverein an, wechselte dann zum Reitclub Stockhausen. Seit Jahresbeginn 2003 kehrte sie wieder zurück zu ihren reiterlichen Wurzeln in den Verein Stuttgart-Möhrigen. Der Regensburger Reitlehrer Hans-Jörg Kaltenböck ist zudem einer ihrer wichtigsten Ausbilder gewesen. Doch auch bei Ralf Müller vom Reitverein Stuttgart-Möhringen lernte sie viel. Seit Mai 2003, so erzählt die Reiterin, ist auch Karl-Heinz Streng aus Mosbach um ihr reiterliches Fortkommen bemüht. Streng ist zwar derzeit Landestrainer der Springreiter, weist aber immer wieder einmal darauf hin, dass er eigentlich aus dem Dressurlager komme.

Andrea Dlugos liegt das Wohl der Pferde besonders am Herzen, sagte sie dem PRESSEDIENST. Das ist wichtig bei der Ausbildung und im Training. Aber das hält sie nicht davon ab, zielstrebig mit ihren Pferden zu arbeiten und ein gewisses Durchsetzungsvermögen mit Ehrgeiz und guten Nerven zu paaren. Allerdings, so meint sie, sei sie nicht immer kritikfähig genug. „Manchmal bin ich fanatisch!“ meint die Reiterin, die bis 1990 auch Springen bis Klasse L und Vielseitigkeiten in Klasse A geritten ist. Diese Erfahrungen tragen mit dazu bei, dass sie heute in Reiterkreisen als einfühlsame Reiterin geschätzt wird.

Ziele hat Andrea Dlugos trotz des Goldenen Reiterabzeichens noch viele. Eines hat sie sich für 2004 vorgenommen: Ich will mich mit FBW Mister Bumblebeam qualifizieren für das Dressurturnier in der Schleyer-Halle und mittelfristig Leroy zur Grand Prix Reife bringen.“ Sie ist stolz darauf, dass sie ihre beiden Pferde Bumblebeam und Leroy weitgehend selbst ausgebildet hat, nur Lehrgänge und Unterricht habe sie dafür in Anspruch genommen. Bei allem Ehrgeiz setzt sich die Reiterin aber auch Grenzen: „Ich denke, dass es sehr wichtig ist, das Pferd Pferd sein zu lassen, es nicht als reines Sportgerät zu sehen! Alle meine Pferde dürfen täglich auf die Koppel, auch im Winter. Sie haben alle Boxen mit Fenstern und werden abwechslungsreich gearbeitet.“ Das ist eine gute Einstellung, eine gute Basis für die Zukunft. Martin Stellberger