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Pferdeschändung - eine akute Gefahr PD 10/2000
"Ich dreh bald noch durch!" sagte die Pferdebesitzerin aus einer Gegend im Nord-Württembergischen (Name und Ort sind der Redaktion bekannt). Sie bat darum, ihren Namen und Wohnort nicht anzugeben. "Ich habe eine Scheißangst! Und wenn ich ihn erwische.....!" Seit Wochen sieht sie sich verfolgt, bedroht, vor allem ihre Pferde sieht sie in Gefahr. Tausende von Mark hat sie investiert, den Stall zu sichern, hat Wachen organisiert und auch dafür Geld ausgegeben. Ob sie von der Polizei Ernst genommen wird? Sie ist sich nicht so sicher. Aber wie soll die Polizei agieren, wenn es kaum eine Handhabe gibt? Die Frau will ihn endlich stellen, den Mann, der ständig und nachweislich ihr Anwesen umschleicht, in den Stall eingedrungen war und auch schon auf dem in der Wohnung installierten Monitor zu sehen auftauchte, der mit einer Kamera verbunden ist, die das Umfeld des Anwesens beobachtet. "Der Mann ist so raffiniert, dass er offenbar schon im Voraus weiß, was ich unternehme!" Verzweiflung und Niedergeschlagenheit pur. Das ist kein Leben mehr, sagt die Pferdebesitzerin.

Und es geht immer weiter: In Meckenbeuren bei Friedrichshafen, in Bodnegg bei Ravensburg, im Hohenlohischen und anderswo gehen sie wieder um, die Pferdequäler, die landläufig als Pferderipper bezeichnet werden. Hier eine Stute, dort ein kleines Hengstfohlen, ein andermal ein junger Wallach - immer liegen die Verletzungen im oder nahe am Genitalbereich. Die Besitzer sind mehr als nervös. Doch sie machen bereits schon im Vorfeld oft entscheidende Fehler, weil sie zwar zum Beispiel der Polizei von "einem großen dunklen Wagen" erzählen, der nicht in die Gemeinde gehört, aber unmittelbar in Tatortnähe gesehen wurde. Die Nummer können sie auch nicht sagen, obwohl das Auto wiederholt aufgetaucht ist. Was treibt die Täter an? Diese Frage beschäftigt Besitzer, Öffentlichkeit und Polizei. Die tut sich nach wie vor schwer mit den Ermittlungen. In kaum einem Fall der letzten Wochen blieb den Beamten mehr zu tun, als eine Pressemeldung herauszugeben, die Öffentlichkeit aufzurütteln. Das ist für sie natürlich äußerst unbefriedigend, zumal für die Dienststellen, die hellhörig sind, weil sie schon öfters mit Pferdeschändungen konfrontiert waren.

In diesem Zusammenhang weist der PRESSEDIENST nochmals auf das 2. Symposium "Gewalt gegen Pferde" hin, das vom 27.-28. Oktober 2000 in Höxter stattfinden wird. Träger sind die Deutsche Akademie des Pferdes, Warendorf, und die Universität Göttingen. Fachleute referieren ihre Erkenntnisse, Polizisten berichten über Fälle und Ermittlungen, praktische Tatortarbeit wird demonstriert, Fragen werden diskutiert, auch: Wie geht man mit den Fällen in der Öffentlichkeit am besten um? Schafft Öffentlichkeit Trittbrettfahrer? Das Programm ist vielfältig und absolut professionell in der Zusammenstellung der Themen. Die Fahrt nach Höxter lohnt sich bestimmt für interessierte Kolleginnen und Kollegen. Sie informieren sich und melden sich ggf. an bei der Deutschen Akademie für Pferde in Warendorf.

Kontakt: Deutsche Akademie für Pferde, Warendorf Tel: 02581-6362240